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Die aufsteigenden Söhne Gottes

WIE bei vielen der Hauptgruppen von Universumswesen sind sieben allgemeine Klassen aufsteigender Gottessöhne offenbart worden:

40:0.2

1. Mit dem Vater fusionierte Sterbliche.

40:0.3

2. Mit dem Sohn fusionierte Sterbliche.

40:0.4

3. Mit dem Geist fusionierte Sterbliche.

40:0.5

4. Evolutionäre Seraphim.

40:0.6

5. Aufsteigende Materielle Söhne.

40:0.7

6. Transferierte Mittler.

40:0.8

7. Personifizierte Justierer.

40:0.9

Die Geschichte dieser Wesen von den niedrigen Sterblichen tierischen Ursprungs der evolutionären Welten bis zu den Personifizierten Justierern des Universalen Vaters ist zugleich auch eine glorreiche Darstellung des sich durch alle Zeiten ziehenden und in allen Universen der gewaltigen Schöpfung der Paradies-Gottheiten geübten schrankenlosen Schenkens göttlicher Liebe und gnadenvollen Sichherabbeugens.

40:0.10

Unsere Ausführungen haben mit einer Beschreibung der Gottheiten begonnen, und Gruppe um Gruppe ist die Erzählung auf der universellen Stufenleiter lebender Wesen hinabgestiegen bis zur niedrigsten mit dem Potential zur Unsterblichkeit begabten Lebensordnung; und jetzt bin ich – ein einst auf einer evolutionären Welt des Raums geborener Sterblicher – von Salvington hergesandt worden, um weiterzufahren mit der sorgfältigen Beschreibung dessen, was die Götter mit den aufsteigenden Sohnesordnungen und im Besonderen mit den sterblichen Geschöpfen von Zeit und Raum in der Ewigkeit vorhaben.

40:0.11

Da sich der größere Teil dieser Schrift der Behandlung der drei grundlegenden Ordnungen aufsteigender Sterblicher widmen wird, schenken wir unsere Aufmerksamkeit zuerst den nicht-sterblichen aufsteigenden Sohnesordnungen – den seraphischen, adamischen, Mittler- und Justiererordnungen.

1. Evolutionäre Seraphim

40:1.1

Die sterblichen Geschöpfe tierischen Ursprungs sind nicht die einzigen Wesen, die sich des Privilegs der Sohnschaft erfreuen; auch die Heerscharen der Engel teilen mit ihnen die himmlische Möglichkeit, das Paradies zu erreichen. Durch Erfahrung und Dienst bei den aufsteigenden Sterblichen der Zeit gelangen auch die seraphischen Hüter zum Status aufsteigender Sohnschaft. Solche Engel erreichen das Paradies über Seraphington, und viele von ihnen werden sogar in das Finalitätskorps der Sterblichen aufgenommen.

40:1.2

Die himmlischen Höhen der Gottessohnschaft eines Finalisten zu erklimmen, ist für einen Engel eine meisterliche Vollbringung, eine Leistung, die weit über eure Erlangung des ewigen Fortlebens durch den Plan des Ewigen Sohnes und die immer gegenwärtige Hilfe des euch innewohnenden Justierers hinausgeht; aber die Hüterseraphim und gelegentlich auch andere schaffen tatsächlich einen derartigen Aufstieg.

2. Aufsteigende Materielle Söhne

40:2.1

Die Materiellen Söhne Gottes werden in einem Lokaluniversum wie die Melchisedeks und ihre Mitarbeiter erschaffen, die alle zu den niedersteigenden Söhnen gerechnet werden. Und in der Tat sind die Planetarischen Adame – die Materiellen Söhne und Töchter der evolutionären Welten – niedersteigende Söhne, die von ihren Heimatsphären, den Kapitalen der Lokalsysteme, auf die bewohnten Welten herabkommen.

40:2.2

Wenn solch ein Adam und solch eine Eva bei ihrer gemeinsamen planetarischen Mission als biologische Veredler gänzlich erfolgreich sind, teilen sie die Bestimmung der Bewohner ihrer Welt. Und wenn diese Welt einmal in den vorgerückten Stadien des Lichts und Lebens verankert ist, wird ihren getreuen Materiellen Verwaltern erlaubt, all ihre planetarischen administrativen Pflichten aufzugeben; den so von ihrem niedersteigenden Abenteuer Befreiten wird jetzt gestattet, sich in die Register des Lokaluniversums als vervollkommnete Materielle Söhne einzutragen. Auf dieselbe Weise können sich Materielle Söhne mit stationärem Status – Bürger des Lokalsystems – von den Aktivitäten ihrer Statussphären zurückziehen, wenn ihre planetarische Zuteilung lange hinausgeschoben worden ist, und sich ebenfalls als vervollkommnete Materielle Söhne registrieren lassen. Nach diesen Formalitäten sind solche befreiten Adame und Evas als aufsteigende Söhne Gottes beglaubigt und können unverzüglich mit ihrer langen Reise nach Havona und dem Paradies beginnen, wobei sie genau an dem Punkt starten, wo sich ihr Status und ihre geistige Entwicklung in jenem Augenblick befinden. Und sie machen diese Reise zusammen mit den sterblichen und anderen aufsteigenden Söhnen und hören nicht auf, bis sie Gott gefunden und das Finalitätskorps der Sterblichen im ewigen Dienst an den Paradies-Gottheiten erreicht haben.

3. Transferierte Mittler

40:3.1

Obwohl sie nicht in den unmittelbaren Genuss der planetarischen Selbsthingaben der niedersteigenden Söhne Gottes kommen und obwohl ihr Aufstieg zum Paradies lange auf sich warten lässt, werden doch beide Gruppen von Mittler-Geschöpfen schließlich aus dem planetarischen Dienst entlassen, bald nachdem ein evolutionärer Planet die Zwischenstadien des Lichts und Lebens erreicht hat – wenn nicht schon vorher. Manchmal geschieht die Trans­ferierung der meisten von ihnen, zusammen mit ihren menschlichen Vettern, am Tag des Niedersteigens des Tempels des Lichts und der Erhebung des Planetarischen Fürsten zur Würde eines Planetarischen Souveräns. Nach ihrer Entlassung aus dem planetarischen Dienst werden beide Ordnungen im Lokal­universum als aufsteigende Gottessöhne registriert und beginnen unverzüglich mit ihrem langen Aufstieg zum Paradies auf den für den Fortschritt der sterblichen Rassen der materiellen Welten vorgezeichneten Pfaden. Die Bestim­mung der primären Gruppe sind verschiedene Finalistenkorps, aber der Weg aller sekundären oder adamischen Mittler führt zur Eingliederung in das Finalitätskorps der Sterblichen.

