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Anditische Expansion im Abendland

9. Die drei weißen Rassen

80:9.1

Gegen Ende der anditischen Wanderungen hatten die Rassenvermischungen in Europa im Großen und Ganzen zu den drei folgenden weißen Rassen geführt:

80:9.2

1. Die nördliche weiße Rasse. Diese so genannte nordische Rasse bestand hauptsächlich aus den blauen Menschen zuzüglich der Anditen, enthielt aber auch beträchtliche Anteile andonitischen Blutes nebst geringeren roten und gelben Sangikanteilen. Die nördliche weiße Rasse vereinigte also die vier wünschenswertesten menschlichen Rassen in sich. Aber das größte Erbe stammte von den blauen Menschen. Der typische frühe Nordländer war langköpfig, groß gewachsen und blond. Aber schon vor langer Zeit vermischte sich diese Rasse völlig mit allen anderen Zweigen der weißen Völker.

80:9.3

Die primitive Kultur Europas, auf die die eindringenden Nordländer trafen, war diejenige der mit den blauen Menschen vermischten, sich zurückentwickelnden Donauvölker. Am Rhein begegneten und vermischten sich die nordisch-dänische Kultur und diejenige der andonitischen Donaubewohner, wovon im heutigen Deutschland die Existenz zweier Rassengruppen zeugt.

80:9.4

Die Nordländer setzten das Geschäft mit an der baltischen Küste gewonnenem Bernstein fort und entwickelten mit den Breitköpfen des Donautals einen sehr regen Handel, der sich über den Brennerpass abwickelte. Der intensive Kontakt mit den Donaubewohnern führte die Nordländer zu der Mutterverehrung, und während mehrerer Jahrtausende war die Verbrennung der Toten in fast ganz Skandinavien üblich. Das erklärt, weshalb man keine Überreste von Vertretern der früheren weißen Rassen finden kann, obwohl sie überall in Europa beerdigt wurden – außer ihre Aschen in Stein- und Tonurnen. Diese weißen Menschen bauten auch Behausungen; sie lebten nie in Höhlen. Und das erklärt wiederum, weshalb es nur so spärliche Zeugnisse von der frühen Kultur der weißen Menschen gibt, während der vorausgegangene Cromagnontyp dort gut erhalten blieb, wo er im sicheren Schutz von Höhlen und Grotten ruhte. Sozusagen über Nacht trat in Nordeuropa an die Stelle einer primitiven Kultur zurückfallender Donaubewohner und blauer Menschen jene von plötzlich erscheinenden, hoch überlegenen weißen Menschen.

80:9.5

2. Die zentrale weiße Rasse. Obwohl diese Gruppe auch ein blaues, gelbes und anditisches Erbe besitzt, ist sie doch vorwiegend andonitisch. Diese Menschen sind breitköpfig, dunkelhäutig und stämmig. Sie sind zwischen die nordische und die mediterrane Rasse wie ein Keil getrieben, dessen breite Basis in Asien ruht, während seine Spitze in Ostfrankreich eindringt.

80:9.6

Fast zwanzigtausend Jahre lang waren die Andoniten von den Anditen immer tiefer in den Norden Zentralasiens geschoben worden. Um 3000 v. Chr. trieb zunehmende Aridität diese Andoniten wieder nach Turkestan zurück. Dieser Druck der Andoniten nach Süden hielt mehr als tausend Jahre lang an; sie spalteten sich am Kaspischen und am Schwarzen Meer auf und drangen in Europa sowohl über den Balkan als auch über die Ukraine ein. Unter den Invasoren befanden sich die restlichen Gruppen von Nachfahren Adamsons und – in der letzten Hälfte der Invasionsperiode – eine beträchtliche Zahl iranischer Anditen sowie viele Nachfahren der sethitischen Priester.

80:9.7

Um 2500 v. Chr. erreichten die Andoniten auf ihrem westwärts gerichteten Vormarsch Europa. Und dieses Überrollen ganz Mesopotamiens, Kleinasiens und des Donaubeckens durch die Barbaren von den Hügeln Turkestans stellte den ernsthaftesten und dauerhaftesten aller bis dahin eingetretenen kulturellen Rückschläge dar. Die Invasoren andonisierten entschieden den Charakter der mitteleuropäischen Rassen, die seit damals immer in charakteristischer Weise alpin geblieben sind.

80:9.8

3. Die südliche weiße Rasse. Diese dunkelhäutige mediterrane Rasse bestand aus einer Mischung der Anditen mit den blauen Menschen und besaß eine geringere andonitische Beimischung als die nördliche. Über die Saharabewohner absorbierte diese Gruppe auch einen beträchtlichen Anteil sekundären Sangik­blutes. In späterer Zeit wurden dieser südlichen Abteilung der weißen Rasse kräftige anditische Elemente aus dem östlichen Mittelmeerraum zugeführt.

