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Mittwoch, der Ruhetag

WENN sie nicht unter dem Druck der Aufgabe standen, das Volk zu lehren, war es Jesu und seiner Apostel Gewohnheit, jeden Mittwoch von ihren Anstrengungen auszuruhen. An diesem besonderen Mittwoch frühstückten sie etwas später als gewöhnlich, und über dem Lager lastete eine unheilvolle Stille; während der ersten Hälfte dieser morgendlichen Mahlzeit wurde nur wenig gesprochen. Schließlich sagte Jesus: „Ich wünsche, dass ihr euch heute ausruht. Nehmt euch Zeit, um über alles nachzudenken, was sich seit unserer Ankunft in Jerusalem ereignet hat, und sinnt über das nach, was uns unmittelbar bevorsteht und worüber ich deutlich zu euch gesprochen habe. Sorgt dafür, dass euer Leben weiterhin von Wahrheit erfüllt ist und dass ihr täglich in der Gnade wachst.“

177:0.2

Nach dem Frühstück teilte der Meister Andreas mit, er beabsichtige, sich den Tag über wegzubegeben, und schlug vor, den Aposteln zu erlauben, die Zeit nach ihrem Gutdünken zu verbringen; aber unter gar keinen Umständen sollten sie das Stadtinnere Jerusalems betreten.

177:0.3

Als Jesus sich bereitmachte, allein in die Berge zu gehen, trat David Zebedäus an ihn heran und sagte: „Du weißt sehr wohl, Meister, dass die Phari­säer und Führer dir nach dem Leben trachten, und doch schickst du dich an, ganz allein in die Berge zu gehen. So etwas zu tun, ist reine Torheit; ich will dir deshalb drei gut vorbereitete Männer mitgeben, die darüber wachen werden, dass dir nichts Schlimmes zustößt.“ Jesus warf einen Blick auf die drei gut bewaffneten und stämmigen Galiläer und sagte zu David: „Du meinst es gut, aber du irrst dich insofern, als du nicht verstehst, dass der Menschensohn niemanden zu seiner Verteidigung braucht. Niemand wird bis zu der Stunde Hand an mich legen, da ich bereit bin, mein Leben im Einklang mit dem Willen meines Vaters hinzugeben. Diese Männer brauchen mich nicht zu begleiten. Ich wünsche, allein zu gehen, um mit meinem Vater Zwiesprache zu halten.“

177:0.4

Als sie diese Worte hörten, zogen sich David und seine bewaffneten Männer zurück; aber als nun Jesus allein aufbrach, ging Johannes Markus mit einem kleinen Korb, der Verpflegung und Wasser enthielt, auf ihn zu und gab zu bedenken, Jesus könnte wohl hungrig werden, wenn er beabsichtige, den ganzen Tag über abwesend zu sein. Der Meister lächelte Johannes zu und streckte die Hand aus, um den Korb zu nehmen.

1. Ein Tag allein mit Gott

177:1.1

Gerade als Jesus den Proviantkorb aus der Hand des Johannes nehmen wollte, wagte der junge Mann zu sagen: „Aber, Meister, es könnte sein, dass du den Korb abstellst, wenn du dich zum Beten abseits begibst, und dass du dann ohne ihn weitergehst. Außerdem wärest du beim Beten freier, wenn ich mitkäme, um das Mittagessen zu tragen; und ich werde bestimmt schweigsam sein. Ich werde keine Fragen stellen und bei dem Korb bleiben, während du allein beten gehst.“

177:1.2

Während dieser Worte, deren Verwegenheit einige der anwesenden Zuhörer erstaunte, erkühnte sich Johannes, den Korb festzuhalten. Da standen sie nun beide, Johannes und Jesus, und hielten den Korb. Da ließ der Meister ihn los, blickte auf den Jungen und sprach: „Da du dich von ganzem Herzen sehnst, mit mir zu gehen, soll es dir nicht verwehrt sein: Wir werden allein losgehen und uns gut unterhalten. Du kannst mir jede Frage stellen, die in deinem Herzen erwacht, und wir werden uns gegenseitig stärken und trösten. Du magst fürs Erste das Mittagessen tragen, und wenn du müde wirst, werde ich dir helfen. Folge mir.“

177:1.3

Jesus kehrte an diesem Abend erst nach Sonnenuntergang ins Lager zurück. Der Meister verbrachte seinen letzten Ruhetag auf Erden damit, sich mit diesem wahrheitshungrigen Jüngling zu unterhalten und mit seinem Paradies-Vater zu sprechen. Von diesem Ereignis spricht man seitdem in der Höhe als von „dem Tag, den ein junger Mann mit Gott in den Bergen zubrachte“. Die Begebenheit veranschaulicht für immer des Schöpfers Bereitschaft zu brüderlichem Umgang mit den Geschöpfen. Sogar ein Jüngling kann, wenn der Wunsch in seinem Herzen übermächtig ist, die Aufmerksamkeit des Gottes eines Universums erzwingen und sich seiner liebevollen Kameradschaft erfreuen, kann tatsächlich die unvergessliche Wonne erleben, allein und einen ganzen Tag lang mit Gott in den Bergen zu weilen. Und derart war die einzigartige Erfahrung, die Johannes Markus an diesem Mittwoch in den Bergen Judäas machte.