4. Personifizierte Justierer

40:4.1

Wenn es den Sterblichen der Zeit misslingt, ihren Seelen in planetarischer Zusammenarbeit mit dem geistigen Geschenk des Universalen Vaters das ewige Fortleben zu sichern, beruht ein solches Scheitern nie irgendwie darauf, dass der Justierer seine Pflicht, seine Fürsorge oder seinen Dienst vernachlässigt oder es an Hingabe hätte fehlen lassen. Beim Tod des Sterblichen kehren diese verlassenen Mentoren nach Divinington zurück. Später, nachdem der Nicht-Fortlebende gerichtet worden ist, können sie den Welten von Zeit und Raum von Neuem zugeteilt werden. Manchmal, nach wiederholten Diensten dieser Art oder nach einer außergewöhnlichen Erfahrung wie etwa dem Dienst als innewohnender Justierer eines inkarnierten Sohnes der Selbsthingabe, werden diese wirksamen Justierer durch den Universalen Vater personifiziert.

40:4.2

Personifizierte Justierer sind Wesen von einmaliger und unergründlicher Art. Während ihr Status ursprünglich existentiell und vorpersönlich ist, sind sie durch die Teilnahme an Leben und Laufbahn der niederen Sterblichen der materiellen Welten auch zu Erfahrungswesen geworden. Und weil die diesen erfahrenen Gedankenjustierern verliehene Persönlichkeit ihren Ursprung und Urquell in des Universalen Vaters persönlicher und unablässiger Austeilung erfahrungsmäßiger Persönlichkeit an seine Geschöpfes-Schöpfung hat, werden diese Personifizierten Justierer den aufsteigenden Söhnen Gottes zugerechnet, wobei sie die höchste all dieser Sohnesordnungen darstellen.

5. Sterbliche von Zeit und Raum

40:5.1

Die Sterblichen bilden das letzte Glied in der Kette der Wesen, die man Söhne Gottes nennt. Das persönliche Gepräge des Ursprünglichen und Ewigen Sohnes pflanzt sich nach unten fort in einer Folge von abnehmend göttlichen und zunehmend menschlichen Personifizierungen, bis ein Wesen gerade wie ihr erscheint, das ihr sehen, hören und berühren könnt. Und dann bringt man die große Wahrheit in euer geistiges Bewusstsein, die euer Glaube vielleicht fassen kann – dass ihr Söhne des ewigen Gottes seid!

40:5.2

Desgleichen nähert sich der Ursprüngliche und Unendliche Geist durch eine lange Serie von abnehmend göttlichen und zunehmend menschlicheren Ordnungen immer mehr den kämpfenden Geschöpfen der Welten und findet die Grenze seiner Ausdrucksfähigkeit in den Engeln – ihr seid um ein Weniges geringer erschaffen worden als sie –, die euch auf der Lebensreise eures zeitlichen Werdegangs von Sterblichen persönlich behüten und führen.

40:5.3

Gott der Vater steigt selber nicht auf diese Weise herab, um in so engen persönlichen Kontakt mit der beinahe grenzenlosen Zahl aufsteigender Geschöpfe im ganzen Universum der Universen zu treten – er kann es nicht. Aber der Vater muss den persönlichen Kontakt mit seinen niederen Geschöpfen deshalb nicht entbehren; ihr seid nicht ohne die göttliche Gegenwart. Obwohl Gott der Vater nicht direkt, persönlich manifestiert, bei euch sein kann, ist er doch in euch und ein Teil von euch in der Identität des euch innewohnenden Gedankenjustierers, des göttlichen Mentors. So tritt der Vater, der an Persönlichkeit und Geist am weitesten von euch entfernt ist, am nächsten an euch heran über seinen Persönlichkeitskreis und im geistigen Kontakt innerer Verbindung mit den Seelen seiner sterblichen Söhne und Töchter.

40:5.4

Die Identifikation mit dem Geist ist das Geheimnis des persönlichen Fortlebens; sie ist entscheidend für die Bestimmung des geistigen Aufstiegs. Und da die Gedankenjustierer die einzigen Geiste mit Fusionspotential sind, die sich mit dem Menschen während seines Erdenlebens identifizieren können, teilt man die Sterblichen von Zeit und Raum primär nach ihrer Beziehung zu diesen göttlichen Geschenken, den sie bewohnenden Unergründlichen Mentoren, ein. Diese Einteilung geschieht wie folgt:

40:5.5

1. Sterbliche mit einem sich bei ihnen vorübergehend, erfahrungsmäßig aufhaltenden Justierer.

40:5.6

2. Sterbliche der Typen, die nicht mit dem Justierer fusionieren.

40:5.7

3. Sterbliche mit dem Potential zur Fusion mit dem Justierer.

40:5.8

Erste Serie – Sterbliche mit einem sich bei ihnen vorübergehend, erfahrungsmäßig aufhaltenden Justierer. Diese Serienbezeichnung gilt vorübergehend für jeden Planeten, indem sie für die frühen Stadien aller bewohnten Welten mit Ausnahme derjenigen der zweiten Serie gilt.

40:5.9

Die Sterblichen der ersten Serie wohnen auf den Welten des Raums während der früheren Epochen der Menschheitsentwicklung und umfassen die primitivsten Typen menschlicher Intelligenz. Auf vielen Welten wie auf dem voradamischen Urantia gewinnen höhere und fortgeschrittenere Typen primitiver Menschen in großer Zahl die Voraussetzungen zum Fortleben nach dem Tode, bringen es aber nicht bis zur Justiererfusion. Zeitalter nach Zeitalter, vor dem Aufstieg der Menschen zur Ebene höheren geistigen Wollens, bewohnen die Justierer den Verstand dieser kämpfenden Geschöpfe während ihres kurzen Erdenlebens, und im Augenblick, da solche Willensgeschöpfe von Justierern bewohnt werden, treten die kollektiven Schutzengel in Funktion. Wenn diese Sterblichen der ersten Serie auch keine persönlichen Beschützer haben, so besitzen sie doch Gruppenhüter.

40:5.10

Ein erfahrungsmäßiger Justierer bleibt bei einem primitiven menschlichen Wesen während dessen ganzen Erdenlebens. Die Justierer tragen viel zum Vorwärtskommen der primitiven Menschen bei, sind aber außerstande, mit solchen Sterblichen ewige Verbindungen einzugehen. Dieses zeitlich begrenzte Wirken erfüllt zwei Dinge: Erstens gewinnen sie eine wertvolle und wirkliche Erfahrung von Wesen und Arbeitsweise des evolutionären Intellekts, eine Erfahrung von unschätzbarem Wert für spätere Kontakte mit höher entwickelten Wesen auf anderen Welten. Und zweitens trägt der vorübergehende Aufenthalt der Justierer viel dazu bei, ihre sterblichen Schutzbefohlenen auf eine mögliche spätere Fusion mit dem Geist vorzubereiten. Alle Gott suchenden Seelen dieses Typs erreichen das ewige Leben in der geistigen Umfangung durch den Muttergeist des Lokaluniversums und werden dadurch zu aufsteigenden Sterblichen der lokaluniversellen Ordnung. Viele Personen des voradamischen Urantia wurden so auf die Residenzwelten Satanias befördert.