80:9.9

In die Küstengebiete des Mittelmeers drangen die Anditen indessen nicht vor den Zeiten der großen Nomadeninvasionen von 2500 v. Chr. ein. Während dieser Jahrhunderte, da die Nomaden in die östlichen Mittelmeergebiete einfielen, kamen Landverkehr und -handel beinahe zum Erliegen. Diese Behinderung des Landverkehrs hatte eine große Zunahme des Seeverkehrs und -handels zur Folge, so dass der auf dem Mittelmeer geborene Handel vor etwa viertausendfünfhundert Jahren in vollem Schwung war. Und dieser sich entwickelnde Seeverkehr hatte eine plötzliche Auswanderung der Nachkommen der Anditen in alle Küstengebiete des Mittelmeerbeckens zur Folge.

80:9.10

Diese Rassenvermischungen legten das Fundament zu der südeuropäischen Rasse, der von allen am stärksten gemischten. Und seit jenen Tagen hat diese Rasse noch weitere Beimischungen erfahren, insbesondere von den blau-gelb-anditischen Völkern Arabiens. Die Mittelmeerrasse ist in Wahrheit so weitgehend mit den umliegenden Völkern vermischt, dass sie als selbstständiger Typ praktisch nicht zu unterscheiden ist, aber im Allgemeinen sind ihre Vertreter kurz gewachsen, langköpfig und dunkelhäutig.

80:9.11

Im Norden brachten die Anditen durch Kriege und Heiraten die blauen Menschen zum Verschwinden, aber im Süden überlebten diese in größerer Zahl. Die Basken und die Berber sind die Überlebenden von zwei Zweigen dieser Rasse, aber auch diese Völker haben sich völlig mit den Saharabewohnern vermischt.

80:9.12

Dies war das Bild der Rassenvermischungen, das Mitteleuropa um 3000 v. Chr. bot. Trotz des teilweisen adamischen Scheiterns hat tatsächlich eine Ver­mischung mit den höheren Typen stattgefunden.

80:9.13

Das war die Zeit des Übergangs von der Jungsteinzeit zur anhebenden Bronzezeit. In Skandinavien war bereits die mit Mutterkult einhergehende Bronzezeit angebrochen. In Südfrankreich und Spanien herrschte noch die mit Sonnenverehrung einhergehende Jungsteinzeit. In dieser Zeit wurden die kreisförmigen und unbedachten Sonnentempel errichtet. Die weißrassigen Europäer waren tatkräftige Bauleute, die ihre Freude daran hatten, als Geschenke an die Sonne gewaltige Steine aufzustellen, so wie ihre späteren Nachfahren es in Stonehenge taten. Die herrschende Sonnenverehrung ist ein Hinweis darauf, dass dies in Südeuropa eine große Zeit des Ackerbaus war.

80:9.14

Der Aberglaube dieser relativ jungen Periode der Sonnenanbetung lebt heute noch in den Volksbräuchen der Bretagne weiter. Obwohl diese Bretonen seit über fünfzehnhundert Jahren christianisiert sind, verwenden sie immer noch Amulette der Jungsteinzeit, um den bösen Blick von sich abzuwenden. Sie besitzen in ihren Kaminen immer noch Donnersteine, um sich vor Blitzschlag zu schützen. Die Bretonen vermischten sich nie mit den nordischen Skandinaviern. Sie sind die Abkömmlinge der mit der mediterranen Rasse vermischten ursprünglichen andonitischen Einwohner Westeuropas.

80:9.15

Aber es ist ein Irrtum, die weißen Völker in nordische, alpine und mediterrane einteilen zu wollen. Es hat alles in allem viel zu viel Vermischung stattgefunden, als dass eine solche Gruppierung noch erlaubt wäre. Zu einer bestimmten Zeit hat eine recht deutliche Trennung der weißen Rasse in diese Klassen bestanden, aber seither hat eine Durchmischung in so großem Umfang statt­­gefunden, dass es nicht mehr möglich ist, solche Unterscheidungen mit Klarheit vorzunehmen. Sogar schon um 3000 v. Chr. gehörten die damaligen sozialen Gruppen ebenso wenig einer einzigen Rasse an wie die gegenwärtigen Bewohner Nordamerikas.

80:9.16

Diese europäische Kultur hat während fünftausend Jahren zu wachsen und sich bis zu einem gewissen Grad zu vermischen fortgefahren. Aber die Sprach­barrieren haben vollständige Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen abendländischen Nationen verhindert. Während des vergangenen Jahrhunderts hat diese Kultur in der kosmopolitischen Bevölkerung Nordamerikas ihre beste Gelegenheit zur Durchmischung erhalten, und die Zukunft dieses Kontinents wird ebenso sehr durch die Qualität der Rassen­faktoren bestimmt werden, denen man den Eintritt in seine gegenwärtige und zukünftige Bevölkerung gestattet, wie durch das Niveau der sozialen Kultur, das man aufrechterhält.

80:9.17

[Verfasst durch einen Erzengel von Nebadon.]


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