177:1.4

Jesus unterhielt sich lange mit Johannes und äußerte sich dabei freimütig über die Angelegenheiten dieser Welt und der nächsten. Johannes sagte Jesus, wie sehr er es bedauerte, dass er nicht alt genug sei, um einer seiner Apostel zu sein, und gab seiner großen Dankbarkeit darüber Ausdruck, dass es ihm gewährt worden war, sie seit ihrer ersten Predigttätigkeit bei der Jordanfurt in der Nähe Jerichos, die Phönizienreise ausgenommen, stets zu begleiten. Jesus legte dem Jungen nahe, sich durch die unmittelbar bevorstehenden Ereignisse nicht entmutigen zu lassen, und versicherte ihm, er werde ein machtvoller Botschafter des Königreichs werden.

177:1.5

Die Erinnerung an diesen Tag mit Jesus in den Bergen befeuerte Johannes Markus, aber nie vergaß er die letzte Mahnung des Meisters, die dieser aussprach, als sie sich anschickten, in das Lager von Gethsemane zurückzukehren: „Nun, Johannes, wir haben ein gutes Gespräch, einen wirklichen Ruhetag gehabt, aber achte darauf, dass du niemandem etwas von den Dingen mitteilst, die ich dir gesagt habe.“ Und Johannes Markus ließ nie das Geringste darüber verlauten, was er an diesem mit Jesus in den Bergen verbrachten Tag erfahren hatte.

177:1.6

Während der wenigen restlichen Stunden von Jesu Erdendasein ließ Johannes Markus den Meister nie für längere Zeit aus den Augen. Stets hielt sich der Junge in seiner Nähe versteckt auf; er schlief nur, wenn auch Jesus schlief.

2. Frühe Jahre im Elternhaus

177:2.1

Im Verlauf der Gespräche dieses Tages mit Johannes Markus verwendete Jesus viel Zeit darauf, die Erfahrungen ihrer frühen Kindheit und ihrer späteren Jugendzeit miteinander zu vergleichen. Obwohl die Eltern des Johannes mehr weltliche Güter als Jesu Eltern besaßen, gab es doch in ihrer Jugendzeit viele Erfahrungen, welche einander sehr ähnlich waren. Jesus sagte vieles, was Johannes half, seine Eltern und andere seiner Familienmitglieder besser zu verstehen. Als der Bursche fragte, wie der Meister wissen könne, dass er ein „machtvoller Botschafter des Himmelreichs“ werden würde, sagte Jesus:

177:2.2

„Ich weiß, dass du treu zum Evangelium vom Königreich stehen wirst, weil ich mich auf deinen jetzigen Glauben und deine Liebe verlassen kann, wenn diese Qualitäten auf einer so frühen Schulung gründen wie jener, die dir zu Hause zuteil geworden ist. Du bist das Produkt eines Elternhauses, in dem die Eltern sich gegenseitig aufrichtig lieben, und deshalb bist du nicht übermäßig geliebt worden, was einer übertriebenen Vorstellung von deiner eigenen Wichtigkeit hätte rufen können. Ebenso wenig hat deine Persönlichkeit dadurch Schaden genommen, dass deine Eltern, einer gegen den anderen, sich in liebloser Weise um dein Vertrauen und deine Ergebenheit bemüht hätten. Du hast jene Art elterlicher Liebe genossen, die ein gesundes Selbstvertrauen schafft und normale Gefühle von Sicherheit fördert. Aber du warst auch insofern begünstigt, als deine Eltern außer der Liebe auch Weisheit besaßen; und ihre Weisheit bewog sie, die meisten Arten der Verwöhnung und vielen Luxus, den Reichtum verschaffen kann, von dir fernzuhalten, indem sie dich zusammen mit deinen Spielgefährten aus der Nachbarschaft zur Synagogenschule schickten; und dadurch, dass sie dir erlaubten, echte Erfahrungen zu sammeln, ermutigten sie dich auch zu lernen, wie man in dieser Welt lebt. Du kamst mit deinem jungen Freund Amos zum Jordan hinüber, wo wir predigten und wo die Jünger des Johannes tauften. Ihr beide wolltet mit uns ziehen. Als ihr nach Jerusalem zurückkehrtet, gaben deine Eltern ihr Einverständnis, während Amos‘ Eltern ablehnten; sie liebten ihren Sohn so sehr, dass sie ihm die gesegnete Erfahrung verweigerten, welche dir zuteil geworden ist, gerade so eine Erfahrung wie die, deren du dich am heutigen Tage erfreust. Amos hätte von zu Hause fortlaufen und sich uns anschließen können, aber dadurch hätte er die Liebe verletzt und die Treue geopfert. Auch wenn solch ein Verhalten weise gewesen wäre, so wäre doch der Preis, den er für Erfahrung, Unabhängigkeit und Freiheit zu bezahlen gehabt hätte, entsetzlich hoch gewesen. Weise Eltern wie die deinen achten darauf, dass ihre Kinder nicht die Liebe verletzen oder die Treue ersticken müssen, um Unabhängigkeit zu entwickeln und sich stärkender Freiheit zu erfreuen, wenn sie dein Alter erreicht haben.