40:5.11

Die Götter, die anordneten, dass sich der sterbliche Mensch durch lange Zeitalter evolutionärer Prüfungen und Beschwernisse zu höheren Ebenen geistiger Einsicht emporarbeite, tragen seinem Status und seinen Bedürfnissen an jeder Stelle seines Aufstiegs Rechnung; und immer sind sie, wenn sie endgültig über diese ringenden Sterblichen der frühen Tage der sich entwickelnden Rassen Gericht halten, göttlich fair und gerecht, ja sogar voll bezaubernden Erbarmens.

40:5.12

Zweite Serie – Sterbliche der Typen, die nicht mit dem Justierer fusionieren. Das sind spezialisierte Typen menschlicher Wesen, die mit den ihnen innewohnenden Justierern keine ewige Verbindung eingehen können. Die Einteilung der Rassen in ein-, zwei- und dreihirnige Typen hat mit der Justiererfusion nichts zu tun; all diese Sterblichen sind miteinander verwandt, aber die Typen ohne Justiererfusion sind eine völlig verschiedene und bedeutend abgeänderte Ordnung von Willensgeschöp­fen. Viele von den Nichtatmern gehören dieser Serie an, und daneben gibt es noch zahlreiche andere Gruppen, die gewöhnlich nicht mit ihren Justierern fusionieren.

40:5.13

Wie bei der ersten Serie erfreut sich jedes Mitglied dieser Gruppe während seines inkarnierten Lebens der Betreuung durch einen einzelnen Justierer. Während des zeitlichen Lebens tun diese Justierer für die Schützlinge, die sie bewohnen, all das, was auf anderen Welten getan wird, wo die Sterblichen das Potential zur Fusion besitzen. Die Sterblichen dieser zweiten Serie werden oft von jungfräulichen Justierern bewohnt, während die höheren menschlichen Typen mit meisterlichen und erfahrenen Mentoren verbunden sind.

40:5.14

Der aufsteigende Plan zur Erhöhung der Geschöpfe tierischen Ursprungs will, dass diesen Wesen derselbe hingebungsvolle Dienst der Söhne Gottes gewährt werde, wie er den Sterblichen vom Typ Urantias widerfährt. Auf den Planeten ohne Fusion ist die seraphische Zusammenarbeit mit den Justierern ebenso ausgiebig vorhanden wie auf den Welten mit Fusionspotential; die Schicksalshüter walten ihres Amtes auf solchen Sphären genauso wie auf Urantia und versehen zum Zeitpunkt des Fortlebens des Sterblichen, dann, wenn die fortlebende Seele mit dem Geist fusioniert, dieselben Funktionen.

40:5.15

Wenn ihr auf den Residenzwelten dereinst diesen Sterblichen des abgeänderten Typs begegnet, werdet ihr keine Schwierigkeiten haben, mit ihnen zu kommunizieren. Sie sprechen dort dieselbe Systemsprache, aber mittels einer abgeänderten Technik. Diese Wesen sind mit eurer Ordnung des Geschöpfeslebens in den Äußerungen des Geistes und der Persönlichkeit identisch und unterscheiden sich von euch nur in gewissen physischen Merkmalen und durch die Tatsache, dass sie nicht mit Gedankenjustierern fusionieren können.

40:5.16

Aus welchem genauen Grunde dieser Geschöpfestyp nie mit den Justierern des Universalen Vaters zu fusionieren vermag, kann ich nicht sagen. Einige von uns neigen zu der Annahme, dass sich die Lebensbringer bei ihren Bemühungen um den Entwurf von Wesen, die in einem ungewöhnlichen planetarischen Umfeld überlebensfähig sind, vor die Notwendigkeit gestellt sehen, am Universumsplan intelligenter Willensgeschöpfe derart radikale Änderungen vorzunehmen, dass es aus der Sache heraus unmöglich wird, zu einer dauernden Verbindung mit den Justierern zu gelangen. Oft haben wir uns gefragt: Ist dies ein beabsichtigter oder ein unbeabsichtigter Teil des Aufstiegsplans? Aber wir haben die Antwort darauf nicht gefunden.

40:5.17

Dritte Serie – Sterbliche mit dem Potential zur Fusion mit dem Justierer. Alle mit dem Vater fusionierten Wesen sind tierischen Ursprungs, gerade wie die Rassen Urantias. Sie umfassen die Sterblichen des ein-, zwei- und dreihirnigen Typs, die das Potential zur Fusion mit dem Justierer besitzen. Die Urantianer gehören dem mittleren oder zweihirnigen Typ an, der den einhirnigen Gruppen in mancher Beziehung menschlich überlegen, aber verglichen mit den dreihirnigen Ordnungen entschieden beschränkt ist. Die verschiedene physische Hirnbegabung dieser drei Typen hat keinen Einfluss auf die Vergabe der Justierer, auf den seraphischen Dienst oder auf irgendeine andere Phase geistiger Betreuung. Das intellektuelle und geistige Gefälle zwischen den drei Hirntypen charakterisiert Individuen, die im Übrigen in Bezug auf Verstandesbegabung und geistiges Potential ganz gleich sind. Dieses Gefälle ist am größten während des zeitlichen Lebens und hat, während die Residenzwelten eine nach der anderen durchlaufen werden, abnehmende Tendenz. Vom Systemhauptsitz an ist der Fortschritt aller drei Typen derselbe, und ihre schließliche paradiesische Bestimmung ist identisch.

40:5.18

Die nicht nummerierte Serie. Diese Beschreibungen können unmöglich all die faszinierenden Variationen der evolutionären Welten enthalten. Wie ihr wisst, ist jede zehnte Welt ein dezimaler oder Experimentierplanet, aber ihr wisst nichts über die anderen Abweichungen, die in der Prozession der evolutionären Sphären da und dort auftreten. Es gibt sogar zwischen den offenbarten Ordnungen lebender Geschöpfe sowie zwischen Planeten derselben Gruppe zu zahlreiche Unterschiede, als dass man sie erwähnen könnte, aber diese Darstel­lung will die wesentlichen Unterschiede hinsichtlich der aufsteigenden Laufbahn klar machen. Denn die aufsteigende Laufbahn ist der wichtigste Faktor bei jeder Betrachtung der Sterblichen von Raum und Zeit.

