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Gottes Beziehung zum Einzelnen

6. Der Gott der Persönlichkeit

5:6.1

Der Universale Vater ist der Gott der Persönlichkeiten. Der Persönlichkeits­bereich des Universums, vom niedrigsten sterblichen materiellen Geschöpf mit Persönlichkeitsrang bis hinauf zu den höchsten Personen göttlichen Rangs mit Schöpferwürde, hat seinen Mittelpunkt und Umfang im Universalen Vater. Gott der Vater schenkt jede Persönlichkeit und erhält sie. Und ebenso ist der Paradies-Vater die Bestimmung all jener endlichen Persönlichkeiten, die sich von ganzer Seele entschließen, den göttlichen Willen auszuführen, all jener, die Gott lieben und sich danach sehnen, ihm zu gleichen.

5:6.2

Die Persönlichkeit ist eines der ungelösten Rätsel des Universums. Wir sind imstande, angemessene Vorstellungen von den Faktoren zu entwickeln, die sich am Aufbau verschiedener Persönlichkeitsordnungen und -ebenen beteiligen, aber die wahre Natur der Persönlichkeit selber verstehen wir nicht ganz. Wir erkennen klar die zahlreichen Faktoren, die zusammengenommen das Vehikel der menschlichen Persönlichkeit bilden, aber wir verstehen Wesen und Bedeutung einer derartigen endlichen Persönlichkeit nicht ganz.

5:6.3

Persönlichkeit ist potentiell in allen Geschöpfen vorhanden, deren Verstandes­gaben von einem Mindestmaß an Selbstbewusstsein bis zum Höchstmaß an Gottesbewusstsein reichen. Aber Begabung mit Verstand allein ist nicht Persön­lichkeit, ebenso wenig wie Geist oder materielle Energie Persön­lichkeit sind. Persönlichkeit ist in der kosmischen Realität jene Qualität, jener Wert, den ausschließlich Gott der Vater den lebendigen Systemen von kombinierten und koordinierten materiellen, mentalen und geistigen Energien verleiht. Auch ist Persönlichkeit keine fortschreitende Vollbringung. Persönlichkeit kann materiell oder geistig sein, aber entweder ist Persönlichkeit vorhanden, oder sie ist nicht vorhanden. Das Anders-als-Persönliche erreicht nie die Ebene des Persönlichen außer durch einen direkten Akt des Paradies-Vaters.

5:6.4

Die Vergabe der Persönlichkeit ist die ausschließliche Funktion des Universalen Vaters, die Verpersönlichung von lebendigen Energiesystemen, die der Vater mit den Eigenschaften relativen schöpferischen Bewusstseins und deren Kontrolle durch den freien Willen ausstattet. Es gibt keine von Gott getrennt existierende Persönlichkeit, und keine Persönlichkeit existiert außer durch Gott den Vater. Beide, die fundamentalen Wesenszüge des menschlichen Selbst sowie der Justierer, dieser absolute Kern der menschlichen Persönlichkeit, sind Geschenke des Universalen Vaters, der in seinem ausschließlich persönlichen Bereich kosmischen Wirkens handelt.

5:6.5

Die Justierer mit vorpersönlichem Status wohnen zahlreichen Typen sterblicher Geschöpfe inne und garantieren dadurch diesen Wesen, den physischen Tod zu überleben und als morontielle Geschöpfe mit dem Potential, ultime Geistigkeit zu erreichen, personifiziert zu werden. Denn wenn ein solcher mit Persönlichkeit ausgestatteter Geschöpfesverstand von einem Geistfragment des ewigen Gottes, von der vorpersönlichen Gabe des persönlichen Vaters, bewohnt wird, besitzt diese endliche Persönlichkeit tatsächlich das Potential des Göttlichen und Ewigen und strebt nach einer dem Ultimen verwandten Bestimmung, wenn nicht gar, noch weiter ausholend, nach einer Erkenntnis des Absoluten.

5:6.6

Die Voraussetzung zur göttlichen Persönlichkeit liegt in der Natur des vorpersönlichen Justierers; die Voraussetzung zur menschlichen Persönlichkeit ist potentiell in der Ausrüstung des menschlichen Wesens mit dem kosmischen Verstand vorhanden. Aber die erfahrungsmäßige Persönlichkeit des sterblichen Menschen kann als eine aktive und funktionierende Realität erst beobachtet werden, nachdem das materielle Lebensvehikel des sterblichen Geschöpfes von der befreienden Göttlichkeit des Universalen Vaters berührt worden ist und dadurch als eine Persönlichkeit mit Selbstbewusstsein und (relativer) Selbstbestimmung und eigener Schöpferkraft auf die Meere der Erfahrung geworfen wird. Das materielle Selbst ist wahrhaftig und ohne jede Einschränkung persönlich.

