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In Cäsarea-Philippi

BEVOR Jesus die Zwölf zu einem kurzen Aufenthalt in die Nähe von Cäsarea- Philippi mitnahm, traf er durch Davids Boten die Abma­chung, am Sonnt­ag, dem 7. August nach Kapernaum hinüberzugehen, um mit seiner Familie zusammenzutreffen. Zum Ort der Begegnung wurde die Schiffswerft des Zebedäus bestimmt. David Zebedäus hatte mit Jude, dem Bruder Jesu, dafür gesorgt, dass die ganze Familie von Nazareth – Maria und alle Brüder und Schwestern Jesu – zugegen sein würden, und Jesus kam mit Andreas und Petrus, um die Verabredung einzuhalten. Es war gewiss auch Marias und der Kinder Absicht, diese Abmachung einzuhalten, aber es traf sich, dass eine Pharisäergruppe, die von Jesu Aufenthalt auf der gegenüberliegenden Seeseite im Gebiet des Philippus wusste, Maria zu besuchen beschloss, um alles, was möglich war, über seinen Verbleib in Erfahrung zu bringen. Die Ankunft dieser Abgesandten aus Jerusalem beunruhigte Maria sehr, und aus der Spannung und Nervosität der ganzen Familie schlossen sie, dass Jesu Besuch erwartet wurde. Also richteten sie sich in Marias Haus ein, forderten Verstärkung an und warteten geduldig auf Jesu Ankunft. Dadurch wurde natürlich wirksam verhindert, dass irgendein Familienmitglied versuchen konnte, die Verabredung mit Jesus einzuhalten. Mehrmals am Tage versuchten Jude und Ruth in ihrem Bemühen, Jesus zu benachrichtigen, der Wachsamkeit der Pharisäer zu entgehen, aber vergeblich.

157:0.2

Früh am Nachmittag brachten Davids Boten Jesus die Nachricht, dass die Pharisäer ihr Lager vor dem Eingang des Hauses seiner Mutter aufgeschlagen hätten, und deshalb unternahm er keinen Versuch, seine Familie zu besuchen. Und so scheiterte auch dieses neue Bemühen um eine Begegnung zwischen Jesus und seiner irdischen Familie ohne Schuld von irgendeiner Seite.

1. Der Tempelsteuer-Einnehmer

157:1.1

Als Jesus mit Andreas und Petrus am See in der Nähe der Bootswerkstatt wartete, kam ein Einnehmer der Tempelsteuer auf sie zu. Als er Jesus erkannte, nahm er Petrus beiseite und sagte: „Bezahlt dein Meister die Tempelsteuer nicht?“ Petrus’ erste Reaktion war, sich über das Ansinnen zu empören, von Jesus zu verlangen, zur Aufrechterhaltung der religiösen Aktivitäten seiner geschworenen Feinde beizusteuern, aber ein merkwürdiger Ausdruck im Gesicht des Steuereintreibers ließ ihn zu Recht vermuten, dass beabsichtigt war, sie bei der Weigerung zu ertappen, den üblichen halben Schekel zur Unterstützung der Tempeldienste in Jerusalem zu bezahlen. Also erwiderte Petrus: „Aber natürlich bezahlt der Meister die Tempelsteuer. Warte beim Tor, ich kehre sofort mit der Steuer zurück.“

157:1.2

Doch Petrus hatte voreilig gesprochen, denn Judas trug ihre Barmittel bei sich, und er befand sich auf der anderen Seeseite. Weder Petrus noch sein Bruder noch Jesus hatten Geld mitgenommen. Und da sie wussten, dass die Pharisäer ihnen nachstellten, konnten sie nicht gut nach Bethsaida gehen, um sich Geld zu verschaffen. Als Petrus Jesus von dem Einnehmer berichtete und dass er ihm das Geld versprochen habe, sagte Jesus: „Wenn du es versprochen hast, solltest du es auch bezahlen. Aber womit willst du dein Versprechen einlösen? Willst du wieder Fischer werden, um dein Wort halten zu können? Und doch, Petrus, ist es unter den gegebenen Umständen richtig, dass wir die Steuer bezahlen. Wir wollen diesen Leuten keinen Anlass geben, Anstoß an unserer Haltung zu nehmen. Wir werden hier auf dich warten, während du mit dem Boot hinausfährst und das Netz nach Fischen auswirfst. Und wenn du sie drüben am Markt verkauft hast, bezahle dem Einnehmer die Steuer für uns drei.“

157:1.3

Ein geheimer Bote Davids, der in der Nähe stand, hatte das alles belauscht und gab einem Gefährten, der in Ufernähe fischte, ein Zeichen, rasch an Land zu kommen. Als Petrus sich eben anschickte, im Boot zum Fischen hinauszufahren, überreichten dieser Bote und sein Fischerfreund ihm mehrere große, mit Fischen gefüllte Körbe und halfen ihm, diese zum nahen Fischhändler zu tragen, der ihnen den Fang abkaufte. Der Betrag reichte mit dem, was Davids Bote aus dem Eigenen beisteuerte, zur Begleichung der Tempelsteuer für die drei. Der Einnehmer nahm die Steuer entgegen und erließ ihnen die Buße für den Zahlungsverzug, weil sie eine Zeitlang außerhalb Galiläas gewesen waren.