40:5.19

Was die Chancen der Sterblichen für das Fortleben angeht, so lasst uns ein für alle Mal klar machen: Alle Seelen jeder denkbaren sterblichen Existenzphase werden fortleben, vorausgesetzt, sie legen einen Willen zur Zusammenarbeit mit dem ihnen innewohnenden Justierer an den Tag und zeigen den Wunsch, Gott zu finden und göttliche Vollkommenheit zu erreichen, auch wenn solche Wünsche nicht mehr sein sollten als das erste schwache Aufflackern der primitiven Erahnung jenes „wahren Lichts, das in jedem Menschen leuchtet, der auf die Welt kommt“.

6. Die Glaubenssöhne Gottes

40:6.1

Die sterblichen Rassen stellen die niedrigste Ordnung intelligenter und persönlicher Schöpfung dar. Ihr Sterblichen werdet göttlich geliebt, und jeder von euch hat die Wahl, sich für das sichere Schicksal einer ruhmreichen Erfahrung zu entscheiden, aber ihr gehört eurer Natur nach noch nicht zur göttlichen Ordnung; ihr seid ganz und gar sterblich. Ihr werdet von dem Augenblick an, da die Fusion stattfindet, den aufsteigenden Söhnen zugerechnet, aber vor diesem Ereignis der schließlichen Verschmelzung der fortlebenden sterblichen Seele mit irgendeinem Typ ewigen und unsterblichen Geistes ist der Status der Sterblichen von Zeit und Raum derjenige von Glaubenssöhnen.

40:6.2

Es ist eine feierliche und himmlische Tatsache, dass solch niedere materielle Geschöpfe wie die menschlichen Wesen Urantias Söhne Gottes sind, Glaubenskinder des Allerhöchsten. „Siehe, welch eine Liebe hat der Vater uns geschenkt, dass wir Söhne Gottes heißen sollen.“ „Allen, die ihn empfingen, gab er die Macht zu erkennen, dass sie Söhne Gottes sind.“ Obwohl „jetzt noch nicht erkennbar ist, was ihr dereinst sein werdet, so seid ihr“ jetzt schon „Söhne Gottes durch den Glauben“; „denn ihr habt nicht den Geist der Sklaverei empfangen, um euch wiederum zu fürchten, sondern ihr habt den Geist der Sohnschaft empfangen, der euch ausrufen lässt: ‚Unser Vater‘“. So sprach der Prophet von einst im Namen des ewigen Gottes: „Sogar ihnen will ich in meinem Hause einen Platz geben und einen Namen, der noch vortrefflicher ist als der von Söhnen; ich will ihnen einen ewigen Namen geben, einen, der nie vergehen wird.“ „Und weil ihr Söhne seid, hat Gott den Geist seines Sohnes in eure Herzen gesandt.“

40:6.3

Alle von Sterblichen bewohnten evolutionären Welten beherbergen diese Glaubenssöhne Gottes, Söhne der Gnade und des Erbarmens, sterbliche Wesen, die zur göttlichen Familie gehören und deshalb Söhne Gottes heißen. Die Sterblichen Urantias haben aus folgenden Gründen das Recht, sich als Söhne Gottes zu betrachten:

40:6.4

1. Ihr seid Söhne eines geistigen Versprechens, Glaubenssöhne; ihr habt den Status der Sohnschaft bejaht: Ihr glaubt an die Realität eurer Sohnschaft, und dadurch wird eure Sohnesbeziehung zu Gott eine ewige Realität.

40:6.5

2. Ein Schöpfersohn ist einer von euch geworden; er ist tatsächlich euer älterer Bruder; und wenn ihr im Geiste wahrhaftige Brüder Christi, des siegreichen Michael, werdet, müsst ihr im Geiste auch die Söhne jenes euch beiden gemeinsamen Vaters sein – eben des Universalen Vaters aller.

40:6.6

3. Ihr seid Söhne, weil der Geist eines Sohnes über euch ausgegossen, an alle Rassen Urantias freigebig und gewiss ausgeteilt wurde. Dieser Geist zieht euch stets zum göttlichen Sohn, aus welchem er kommt, und zum Paradies-Vater, aus welchem dieser göttliche Sohn kommt.

40:6.7

4. Aus seinem göttlichen freien Willen heraus hat der Universale Vater euch eure Geschöpfespersönlichkeit geschenkt. Ihr habt als Gabe eine Portion von jener göttlichen Spontaneität freier Willenshandlung erhalten, die Gott mit allen teilt, die seine Söhne werden wollen.

40:6.8

5. In euch wohnt ein Fragment des Universalen Vaters, und ihr steht so direkt mit dem göttlichen Vater aller Söhne Gottes in Verbindung.

7. Mit dem Vater fusionierte Sterbliche

40:7.1

Die Aussendung der Justierer, ihr Innewohnen, ist wirklich eines der unergründlichen Mysterien Gottes des Vaters. Diese Fragmente der göttlichen Natur des Universalen Vaters bergen in sich das Unsterblichkeitspotential der Geschöpfe. Justierer sind unsterbliche Geiste, und die Vereinigung mit ihnen verleiht den Seelen der fusionierten Sterblichen ewiges Leben.

40:7.2

Eure eigenen Rassen fortlebender Sterblicher gehören dieser Gruppe der aufsteigenden Gottessöhne an. Ihr seid jetzt planetarische Söhne, evolutionäre Geschöpfe, die sich aus den Ansiedlungen des Lebens durch die Lebensbringer herleiten und durch den Zuschuss adamischen Lebens verändert worden sind, aber wohl schwerlich aufsteigende Söhne; hingegen seid ihr tatsächlich Söhne mit dem Potential zum Aufstieg – sogar bis zu den höchsten Höhen der Herrlichkeit und der Erlangung von Göttlichkeit –, und diesen geistigen Status von aufsteigenden Söhnen könnt ihr erwerben durch euren Glauben und eure freiwillige Zusammenarbeit mit den vergeistigenden Aktivitäten des euch bewohnenden Justierers. Wenn ihr und euer Justierer schließlich und für immer fusioniert, wenn aus euch zwei einer geworden ist, so wie in Christus Michael der Gottessohn und der Menschensohn eins sind, seid ihr tatsächlich aufsteigende Söhne Gottes geworden.