5:6.7

Das materielle Selbst hat eine Persönlichkeit und eine Identität, eine zeitliche Identität; der vorpersönliche geistige Justierer besitzt ebenfalls eine Iden­tität, eine ewige Identität. Diese materielle Persönlichkeit und diese geistige Vorpersönlichkeit sind fähig, durch die Vereinigung ihrer schöpferischen Eigens­chaften die fortlebende Identität der unsterblichen Seele ins Dasein zu rufen.

5:6.8

Nachdem der Vater in dieser Weise für das Wachstum der unsterblichen Seele gesorgt und das innere Selbst des Menschen von den Ketten absoluter Abhängigkeit von vorausgegangenen Ursachen befreit hat, tritt er zur Seite. Nun, da der Mensch – wenigstens was sein ewiges Schicksal betrifft – von den Fesseln des Gesetzes von Ursache und Wirkung frei ist und für das Wachstum des unsterblichen Selbst, der Seele, gesorgt ist, bleibt es dem Menschen selber überlassen, die Erschaffung seines fortlebenden und ewigen Selbst, für das er sich entscheiden kann, zu wollen oder aber diese Erschaffung zu verhindern. Was die ewige Bestimmung der Persönlichkeit des wählenden Sterblichen anbelangt, kann sich kein anderes Wesen, keine Kraft, kein Schöpfer und keine Einwirkung im ganzen weiten Universum der Universen in irgendeinem Grade der absoluten Souveränität dieses sterblichen freien Willens widersetzen, der sich im Reich des Wählens betätigt. Was das ewige Fortleben angeht, so hat Gott die Souveränität des materiellen menschlichen Willens verfügt, und diese Verfügung ist absolut.

5:6.9

Die Vergabe der Persönlichkeit an das Geschöpf bringt eine relative Befreiung von der sklavischen Reaktion auf vorangegangene Ursachen, und die Persönlich­keiten all dieser evolutionären oder andersartigen sittlichen Wesen haben ihre Mitte in der Persönlichkeit des Universalen Vaters. Sie fühlen sich stets zu seiner Gegenwart im Paradies hingezogen durch jene Wesensverwandtschaft, die den ungeheuer großen universalen Familienring und brüderlichen Kreis des ewigen Gottes bildet. Es gibt in jeder Persönlichkeit eine Verwandtschaft göttlicher Spontaneität.

5:6.10

Der Persönlichkeitskreis des Universums der Universen hat seinen Mittelpunkt in der Person des Universalen Vaters, und der Paradies-Vater ist sich persönlich aller Persönlichkeiten aller Ebenen selbstbewusster Existenz bewusst und steht mit ihnen persönlich in Berührung. Und dieses in der gesamten Schöpfung vorhandene Persönlichkeitsbewusstsein existiert unabhängig von der Sendung der Gedankenjustierer.

5:6.11

So wie alle Gravitation vom Kreislauf der Paradies-Insel erfasst wird, aller Verstand vom Kreislauf des Mit-Vollziehers und aller Geist von demjenigen des Ewigen Sohnes, so befinden sich alle Persönlichkeiten im Kreis der persönlichen Gegenwart des Universalen Vaters, und über diesen Kreislauf gelangt die Anbetung aller Persönlichkeiten unfehlbar zur Ursprünglichen und Ewigen Persönlichkeit.

5:6.12

Mit jenen Persönlichkeiten, die von keinem Justierer bewohnt werden, verhält es sich so: Die Eigenschaft der Freiheit zu wählen wird ebenfalls vom Universalen Vater verliehen, und solche Personen werden vom großen Kreislauf göttlicher Liebe, vom Persönlichkeitskreis des Universalen Vaters, ebenso erfasst. Gott sorgt für die souveräne Wahlmöglichkeit aller echten Persönlichkeiten. Kein persönliches Geschöpf kann zum ewigen Abenteuer gezwungen werden; das Portal zur Ewigkeit öffnet sich nur als Antwort auf die aus freiem Willen erfolgte Wahl der mit freiem Willen begabten Söhne des Gottes des freien Willens.

5:6.13

Und dies stellt mein Bemühen dar, die Beziehungen des lebendigen Gottes mit den Kindern der Zeit darzustellen. Und nachdem alles gesagt und getan ist, bleibt mir nichts Hilfreicheres zu tun übrig als zu wiederholen, dass Gott euer Universumsvater ist, und dass ihr alle seine planetarischen Kinder seid.

5:6.14

[Dies ist die fünfte und letzte in der Reihe der Schriften, die die Schilderung des Universalen Vaters durch einen göttlichen Ratgeber aus Uversa enthalten.]


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