177:2.3

Die Liebe, Johannes, ist die allerhöchste Realität des Universums, wenn sie von allweisen Wesen geschenkt wird, aber sie nimmt einen gefährlichen und oftmals halb egoistischen Zug an, wenn sie sich in der Erfahrung sterblicher Eltern äußert. Wenn du heiratest und selber Kinder aufzuziehen hast, dann vergewissere dich, dass deine Liebe von der Weisheit ermahnt und von der Intelligenz geführt wird.

177:2.4

Dein junger Freund Amos glaubt ebenso fest an dieses Evangelium vom Königreich wie du, aber ich kann mich nicht völlig auf ihn verlassen; ich bin nicht sicher, was er in den kommenden Jahren tun wird. Seine frühe Kindheit daheim war nicht von der Art, die eine absolut verlässliche Person hervorbringt. Amos gleicht allzu sehr einem der Apostel, der im Elternhaus nicht in den Genuss einer normalen, liebenden und weisen Erziehung kam. Dein ganzes restliches Leben wird glücklicher und verlässlicher sein, weil du deine ersten acht Jahre in einem normalen und wohlgeordneten Elternhaus verbracht hast. Du besitzt einen starken und gefestigten Charakter, weil du in einem Zuhause aufgewachsen bist, wo Liebe herrschte und Weisheit waltete. Eine solche Erziehung in der Kindheit bringt eine Art von Loyalität hervor, die mir dafür bürgt, dass du auf dem einmal eingeschlagenen Weg weitergehen wirst.“

177:2.5

Mehr als eine Stunde lang sprachen Jesus und Johannes über das Leben im Elternhaus. Der Meister fuhr fort, Johannes zu erläutern, wie ein Kind in all seinen frühen Vorstellungen von sämtlichem Intellektuellen, Gesellschaftlichen, Sittlichen und selbst Geistigen völlig von seinen Eltern und dem von ihnen geprägten Familienleben abhängig ist, da die Familie für das kleine Kind alles beinhaltet, was es zu allererst über menschliche oder göttliche Beziehungen erfahren kann. Das Kind muss seine ersten Eindrücke vom Universum aus der mütterlichen Fürsorge gewinnen; für seine ersten Vorstellungen vom himmlischen Vater ist es völlig von seinem irdischen Vater abhängig. Das weitere Dasein des Kindes wird sich glücklich oder unglücklich, leicht oder schwierig gestalten entsprechend seinem frühen intellektuellen und emotionalen Leben und geprägt sein von den sozialen und geistigen Beziehungen im Elternhaus. Das ganze spätere Leben eines menschlichen Wesens wird gewaltig durch das beeinflusst, was während seiner ersten Lebensjahre geschehen ist.

177:2.6

Es ist unsere aufrichtige Überzeugung, dass das Evangelium, das Jesus lehrte und das auf der Vater-Kind-Beziehung beruht, solange kaum weltweite Annahme finden kann, als es im Familienleben der modernen zivilisierten Völker nicht mehr Liebe und Weisheit gibt. Obwohl die Eltern des zwanzigsten Jahrhunderts über großes Wissen und mehr Wahrheit verfügen, um das Zuhause zu verbessern und das Familienleben zu verfeinern, bleibt es doch eine Tatsache, dass nur sehr wenige moderne Elternhäuser so gute Orte für die Erziehung von Knaben und Mädchen sind, wie es das Elternhaus Jesu in Galiläa und das Heim des Johannes Markus in Judäa waren; indessen wird die Annahme von Jesu Evangelium eine sofortige Verbesserung des Familienlebens zur Folge haben. Ein Leben der Liebe in einem weisen Hause und die treue Hingabe an eine wahre Religion üben wechselseitig einen tiefen Einfluss aufeinander aus. Ein solches Familienleben verstärkt die Religion, und echte Religion wertet das Heim stets wunderbar auf.