40:7.3

Ins Einzelne der Justiererlaufbahn inneren Dienstes auf einem evolutionären Probeplaneten zu gehen, gehört nicht zu meiner Aufgabe; das Werden dieser großen Wahrheit umfasst euren gesamten irdischen Weg. Ich erwähne hier gewisse Justiererfunktionen nur, um eine vollständige Beschreibung der mit dem Justierer fusionierten Sterblichen zu geben. Die inwendigen Gottesfragmente wohnen bei den Wesen eurer Ordnung von den frühen Tagen der physischen Existenz an und begleiten euch während eurer ganzen aufsteigenden Laufbahn durch Nebadon und Orvonton und weiter durch Havona bis ins Paradies selber. Und hernach, im ewigen Abenteuer, ist derselbe Justierer eins mit euch, gehört zu euch.

40:7.4

Das sind die Sterblichen, denen der Universale Vater das Gebot gegeben hat: „Seid vollkommen, wie ich vollkommen bin.“ Der Vater hat sich euch geschenkt, hat seinen eigenen Geist in euch gelegt; deshalb verlangt er von euch letzte Vollkommenheit. Die Beschreibung des menschlichen Aufstiegs von den sterblichen Sphären der Zeit zu den göttlichen Reichen der Ewigkeit bildet einen fesselnden Bericht, der nicht zu meinem Auftrag gehört, aber diesem himmlischen Abenteuer sollte die höchste Aufmerksamkeit des sterblichen Menschen gelten.

40:7.5

Die Fusion mit einem Fragment des Universalen Vaters kommt einer göttlichen Bestätigung gleich, dass das Paradies schließlich erreicht werden wird, und solche mit dem Justierer fusionierte Sterbliche sind die einzige Klasse von menschlichen Wesen, die allesamt die Kreise Havonas durchlaufen und Gott im Paradies finden. Den mit dem Justierer fusionierten Sterblichen steht die Laufbahn universellen Dienstes weit offen. Welch eine würdige Bestimmung und ruhmreiche Vollbringung wartet auf jeden von euch! Ermesst ihr auch so richtig, was für euch getan worden ist? Erfasst ihr die Großartigkeit der sich vor euch ausbreitenden Höhen ewiger Vollbringung – ausgerechnet vor euch, die ihr euch jetzt in eurem so genannten „Tränental“ auf den niederen Pfaden des Lebens mühsam fortschleppt?

8. Mit dem Sohn fusionierte Sterbliche

40:8.1

Während praktisch alle fortlebenden Sterblichen mit ihrem Justierer auf einer der Residenzwelten oder unmittelbar nach ihrer Ankunft auf den höheren morontiellen Sphären fusionieren, gibt es bestimmte Fälle von aufgeschobener Fusion. Die Betroffenen erleben die endgültige Sicherheit des Fortlebens nicht, bevor sie die letzten Erziehungswelten des Universumshauptsitzes erreicht haben; und einige wenige von diesen sterblichen Anwärtern auf das ewige Leben scheitern völlig bei ihrem Bemühen, zur Identitätsfusion mit ihrem treuen Justierer zu gelangen.

40:8.2

Diese Sterblichen waren von den Gerichtsinstanzen als des Fortlebens würdig befunden worden, und selbst ihre Justierer hatten durch ihre Rückkehr von Divinington zu ihrem Aufstieg auf die Residenzwelten beigetragen. Diese Wesen durchliefen ein System, eine Konstellation und die Erziehungswelten des Salvingtonkreises; es wurden ihnen „siebzig mal sieben“ Gelegenheiten zur Fusion geboten und sie waren trotzdem unfähig, das Einssein mit ihrem Justierer zu erreichen.

40:8.3

Wenn es sich herausstellt, dass irgendein Synchronisierungsproblem die Fusion mit dem Vater verhindert, werden die Fortlebens-Schiedsrichter des Schöp­­fersohnes einberufen. Und wenn dieser durch einen persönlichen Ver­treter der Ältesten der Tage legitimierte Untersuchungsausschuss schließlich befindet, dass der aufsteigende Sterbliche sich keiner ersichtlichen Ursache für das Misslingen der Fusion schuldig gemacht hat, gibt er es so zu den Akten des Lokal­universums und leitet diesen Befund in aller Form an die Ältesten der Tage weiter. Hierauf kehrt der innewohnende Justierer unverzüglich zur Bestätigung durch die Personifizierten Mentoren nach Divinington zurück. Nach seinem Abschied fusioniert der morontielle Sterbliche augenblicklich mit einer individualisierten Gabe des Geistes des Schöpfersohnes.

40:8.4

Ungefähr so wie die Aufsteiger die morontiellen Sphären Nebadons mit den mit dem Geist fusionierten Sterblichen teilen, so teilen diese mit dem Sohn fusio­nierten Geschöpfe die Dienste Orvontons mit ihren mit dem Justierer fusio­nierten Brüdern, die nach innen reisen, der weit entfernten Paradies-Insel entgegen. Sie sind wahrhaftig eure Brüder und ihr werdet euch in ihrer Gesellschaft sehr wohl fühlen, wenn ihr die Schulungswelten des Superuni­versums durchlauft.

40:8.5

Die mit dem Sohn fusionierten Sterblichen sind keine zahlreiche Gruppe, gibt es ihrer im Superuniversum von Orvonton doch nur weniger als eine Million. Sie sind ihren mit dem Justierer fusionierten Mitarbeitern in jeder Hinsicht ebenbürtig, wenn man von deren Bestimmung zu Paradies-Bewohnern absieht. Sie reisen im Auftrag des Superuniversums häufig ins Paradies, wohnen dort aber nur selten dauernd, da sie als Klasse auf ihr heimatliches Superuniversum beschränkt sind.

9. Mit dem Geist fusionierte Sterbliche

40:9.1

Mit dem Geist fusionierte aufsteigende Sterbliche sind keine Persön­lich­keiten des Dritten Ursprungs; sie gehören dem Persönlichkeitskreislauf des Vaters an, aber sie haben mit Individualisierungen des vormentalen Geistes des Dritten Zentralen Ursprungs fusioniert. Eine solche Fusion mit dem Geist ereignet sich nie während der Spanne des natürlichen Lebens; sie findet erst zur Zeit des Wiederaufwachens der Sterblichen in der morontiellen Existenz auf den Residenzwelten statt. Es gibt bei der Fusionserfahrung kein Überlappen; das Willensgeschöpf hat entweder mit dem Geist oder mit dem Sohn oder mit dem Vater fusioniert. Wer mit dem Justierer oder Vater fusioniert hat, hat niemals mit dem Geist oder mit dem Sohn fusioniert.