157:1.4

Es ist nicht verwunderlich, dass ihr einen Bericht über Petrus besitzt, wie er einen Fisch mit einem Schekel im Maul fing. In jenen Tagen kursierten viele Geschichten von Schätzen, die man in den Mäulern von Fischen gefunden hatte; solche ans Wunderbare grenzenden Erzählungen waren gang und gäbe. Denn als Petrus von ihnen weg zum Boot gegangen war, hatte Jesus halb im Scherz bemerkt: „Seltsam, dass die Königssöhne Tribut entrichten müssen; gewöhnlich besteuert man die Fremden für die Unterhaltskosten des Hofs; aber es ist unsere Pflicht, den Behörden keinen Stein des Anstoßes zu liefern. Geh nur! Vielleicht erwischst du den Fisch mit dem Schekel im Maul.“ Nachdem Jesus so gesprochen hatte und Petrus kurz darauf mit der Tempelsteuer erschienen war, überrascht es nicht, dass aus dieser Episode später das Wunder gemacht wurde, von dem der Verfasser des Matthäusevangeliums berichtet.

157:1.5

Jesus wartete mit Andreas und Petrus fast bis Sonnenuntergang am Seeufer. Boten brachten ihnen die Nachricht, dass das Haus Marias immer noch unter Bewachung stehe. Deshalb bestiegen die drei wartenden Männer bei Einbruch der Dunkelheit ihr Boot und ruderten langsam dem Ostufer des Galiläischen Meeres zu.

2. In Bethsaida-Julias

157:2.1

Am Montag, dem 8. August, kamen mehr als einhundert Gläubige – die Evangelisten, das Frauenkorps und andere, die an der Errichtung des Him­melreichs interessiert waren – von Kapernaum herüber zu einer Versam­mlung in den Hain von Magadan nahe bei Bethsaida-Julias, wo Jesus und die Zwölf ihr Lager hatten. Und viele Pharisäer, die von Jesu Anwesenheit erfahren hatten, kamen ebenfalls. Unterdessen hatten sich auch einige Sadduzäer mit den Pharisäern in dem Bemühen verbündet, Jesus in Wider­sprüche zu verwickeln. Bevor er sich mit den Gläubigen zu einer geschlossenen Besprechung traf, hielt Jesus eine öffentliche Versammlung ab, bei der die Pharisäer zugegen waren und ihm mit Zwischenfragen zusetzten und auch sonstwie die Versammlung zu stören versuchten. Der Anführer der Störenfriede sagte: „Lehrer, wir möchten, dass du uns ein Zeichen deiner Vollmacht zu lehren gibst. Wenn dies geschieht, werden alle Menschen wissen, dass Gott dich gesandt hat.“ Und Jesus antwortete ihnen: „Am Abend sagt ihr: es wird schönes Wetter geben, denn der Himmel ist rot; am Morgen: es wird schlechtes Wetter geben, denn der Himmel ist rot und drohend; wenn ihr im Westen eine Wolke aufsteigen seht, sagt ihr: es wird regnen; wenn der Wind von Süden bläst, sagt ihr: eine glühende Hitze ist im Anzug. Wie kommt es, dass ihr das Aussehen des Himmels so gut zu beurteilen versteht, aber so vollkommen unfähig seid, die Zeichen der Zeit zu deuten? Denen, die die Wahrheit kennen möchten, ist bereits ein Zeichen gegeben worden. Aber einer übelgesinnten und heuchlerischen Generation soll kein Zeichen gegeben werden.“

157:2.2

Nach diesen Worten zog sich Jesus zurück und bereitete sich auf die abendliche Zusammenkunft mit seinen Anhängern vor, bei der beschlossen wurde, eine gemeinsame Mission in allen Städten und Dörfern der Dekapolis zu unternehmen, sobald Jesus und die Zwölf von ihrem geplanten Besuch in Cäsarea-Philippi zurück wären. Der Meister nahm selber an der Vorbereitung der Mission in der Dekapolis teil, und er entließ die Versammelten mit den Worten: „Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer. Lasst euch durch ihre zur Schau gestellte große Gelehrsamkeit und ihre tiefe Ergebenheit gegenüber allem Förmlichen der Religion nicht täuschen. Kümmert euch allein um den Geist der lebendigen Wahrheit und um die Kraft der wahren Religion. Nicht die Furcht vor einer toten Religion wird euch retten, sondern euer Glaube an eine lebendige Erfahrung mit den geistigen Realitäten des Königreichs. Erlaubt weder Vorurteilen, euch blind zu machen, noch Furcht, euch zu lähmen. Gestattet eurer Ehrfurcht vor der Tradition nicht, euer Verständnis so zu trüben, dass eure Augen nicht sehen und eure Ohren nicht hören. Das Ziel wahrer Religion ist nicht nur, Frieden zu bringen, sondern vielmehr, den Fortschritt zu sichern. Und es kann im Herzen keinen Frieden und im Denken keinen Fortschritt geben, solange ihr die Wahrheit, die Ideale der ewigen Realitäten, nicht von ganzem Herzen liebt. Die Kernfragen von Leben und Tod stehen vor euch – die sündhaften Vergnügungen der Zeit gegen die rechtschaffenen Realitäten der Ewigkeit. Schon jetzt, da ihr in ein neues Leben des Glaubens und der Hoffnung eintretet, solltet ihr beginnen, euch aus der Sklaverei der Furcht und des Zweifels zu befreien. Und wenn sich in eurer Seele das Verlangen regt, euren Mitmenschen zu helfen, dann erstickt es nicht; und wenn in eurem Herzen Gefühle der Liebe für euren Nächsten aufsteigen, dann gebt solch spontaner Zuneigung durch intelligentes Eingehen auf die wahren Bedürfnisse eurer Mitmenschen Ausdruck.“