177:2.7

Es stimmt, dass viele der unerwünschten hemmenden Einflüsse und andere einengende Merkmale der einstigen jüdischen Elternhäuser aus vielen der geordneteren modernen Elternhäuser verschwunden sind. Es gibt jetzt tatsächlich mehr spontane Zwanglosigkeit und weit mehr persönliche Freiheit, aber diese Freiheit wird weder von Liebe eingeschränkt, noch von Treue motiviert, noch wird sie durch die Weisheit intelligenter Disziplin gelenkt. Solange wir unsere Kinder beten lehren: „Unser Vater, der du bist im Himmel“, ruht auf allen irdischen Vätern die ungeheure Verantwortung, so zu leben und ihre Heime so zu führen, dass das Wort Vater in den Gedanken und Herzen aller heranwachsenden Kinder in Ehrfurcht verwahrt wird.

3. Der Tag im Lager

177:3.1

Die Apostel verbrachten den größten Teil des Tages mit Spaziergängen auf dem Ölberg und in Gesprächen mit den Jüngern, die mit ihnen im Lager wohnten, aber am frühen Nachmittag sehnten sie sich sehr nach Jesu Rückkehr. Als aber Stunde um Stunde verstrich, bangten sie immer heftiger um seine Sicherheit; sie fühlten sich ohne ihn unaussprechlich einsam. Den ganzen Tag über wurde heftig darüber diskutiert, ob man dem Meister wirklich hätte erlauben sollen, allein, nur von einem Botenjungen begleitet, in die Berge zu gehen. Obwohl keiner seine Gedanken so offen ausdrückte, gab es mit Ausnahme von Judas Iskariot nicht einen unter ihnen, der sich nicht selber an die Stelle von Johannes Markus gewünscht hätte.

177:3.2

Etwa um die Mitte des Nachmittags wandte sich Nathanael an etwa ein halbes Dutzend Apostel und ebenso viele Jünger mit einer Ansprache über „das höchste Verlangen“, die mit diesen Worten endete: „Was bei den meisten von uns falsch ist, ist unsere Halbherzigkeit. Wir lieben den Meister nicht so, wie er uns liebt. Wenn uns alle ebenso sehr wie Johannes Markus danach verlangt hätte, mit ihm zu gehen, hätte er uns bestimmt alle mitgenommen. Wir standen dabei, als der Junge an ihn herantrat und ihm den Korb anbot, aber als der Meister diesen ergriff, ließ der Junge ihn nicht los. Und so hat der Meister uns hier gelassen und ist in die Berge gegangen, mit Korb, Jungen und allem.“

177:3.3

Gegen vier Uhr trafen bei David Zebedäus Läufer ein, die ihm Nachrichten von seiner Mutter in Bethsaida und von der Mutter Jesu überbrachten. Einige Tage zuvor war David zur Überzeugung gelangt, dass die Hohenpriester und Führer Jesus töten würden. David wusste, dass sie entschlossen waren, den Meister umzubringen, und er war sich ziemlich sicher, dass Jesus weder seine göttliche Macht gebrauchen würde, um sich zu retten, noch seinen Anhängern gestatten würde, zu seiner Verteidigung Gewalt anzuwenden. Nachdem er zu diesen Schlüssen gelangt war, schickte er unverzüglich einen Boten mit der dringenden Bitte zu seiner Mutter ab, sofort nach Jerusalem zu kommen und Maria, Jesu Mutter und seine sämtlichen Familienangehörigen mitzubringen.

177:3.4

Davids Mutter tat, worum ihr Sohn sie bat, und nun kamen die Läufer mit der Nachricht zu David zurück, dass seine Mutter und Jesu ganze Familie auf dem Weg nach Jerusalem seien, und dass sie irgendwann spät am nächsten Tag oder sehr früh am folgenden Morgen eintreffen würden. Da David all dies aus eigener Initiative getan hatte, hielt er es für weise, die Angelegenheit für sich zu behalten. Und deshalb sagte er niemandem, dass Jesu Familie nach Jerusalem unterwegs war.

177:3.5

Kurz nach Mittag trafen über zwanzig von den Griechen, die sich mit Jesus und den Zwölfen im Hause Josephs von Arimathia getroffen hatten, im Lager ein, und Petrus und Johannes besprachen sich mehrere Stunden lang mit ihnen. Zumindest einige dieser Griechen besaßen eine fortgeschrittene Kenntnis vom Königreich, da Rodan sie in Alexandrien darin unterwiesen hatte.

177:3.6

An diesem Abend unterhielt sich Jesus nach seiner Rückkehr mit ihnen im Lager, und er hätte den zwanzig Griechen genauso wie den Siebzig die Weihe verliehen, wenn ein solches Vorgehen seine Apostel und viele führende Jünger nicht überaus beunruhigt hätte.