40:9.2

Die Tatsache, dass diese Typen sterblicher Geschöpfe nicht Anwärter auf eine Fusion mit Justierern sind, hält diese nicht davon ab, sie während ihres inkarnierten Lebens zu bewohnen. Die Justierer arbeiten wohl in der Zeitspanne des materiellen Lebens im Verstand solcher Wesen, werden aber nie auf ewig mit den Seelen ihrer Mündel eins. Während dieses zeitlich begrenzten Aufenthaltes bauen die Justierer tatsächlich dasselbe geistige Gegenstück zur sterblichen Natur – die Seele – auf wie in den Anwärtern auf die Justierer-Fusion. Bis zum Tod des Sterblichen gleicht die Arbeit der Justierer genau ihrer Funktion bei euren eigenen Rassen, aber nach der mit dem Tode eintretenden Auflösung verabschieden sich die Justierer auf ewig von diesen Anwärtern auf die Fusion mit dem Geist und begeben sich direkt nach Divinington, dem Hauptquartier aller göttlichen Mentoren, um dort auf neue Aufträge ihrer Ordnung zu warten.

40:9.3

Wenn die schlafenden Fortlebenden auf den Residenzwelten neu personifiziert werden, wird der Platz des weggegangenen Justierers von einer Individualisierung des Geistes der Göttlichen Ministerin eingenommen, der Repräsentantin des Unendlichen Geistes im betreffenden Lokaluniversum. Diese Geisteinflößung macht aus den fortlebenden Geschöpfen mit dem Geist fusionierte Sterbliche. Solche Wesen sind euch in jeder Hinsicht ebenbürtig an Verstand und Geist; und sie sind wirklich eure Zeitgenossen, die mit eurer Ordnung von Fusionsanwärtern und mit denen, deren Bestimmung die Sohnesfusion ist, die Residenzwelten und die morontiellen Sphären teilen.

40:9.4

Es gibt indessen eine Besonderheit, in der sich mit dem Geist fusionierte Sterbliche von ihren aufsteigenden Brüdern unterscheiden: Die sterbliche Erinnerung an die menschliche Erfahrung auf den materiellen Geburtswelten überlebt den leiblichen Tod, weil der innewohnende Justierer eine geistige Entspre­chung oder Transkription jener Ereignisse des menschlichen Lebens, die eine geistige Bedeutung besaßen, erworben hat. Aber bei den mit dem Geist fusionierten Sterblichen existiert kein solcher Mechanismus, dank welchem das menschliche Gedächtnis bestehen bleiben könnte. Die Gedächtnistranskriptionen der Justierer sind vollständig und wohlerhalten, aber diese Erwerbungen sind erfahrungs­mäßiger Besitz der weggegangenen Justierer und stehen den von ihnen früher bewohnten Geschöpfen nicht zur Verfügung, die deshalb in den Auferstehungshallen der morontiellen Sphären Nebadons erwachen, als wären sie neu erschaffene Wesen, Geschöpfe ohne jede Erinnerung an eine frühere Existenz.

40:9.5

Diese Kinder des Lokaluniversums werden befähigt, viel von den in ihrem menschlichen Gedächtnis aufbewahrten früheren Erfahrungen dadurch zurückzugewinnen, dass die mit ihnen verbundenen Seraphim und Cherubim sie ihnen wiederum erzählen, und dadurch, das sie Einblick nehmen in die durch die Chronistenengel archivierten Aufzeichnungen ihres sterblichen Lebenslaufs. Das können sie mit zweifelsfreier Gewissheit tun, weil ihre fortlebende Seele, die dem erfahrungsmäßigen materiellen und sterblichen Leben entstammt, zwar keine Erinnerung an sterbliche Ereignisse hat, sehr wohl aber im Besitze eines Rests von erfahrungsmäßiger, wiedererkennender Ansprechbarkeit auf diese nichterinnerten, früher erfahrenen Geschehnisse ist.

40:9.6

Wenn man einem mit dem Geist fusionierten Sterblichen vergangene Erlebnisse erzählt, an die er sich nicht erinnert, gibt es in der Seele (Identität) dieses Fortlebenden eine sofortige Antwort erfahrungsmäßigen Wiedererkennens, welche das erzählte Geschehnis augenblicklich mit dem emotionalen Geschmack der Realität und mit der intellektuellen Qualität von Tatsachen versieht; und diese doppelte Antwort bildet die Rekonstruktion, das Wiedererkennen und die Gültigerklärung einer nicht erinnerten Facette sterblicher Erfahrung.

40:9.7

Auch bei den Anwärtern auf die Justierer-Fusion sind nur diejenigen menschlichen Erfahrungen, welche einen geistigen Wert besaßen, gemeinsamer Besitz des fortlebenden Sterblichen und des zurückkehrenden Justierers und erscheinen nach dem Fortleben des Sterblichen unverzüglich in seiner Erinnerung. Was Geschehnisse betrifft, die geistig bedeutungslos waren, so müssen sich auch diese mit dem Justierer Fusionierten auf die Eigenschaft der wiedererkennenden Ansprechbarkeit der fortlebenden Seele verlassen. Und da jedes Ereignis vielleicht für den einen Sterblichen, nicht aber für einen anderen eine geistige Bedeutung haben kann, wird es einer Gruppe von zeitgenössischen, demselben Planeten entstammenden Aufsteigern möglich, ihre Vorräte an Ereignissen, die in der Erinnerung ihrer Justierer leben, zusammenzulegen und so jede Erfahrung zu rekonstruieren, die sie gemeinsam gemacht haben und die im Leben irgendeines von ihnen einen geistigen Wert besessen hat.

40:9.8

Wir verstehen solche Techniken der Gedächtnisrekonstruktion recht gut, aber die Technik des Wiedererkennens der Persönlichkeit begreifen wir nicht. Persönlichkeiten, die einst miteinander Umgang pflegten, reagieren aufeinander ganz unabhängig von der Gedächtnisfunktion, obwohl gerade das Gedächtnis und die Techniken seiner Rekonstruktion nötig sind, um solch gegenseitiges Anspre­chen auf die Persönlichkeit mit der Fülle des Wiedererkennens auszustatten.

40:9.9

Ein mit dem Geist fusionierter Fortlebender kann über sein inkarniertes Leben auch viel erfahren, indem er nach Ablauf der planetarischen Dispensation, in der er lebte, wiederum seine Geburtswelt besucht. Man ermöglicht es diesen mit dem Geist fusionierten Kindern, sich solcher Gelegenheiten zur Erforschung ihrer menschlichen Laufbahn zu erfreuen, da ihr Dienst im Allgemeinen auf das Lokaluniversum beschränkt bleibt. Sie teilen nicht eure hohe und herrliche Bestimmung im Paradies­-Korps der Finalität; nur mit dem Justierer fusionierte Sterbliche oder andere besonders umfangene aufsteigende Wesen können in die Reihen derer eintreten, die auf das ewige Gottheitsabenteuer warten. Die mit dem Geist fusionierten Sterblichen sind die dauernden Bürger der Lokaluniversen; sie können die paradiesische Bestimmung wohl anstreben, ihrer aber nicht sicher sein. In Nebadon ist die achte, Salvington umringende Weltengruppe ihre Universumsheimat, ein Himmel der Bestimmung, der seiner Natur und Lage nach stark demjenigen gleicht, den sich die planetarischen Überlieferungen Urantias vorstellen.

10. Aufsteigende Bestimmungen

40:10.1

Mit dem Geist fusionierte Sterbliche sind im Allgemeinen auf ein Lokal­universum beschränkt; mit dem Sohn fusionierte Fortlebende bleiben in den Grenzen eines Superuniversums; den mit dem Justierer fusionierten Sterblichen ist bestimmt, in das Universum der Universen vorzudringen. Die mit den Sterblichen fusionierenden Geiste steigen immer zu ihrer Ursprungsebene auf; diese geistigen Wesenheiten kehren unfehlbar zur Sphäre ihres Ursprungs zurück.

40:10.2

Die mit dem Geist fusionierten Sterblichen gehören zum Lokaluniversum; ihr Aufstieg führt sie gewöhnlich nicht über die Grenzen ihres Heimatreichs hinaus, nicht jenseits der Schranken des Raumbezirks des Geistes, der sie durchdringt. Desgleichen erheben sich mit dem Sohn fusionierte Aufsteiger bis zur Quelle ihrer Geistbegabung, denn so wie der Geist der Wahrheit eines Schöpfersohnes in der mit ihm verbundenen Göttlichen Ministerin zentriert ist, so wird sein „Geist der Fusion“ von den Reflexiven Geisten der höheren Universen in Kraft gesetzt. Derartige Geistesbeziehungen zwischen den lokal- und superuniversellen Ebenen des Siebenfachen Gottes sind vielleicht schwer zu erklären, aber nicht schwer festzustellen, denn sie werden in den Kindern der Reflexiven Geiste – den sekoraphischen Stimmen der Schöpfersöhne – unverkennbar offenbart. Der Gedankenjustierer, der aus dem Vater im Paradies kommt, hält nie inne, bis der sterbliche Sohn dem ewigen Gott von Angesicht zu Angesicht gegenübersteht.

40:10.3

Die geheimnisvollen Unterschiede in der Technik der Vereinigung, die darüber entscheiden, ob ein sterbliches Wesen mit seinem ihm innewohnenden Gedankenjustierer fusionieren kann oder nicht, scheinen einen Mangel im Aufstiegsplan aufzudecken; oberflächlich betrachtet erscheinen Sohn- und Geistfusion wie eine Entschädigung für nicht erklärte Fehler in gewissen Einzelheiten des Plans zur Erreichung des Paradieses zu sein; aber alle derartigen Schlüsse sind irrig; man lehrt uns, dass sich all diese Geschehnisse in Befolgung der durch die Supremen Universumslenker erlassenen Gesetze abspielen.

40:10.4

Wir haben dieses Problem analysiert und sind zum unzweifelhaften Schluss gelangt, dass es den Universen von Zeit und Raum gegenüber insofern ungerecht wäre, alle Sterblichen einer ultimen Paradies-Bestimmung zuzuführen, als dann die Gerichte der Schöpfersöhne und der Ältesten der Tage völlig auf die Dienste jener angewiesen wären, die sich nur auf der Durchreise zu höheren Reichen befinden. Und es scheint in der Tat nur recht und billig zu sein, dass den Regierungen von Lokal- und Superuniversen eine bleibende Gruppe von aufsteigenden Bürgern zur Verfügung steht; dass die Funktionen dieser Verwaltungen bereichert werden durch die Bemühungen von gewissen Gruppen verherrlichter Sterblicher mit Dauerstatus, evolutionärer Ergänzungen der Abandonter und Susatia. Nun ist es ganz offensichtlich, dass der gegenwärtige Aufstiegsplan die Verwaltungen von Zeit und Raum tatsächlich gerade mit solchen Gruppen aufsteigender Geschöpfe versorgt. Und oft haben wir uns gefragt: Ist das alles ein beabsichtigter Teil der allweisen Pläne der Architekten des Alluniversums, der dafür sorgen soll, dass den Schöpfersöhnen und den Ältesten der Tage eine bleibende aufsteigende Bevölkerung, hoch entwickelte Ordnungen von Bürgern zu Gebote stehen, die eine immer größere Kompetenz erlangen, um die Angelegenheiten dieser Reiche in den kommenden Universumszeitaltern voranzubringen?

40:10.5

Dass es in menschlicher Bestimmung solche Unterschiede gibt, beweist keineswegs, dass die eine notwendigerweise größer oder geringer als die andere ist, sondern nur, dass sie verschieden sind. In der Tat dehnt sich vor den mit dem Justierer fusionierten Aufsteigern in der ewigen Zukunft eine großartige und herrliche Laufbahn aus, aber das heißt nicht, dass sie ihren aufsteigenden Brüdern vorgezogen werden. Es gibt im Auswahlverfahren des göttlichen Plans für das Fortleben der Sterblichen keine Vorzugsbehandlung, nichts Willkürliches.

40:10.6

Obwohl sich die mit dem Justierer fusionierten Finalisten ganz offensichtlich der breitesten Dienstmöglichkeiten von allen erfreuen, schließt sie das Erreichen dieses Ziels automatisch von der Gelegenheit aus, an dem ganze Zeitalter währenden Ringen eines Universums oder Superuniversums teilzunehmen, von den früheren, weniger stabilisierten Epochen bis zu den späteren, gesetzten Ären, die eine relative Vollkommenheit erreicht haben. Die Finalisten gewinnen eine wunderbare und ausgedehnte Erfahrung beim vorübergehenden Dienst in allen sieben Segmenten des Großen Universums, aber sie gelangen gewöhnlich nicht zu jener innigen Vertrautheit mit einem einzelnen Universum, die schon jetzt die mit dem Geist fusionierten Veteranen des nebadonschen Korps der Vollendung charakterisiert. Diesen Wesen bietet sich die Gelegenheit, zu Zeugen der aufsteigenden Prozession der planetarischen Zeitalter zu werden, die sich eines nach dem anderen auf zehn Millionen bewohnten Welten entfalten. Und im treuen Dienst solcher Bürger des Lokaluniversums häuft sich Erfahrung auf Erfahrung, bis die Fülle der Zeit jene hohe Qualität der Weisheit reifen lässt, die aus einer konzentrierten Erfahrung hervorgeht – auf Autorität beruhende Weisheit –, und das ist in sich ein lebenswichtiger Faktor für die Stabilisierung jedes Lokaluniversums.