177:3.7

Während sich all dies im Lager abspielte, wunderten sich die Hohenpriester und Ältesten in Jerusalem darüber, dass Jesus nicht zurückkehrte, um zu der Menge zu sprechen. Allerdings hatte er tags zuvor beim Verlassen des Tempels gesagt: „Ich lasse euch euer Haus verödet zurück.“ Aber sie konnten nicht verstehen, wieso er willens war, auf den großen Vorteil der freundlichen Haltung der Menge, den er sich verschafft hatte, zu verzichten. Obwohl sie befürchteten, er könnte im Volk einen Aufruhr entfesseln, waren des Meisters letzte Worte an die Menge eine Mahnung gewesen, sich auf jede vernünftige Weise der Autorität derer zu fügen, „die auf Mose Thron sitzen“. Aber es war ein geschäftiger Tag in der Stadt, da sie gleichzeitig das Passahfest vorbereiteten und ihre Pläne für Jesu Beseitigung fertigstellten.

177:3.8

Es kamen nur wenige Leute ins Lager, denn dessen Errichtung war unter all denen ein wohlbehütetes Geheimnis geblieben, die wussten, dass Jesus dort zu bleiben gedachte, anstatt jeden Abend nach Bethanien hinauszugehen.

4. Judas und die obersten Priester

177:4.1

Kurz nachdem Jesus und Johannes Markus das Lager verlassen hatten, verschwand Judas Iskariot aus dem Kreise seiner Brüder und kehrte erst spät am Nachmittag wieder zurück. Der verwirrte und unzufriedene Apostel hastete trotz des ausdrücklichen Wunsches seines Meisters, sie sollten Jerusalem nicht betreten, zu seiner Verabredung mit Jesu Feinden ins Haus des Hohenpriesters Kajaphas. Dies war ein inoffizielles Treffen des Sanhe­drins, das für kurz nach zehn Uhr an diesem Vormittag angesetzt worden war, um über die Art der Anklagen zu befinden, die gegen Jesus erhoben werden sollten, und über das anzuwendende Vorgehen zu entscheiden, wie man ihn vor die römischen Behörden bringen und sich die notwendige zivile Bestä­tigung des Todesurteils beschaffen könne, das sie bereits über ihn verhängt hatten.

177:4.2

Am Tage zuvor hatte Judas einigen seiner Verwandten und gewissen mit der Familie seines Vaters befreundeten Sadduzäern eröffnet, er wäre zu dem Schluss gekommen, dass Jesus zwar ein wohlmeinender Träumer und Idealist, nicht aber der erwartete Befreier Israels sei. Judas erklärte, er würde sehr gerne einen Weg finden, um sich mit Anstand aus der ganzen Bewegung zurückzuziehen. Seine Freunde versicherten ihm unter Schmeicheleien, dass sein Rückzug von den jüdischen Führern als großes Ereignis begrüßt würde, und dass nichts für ihn zu gut wäre. Sie veranlassten ihn zu glauben, dass ihm vom Sanhedrin unverzüglich große Ehren zuteil würden und er endlich in der Lage sein würde, den Schandfleck seiner gut gemeinten, aber „unglücklichen Verbindung mit ungebildeten Galiläern“ zu beseitigen.

177:4.3

Judas konnte nicht ganz glauben, dass die mächtigen Werke des Meisters durch die Kraft des Teufelsfürsten vollbracht wurden, aber er war jetzt völlig davon überzeugt, dass Jesus seine Macht nicht zur Selbsterhöhung gebrauchen würde; er war endlich davon überzeugt, dass Jesus es geschehen lassen würde, durch die jüdischen Führer umgebracht zu werden, und er konnte den demütigenden Gedanken nicht ertragen, mit einer fehlgeschlagenen Bewegung identifiziert zu werden. Er lehnte die Idee offensichtlichen Misserfolgs ab. Er erfasste durchaus die Charakterfestigkeit seines Meisters und die Klarheit seines erhabenen und barmherzigen Geistes, und doch fand er Gefallen an der wenn auch nur teilweise geteilten Meinung eines seiner Verwandten, Jesus sei zwar ein wohlmeinender Fanatiker, aber wahrscheinlich nicht ganz gesund im Kopf; er habe stets den Eindruck einer seltsamen und missverstandenen Person erweckt.

177:4.4

Und jetzt stieg, wie nie zuvor, in Judas ein seltsamer Groll darüber auf, dass Jesus ihm nie eine ehrenvollere Stellung zugewiesen hatte. Bis jetzt war er immer stolz auf die Ehre gewesen, apostolischer Schatzmeister zu sein, aber nun begann er zu fühlen, dass man ihn nicht richtig würdigte, dass seine Fähigkeiten verkannt wurden. Plötzlich überkam ihn Empörung darüber, dass Petrus, Jakobus und Johannes die Ehre engen Kontaktes mit Jesus widerfahren war, und jetzt, auf dem Weg zum Hause des Hohenpriesters, war er mehr darauf aus, mit Petrus, Jakobus und Johannes abzurechnen, als dass er irgendwie daran dachte, Jesus zu verraten. Von diesem Augenblick an gab es in seinem bewussten Verstand nur noch einen neuen und alles beherrschenden Gedanken: Er suchte jetzt nach Ehre für sich, und konnte er das erreichen und es gleichzeitig denen heimzahlen, die zur größten Enttäuschung seines Lebens beigetragen hatten, umso besser. Ein entsetzliches Gemisch aus Verwirrung, Stolz, Verzweiflung und Entschlossenheit ergriff ihn. Daraus geht klar hervor, dass sich Judas nicht um des Geldes willen auf dem Weg zum Hause des Kaiaphas befand, um den Verrat an Jesus vorzubereiten.

177:4.5

Als Judas sich dem Hause des Kaiaphas näherte, gelangte er zu dem endgültigen Entschluss, Jesus und seine Apostelgefährten fallen zu lassen. Nachdem er sich entschieden hatte, der Sache des Königreichs des Himmels den Rücken zu kehren, war er entschlossen, sich so viel als möglich von jener Ehre und jenem Ruhm zu verschaffen, von denen er angenommen hatte, dass sie ihm eines Tages zuteil würden, als er sich ganz am Anfang mit Jesus und dem neuen Evangelium vom Königreich identifiziert hatte. Alle Apostel hatten einst mit Judas denselben Ehrgeiz geteilt, aber mit der Zeit hatten sie gelernt, die Wahrheit über alles zu setzen und Jesus zu lieben, zumindest mehr als Judas.

177:4.6

Der Verräter wurde Kaiaphas und den jüdischen Führern durch seinen Vetter vorgestellt. Dieser erklärte, Judas habe seinen Fehler, sich durch die raffinierte Lehre Jesu in die Irre führen zu lassen, eingesehen und sei an den Punkt gelangt, wo es sein Wunsch sei, einen öffentlichen und förmlichen Verzicht auf seine Verbindung mit dem Galiläer zu leisten und gleichzeitig um Wiederaufnahme in das Vertrauen und in die Gemeinschaft seiner judäischen Brüder zu bitten. Judas‘ Sprecher erklärte weiter, Judas halte es für den Frieden Israels am besten, wenn man Jesus in Gewahrsam nähme, und dass er hergekommen sei, um sich dem Sanhedrin zur Verfügung zu stellen zum Zeichen seines Bedauerns, an einer solch irrigen Bewegung teilgenommen zu haben, und zum Beweis seiner aufrichtigen Rückkehr zu den Lehren Mose. Er wäre bereit, sich mit dem Hauptmann, der den Haftbefehl für Jesus hatte, dahingehend zu verständigen, Jesus unauffällig abzuführen und damit jede Gefahr eines Volksaufruhrs oder eine notwendige Verschiebung der Verhaftung bis nach dem Passahfest zu vermeiden.

177:4.7

Als der Vetter fertig gesprochen hatte, stellte er Judas vor, der vor den Hohenpriester trat und sagte: „Ich werde alles tun, was mein Vetter versprochen hat, aber was seid ihr bereit, mir für diesen Dienst zu geben?“ Judas schien den Ausdruck von Verachtung und gar von Ekel nicht zu bemerken, der über das Gesicht des hartherzigen und großsprecherischen Kajaphas glitt; sein Herz war zu sehr mit Eigenruhm beschäftigt und verlangte zu sehr nach befriedigter Selbsterhöhung.

177:4.8

Kajaphas schaute auf den Verräter herab und sprach: „Judas, geh zum Hauptmann der Garde und triff mit diesem Offizier Vorkehrungen, um deinen Meister entweder heute Abend oder morgen Abend zu uns zu bringen, und nachdem du ihn in unsere Hände geliefert hast, sollst du deinen Lohn für diesen Dienst erhalten.“ Als Judas das gehört hatte, entfernte er sich aus der Gegenwart der Hohenpriester und Führer und beriet sich mit dem Hauptmann der Tempelgarde über die Art, wie man sich Jesu bemächtigen wolle. Judas wusste, dass Jesus vom Lager abwesend war und hatte keine Ahnung, wann er am Abend zurückkehren würde, und so kamen sie miteinander überein, Jesus am nächsten Abend (Donnerstag) zu verhaften, nachdem sich die Bevölkerung Jerusalems und alle auf Besuch weilenden Pilger zur Ruhe begeben hätten.