40:10.7

Was für die mit dem Geist Fusionierten gilt, ist auch für jene mit dem Sohn fusio­nierten Sterblichen wahr, die es bis zum Status von Bewohnern Uversas gebracht haben. Einige von diesen Wesen entstammen den frühesten Epochen Orvontons, und sie bilden einen langsam anwachsenden Körper der Weisheit und sich vertiefender Erkenntnis, der mit seinem Dienst immer mehr zum Wohlergehen und zur schließlichen Stabilisierung des siebenten Superuniversums beiträgt.

40:10.8

Wir wissen nicht, was für eine ultime Bestimmung auf diese stationären Ordnungen der Bürger von Lokal- und Superuniversen wartet, aber es ist durchaus möglich, dass zur gleichen Zeit, da die Finalisten des Paradieses an den vorrückenden Grenzen der Göttlichkeit in den Planetensystemen der ersten äußeren Raum­ebene Pionierleistungen vollbringen, ihre mit dem Sohn und dem Geist fusionierten ehemaligen Brüder im aufsteigenden evolutionären Kampf in angemessener Weise zur Aufrechterhaltung des durch Erfahrung gewonnenen Gleichgewichts der vervollkommneten Superuniversen beitragen und sich zugleich bereithalten werden, um die dann in Strömen aus den jetzt noch unerforschten und unbewohnten Galaxien des äußeren Raumes eintreffenden Paradiespilger zu begrüßen, die sich wohl in jenen weit entfernten Tagen wie ein gewaltiger, nach Geist verlangender Sturzbach durch Orvonton und dessen Schwesterschöpfungen ergießen werden.

40:10.9

Die mit dem Geist Fusionierten dienen in ihrer Mehrheit dauernd als Bürger der Lokaluniversen, aber nicht alle. Wenn irgendeine Phase ihres Universumsamtes ihre persönliche Anwesenheit im Superuniversum erfordern sollte, würden an diesen Bürgern gewisse Wesensverwandlungen vorgenommen, die sie zum Aufstieg in das höhere Universum befähigen würden; und nach Ankunft der Himmlischen Wächter mit dem Befehl, diese mit dem Geist fusionierten Sterblichen an den Gerichts­höfen der Ältesten der Tage vorzustellen, würden sie dahin aufsteigen, um nie wieder zurückzukehren. Sie werden zu Mündeln des Superuniversums und dienen den Himmlischen Wächtern als Assistenten, und dies für immer, mit Ausnahme der wenigen, die ihrerseits zum Dienst in Havona und im Paradies aufgerufen werden.

40:10.10

Gleich ihren mit dem Geist fusionierten Brüdern durchlaufen die mit dem Sohn Fusionierten weder Havona noch erreichen sie das Paradies, es sei denn, sie sind bestimmten Verwandlungen unterworfen worden. Aus guten und hinreichenden Gründen sind an gewissen mit dem Sohn fusionierten Fortlebenden solche Veränderungen vorgenommen worden, und diesen Wesen begegnet man da und dort auf den sieben Kreisen des Zentraluniversums. So kommt es, dass eine gewisse Zahl von mit dem Sohn und mit dem Geist fusionierten Sterblichen tatsächlich zum Paradies aufsteigt und ein Ziel erreicht, das in mancher Hinsicht demjenigen vergleichbar ist, das die mit dem Vater fusionierten Sterblichen erwartet.

40:10.11

Die mit dem Vater fusionierten Sterblichen sind potentielle Finalisten; ihre Bestimmung ist der Universale Vater, und sie erreichen ihn tatsächlich, aber aus dem Blickwinkel des gegenwärtigen Universumszeitalters haben die Finalisten als solche ihre Bestimmung noch nicht erreicht. Sie bleiben unvollendete Geschöpfe – Geiste der sechsten Stufe – und sind deshalb inaktiv in den evolutionären Bereichen, die dem Status des Lichts und Lebens vorangehen.

40:10.12

Wenn ein sterblicher Finalist von der Trinität umfangen wird – ein Trinitisierter Sohn wie zum Beispiel ein Mächtiger Botschafter wird – dann hat dieser Finalist seine Bestimmung erreicht, wenigstens im derzeitigen Univer­sums­zeitalter. Die Mächtigen Botschafter und ihresgleichen sind vielleicht genau genommen nicht Geiste der siebenten Stufe, aber nebst anderen Dingen verleiht ihnen die Umfangung durch die Trinität alles, was ein Finalist dereinst als ein Geist der siebenten Stufe gewinnen wird. Nachdem mit dem Geist oder mit dem Sohn fusionierte Sterbliche trinitisiert worden sind, machen sie die Erfahrung des Paradieses zusammen mit den mit dem Justierer fusionierten Aufsteigern, mit denen sie dann in allen Belangen, die die superuniverselle Verwaltung betreffen, identisch sind. Diese Trinitisierten Söhne der Erwählung oder der Vollbringung sind, wenigstens einstweilen, abgeschlossene Geschöpfe im Unterschied zu den Finalisten, die gegenwärtig unvollendete Geschöpfe sind.

40:10.13

Deshalb wäre es letztlich kaum angebracht, beim Vergleich der Bestim­mungen der aufsteigenden Sohnesordnungen die Ausdrücke „größer“ oder „geringer“ zu gebrauchen. Jeder dieser Gottessöhne hat Anteil an der Vaterschaft Gottes, und Gott liebt jeden seiner erschaffenen Söhne mit gleicher Liebe; er kennt ebenso wenig ein Ansehen der aufsteigenden Bestimmungen wie der Geschöpfe, die etwa solche Bestimmungen erreichen. Der Vater liebt jeden seiner Söhne, und diese Zuneigung ist nicht geringer als wahr, heilig, göttlich, gren­zenlos, ewig und einmalig – eine Liebe, die er diesem und jenem Sohn schenkt, individuell, persönlich und ausschließlich. Und eine derartige Liebe lässt alle anderen Tatsachen völlig in den Hintergrund treten. Die Sohnschaft ist die allerhöchste Beziehung des Geschöpfes zum Schöpfer.

40:10.14

Als Sterbliche könnt ihr jetzt euren Platz in der Familie göttlicher Sohnschaft erkennen und die Verpflichtung zu fühlen beginnen, von den Vorteilen Gebrauch zu machen, die der Paradies-Plan zum Fortleben der Sterblichen euch so freigiebig anbietet, der Plan, welcher durch die Lebenserfahrung eines Sohnes der Selbsthingabe auf so hohe Art erleuchtet worden ist. Jede Erleichterung und alle Macht sind bereitgestellt worden, um sicherzustellen, dass ihr letztendlich das paradiesische Ziel göttlicher Vollkommenheit erreichen werdet.

40:10.15

[Dargeboten von einem Mächtigen Botschafter, der vorübergehend zum Mitarbeiterstab Gabriels von Salvington gehört.]


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