177:4.9

Judas kehrte zu seinen Gefährten ins Lager zurück, berauscht von Gedanken an Größe und Ruhm, wie er sie seit langem nicht gekannt hatte. Er hatte seinen Dienst bei Jesus in der Hoffnung begonnen, einmal ein großer Mann im neuen Königreich zu werden. Er realisierte endlich, dass es kein neues Königreich von der Art geben würde, wie er es sich vorgestellt hatte. Aber er freute sich über seine Klugheit, die seine Enttäuschung darüber, in einem neuen, erhofften Königreich keinen Ruhm ernten zu können, einhandelte gegen die sofortige Erlangung von Ehre und Belohnung in der alten Ordnung, von der er glaubte, sie werde überleben, und von der er mit Sicherheit annahm, sie werde Jesus und alles, was er repräsentierte, vernichten. Wenn man der bewussten Absicht des Judas auf den Grund geht, war sein Verrat an Jesus der feige Akt eines selbstsüchtigen Deserteurs, dessen einziger Gedanke seiner eigenen Sicherheit und Glorifizierung galt, was für Folgen seine Handlungsweise auch immer für den Meister und seine früheren Gefährten haben mochte.

177:4.10

Aber dem war schon immer so gewesen. Seit langem und nach und nach baute Judas in seinen bewussten Gedanken vorsätzlich, stetig, ichbezogen und rachsüchtig dieses abscheuliche und böse Verlangen auf, es ihnen heimzuzahlen und sie im Stich zu lassen, und unterhielt es in seinem Herzen. Jesus liebte und vertraute Judas genau so, wie er die anderen Apostel liebte und ihnen vertraute, aber Judas versäumte es, dafür seinerseits Treue und Vertrauen zu entwickeln und aufrichtige Liebe zu empfinden. Wie gefährlich kann doch Ehrgeiz werden, wenn er einmal völlig an Eigenliebe gebunden ist und ihn vor allem düstere und lang unterdrückte Rachsucht nährt! Wie niederschmetternd ist die Enttäuschung im Leben jener törichten Menschen, die ihren Blick auf die schattenhaften und vergänglichen Verlockungen der Zeit heften und blind werden für die höheren und wirklicheren Vollbringungen der nie endenden Eroberungen in den ewigen Welten göttlicher Werte und wahrer geistiger Realitäten! Judas strebte in Gedanken nach weltlichen Ehren, und mit der Zeit wurde dieses Verlangen in seinem Herzen übermächtig; die anderen Apostel sehnten sich in Gedanken ebenso sehr nach diesen weltlichen Ehren, aber in ihrem Herzen liebten sie Jesus und taten ihr Möglichstes, um die Wahrheiten, die er sie lehrte, lieb zu gewinnen.

177:4.11

Judas realisierte es damals nicht, aber seit Johannes der Täufer von Herodes enthauptet worden war, hatte er an Jesus unterbewusst immer Kritik geübt. Tief im Herzen trug er es Jesus stets nach, dass er Johannes nicht gerettet hatte. Ihr solltet nicht vergessen, dass Judas ein Jünger von Johannes gewesen war, bevor er Jesus folgte. Diese ganze Ansammlung menschlichen Grolls und bitterer Enttäuschung, die Judas im Gewand des Hasses in seiner Seele aufbewahrt hatte, war nun in seinem Unterbewusstsein gut organisiert und bereit, aufzuwallen und ihn zu überfluten, sobald er es wagen würde, sich von dem stützenden Einfluss seiner Brüder zu trennen und sich gleichzeitig den schlauen Einflüsterungen der Feinde Jesu und ihrer subtilen Art der Lächerlichmachung auszusetzen. Jedes Mal, wenn Judas seinen Hoffnungen einen Höhenflug gestattete und dann Jesus etwas zu tun oder zu sagen pflegte, was sie zertrümmerte, blieb in Judas‘ Herzen eine Narbe bitteren Grolls zurück; und als die Narben immer zahlreicher wurden, verlor dieses so oft verwundete Herz jede wahre Zuneigung zu demjenigen, der dieser wohlmeinenden, aber hinterhältigen und egozentrischen Persönlichkeit so unangenehme Erfahrungen bescherte. Judas war sich dessen nicht bewusst, aber er war ein Feigling. Deshalb neigte er stets dazu, die Ursache für Jesu oftmalige Weigerung, nach Macht oder Ruhm zu greifen, wenn diese leicht erreichbar schienen, seiner Feigheit zuzuschreiben. Und jeder Sterbliche weiß sehr wohl, wie Liebe, auch wenn sie einst echt war, durch Enttäuschung, Eifersucht und lang genährtes Nachtragen schließlich in richtigen Hass umschlagen kann.

177:4.12

Endlich konnten die Hohenpriester und Ältesten für einige Stunden aufatmen. Sie brauchten Jesus nicht in der Öffentlichkeit zu verhaften, und die Tatsache, dass sie in Judas einen verräterischen Verbündeten gewonnen hatten, stellte sicher, dass sich Jesus diesmal ihrer Gerichtsbarkeit nicht entziehen würde, wie er es in der Vergangenheit so oft getan hatte.

5. Die letzte gemeinsame Stunde

177:5.1

Wie an jedem Mittwoch war der Abend im Lager der Geselligkeit gewidmet. Der Meister gab sich alle Mühe, seine niedergeschlagenen Apostel aufzumuntern, aber das war beinahe unmöglich. Sie begannen alle zu begreifen, dass beunruhigende und erdrückende Ereignisse nahe bevorstanden. Es gelang ihnen nicht, heiter zu sein, nicht einmal, als der Meister ihre Jahre ereignisreicher und liebevoller Zusammenarbeit wiederaufleben ließ. Jesus erkundigte sich eingehend nach den Familien aller Apostel und, indem er zu David Zebedäus hinüberschaute, fragte er, ob jemand kürzlich von seiner Mutter, seiner jüngsten Schwester oder anderen Mitgliedern seiner Familie gehört habe. David schaute auf seine Füße; er hatte Angst zu antworten.

177:5.2

Jesus legte bei dieser Gelegenheit seinen Anhängern nahe, sich vor dem Beifall der Menge zu hüten. Er erinnerte sie an ihre Erlebnisse in Galiläa, wo ihnen immer wieder große Mengen Volks begeistert gefolgt waren, die sich dann ebenso heftig gegen sie gewandt hatten und zu ihrer früheren Glaubens- und Lebensart zurückgekehrt waren. Und dann sagte er: „Und so dürft ihr euch auch durch die große Menschenmenge nicht täuschen lassen, die uns im Tempel zugehört hat und an unsere Lehre zu glauben schien. Diese Menschenmassen hören sich die Wahrheit an und in Gedanken glauben sie oberflächlich daran, aber nur wenige erlauben dem Wort der Wahrheit, sich mit lebendigen Wurzeln in ihr Herz zu senken. Auf die Unterstützung derer, die das Evangelium nur mit dem Verstand kennen und es nicht im Herzen erfahren haben, kann man sich nicht verlassen, wenn sich wirkliche Schwierigkeiten einstellen. Wenn die Führer der Juden übereinkommen, den Menschensohn zu vernichten und dann einmütig zuschlagen, werdet ihr die Menge erschreckt auseinanderstieben oder in stummer Verwunderung dastehen sehen, während diese wahnwitzigen und geblendeten Führer die Lehrer der Evangeliumswahrheit zur Hinrichtung abführen. Und wenn danach Not und Verfolgung über euch kommen, werden noch andere, an deren Wahrheitsliebe ihr glaubt, zerstreut werden, und einige werden das Evangelium aufgeben und euch verlassen. Einige, die uns sehr nahe standen, sind schon entschlossen, uns im Stich zu lassen. Ihr habt euch heute ausgeruht in Vorbereitung auf die Zeit, die jetzt vor uns liegt. Seht deshalb zu und betet, dass ihr morgen gestärkt seid für die uns unmittelbar bevorstehenden Tage.“

177:5.3

Die Atmosphäre im Lager war mit einer unerklärlichen Spannung geladen. Schweigende Boten kamen und gingen und besprachen sich nur mit David Zebedäus. Noch vor Ablauf des Abends wussten einige, dass Lazarus in aller Hast aus Bethanien geflohen war. Johannes Markus war nach seiner Rückkehr ins Lager von einer Schweigsamkeit, die Schlimmes ahnen ließ, obwohl er den ganzen Tag in Gesellschaft des Meisters verbracht hatte. Jeder Versuch, ihn zum sprechen zu bringen, machte nur umso deutlicher, dass Jesus ihm Schwei­gen auferlegt hatte.

177:5.4

Sogar die gute Laune des Meisters und seine ungewöhnliche Geselligkeit machten ihnen Angst. Sie alle fühlten irgendwie das Nahen einer fürchterlichen Isolation, und entsetzt nahmen sie wahr, wie diese mit jäher Plötzlichkeit, vor der es kein Entrinnen gab, auf sie herabsank. Sie ahnten das Kommende vage voraus, und keiner fühlte sich bereit, sich der Prüfung zu stellen. Der Meister war den ganzen Tag abwesend gewesen; sie hatten ihn furchtbar vermisst.

177:5.5

An diesem Mittwoch erreichte ihre geistige Verfassung den tiefsten Punkt vor der eigentlichen Todesstunde des Meisters. Obwohl der nächste Tag sie dem tragischen Freitag noch um einen Tag näher brachte, so war Jesus doch mit ihnen, und sie gingen etwas ruhiger durch die beklemmenden Stunden.

177:5.6

Es war kurz vor Mitternacht, als sich Jesus für die Nacht von ihnen verabschiedete und zu ihnen im Bewusstsein, dass dies die letzte Nacht war, die er je mit seiner erwählten Familie auf Erden durchschlafen würde, sagte: „Geht jetzt schlafen, meine Brüder, und Friede sei mit euch, bis wir morgen aufstehen, einem weiteren Tag, den Willen des Vaters zu tun, und uns in der Gewissheit zu freuen, seine Söhne zu sein.“


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