3. Das Bekenntnis des Petrus

157:3.1

Am frühen Dienstagmorgen brachen Jesus und die zwölf Apostel vom Hain von Magadan nach Cäsarea-Philippi auf, der Hauptstadt des Herr­schaftsbereiches des Tetrarchen Philippus. Cäsarea-Philippi lag in einer herrlich schönen Gegend. Es war in ein zauberhaftes Tal zwischen malerischen Bergen eingebettet, wo der Jordan aus einer unterirdischen Höhle hervorsprudelte. Im Norden ragte der Berg Hermon hoch auf, während sich von den unmittelbar südlich gelegenen Anhöhen aus eine wunderbare Sicht auf den oberen Jordanlauf und das Galiläische Meer bot.

157:3.2

Jesus hatte den Berg Hermon bei seiner ersten Auseinandersetzung mit den Angelegenheiten des Königreichs aufgesucht, und nun, da er an den letzten Abschnitt seiner Aufgabe ging, wünschte er, zu diesem Berg der Prüfung und des Triumphs zurückzukehren. Hier würden, so hoffte er, die Apostel eine neue Vision ihrer Verantwortung erhalten und neue Kräfte für die unmittelbar bevorstehenden schweren Zeiten sammeln. Während sie so dahinwanderten und südlich an den Wassern von Meron vorübergingen, begannen die Apostel, untereinander ihre vor kurzem in Phönizien und anderswo gemachten Erfahrungen auszutauschen und zu berichten, wie ihre Botschaft aufgenommen worden war und wie die verschiedenen Volksgruppen über Jesus dachten.

157:3.3

Während der Mittagspause konfrontierte Jesus die Zwölf plötzlich mit der er­sten ihn selber betreffenden Frage, die er je an sie gerichtet hatte. Er stellte ihnen überraschend die Frage: „Wer, sagen die Menschen, bin ich?“

157:3.4

Viele Monate hatte Jesus damit zugebracht, die Apostel über Natur und Charakter des Königreichs des Himmels aufzuklären, und er wusste wohl, dass nun die Zeit gekommen war, wo er damit beginnen musste, ihnen mehr über seine eigene Natur und seine persönliche Beziehung zum Königreich zu sagen. Und jetzt, da sie unter den Maulbeerbäumen lagerten, schickte sich der Meister an, eine der denkwürdigsten Besprechungen in seiner langen Verbindung mit seinen berufenen Aposteln abzuhalten.

157:3.5

Mehr als die Hälfte der Apostel nahm an der Beantwortung von Jesu Frage teil. Sie sagten ihm, dass alle, die ihn kannten, ihn als einen Propheten oder einen außergewöhnlichen Menschen betrachteten; dass seine Feinde ihn sogar sehr fürchteten, da sie seine Kräfte mit der Beschuldigung erklärten, er stehe mit dem Fürsten der Teufel im Bunde. Sie berichteten ihm, dass in Judäa und Samaria Leute, die ihm persönlich nie begegnet waren, ihn für den von den Toten auferstandenen Johannes den Täufer hielten. Petrus erklärte, er sei bei mehreren Gelegenheiten und von verschiedenen Personen mit Moses, Elija, Jesaja und Jeremia verglichen worden. Nachdem Jesus sich diesen Bericht angehört hatte, erhob er sich, schaute auf die im Halbkreis um ihn sitzenden Zwölf, und mit bestürzender Eindringlichkeit zeigte er mit einer weiten Armbewegung auf einen nach dem anderen und fragte: „Aber wer sagt ihr, dass ich bin?“ Ein Augenblick gespannter Stille trat ein, während dessen die Zwölf den Meister unverwandt anblickten. Dann sprang Simon Petrus auf und rief: „Du bist der Erlöser, der Sohn des lebendigen Gottes.“ Und die elf sitzenden Apostel erhoben sich alle einmütig und gaben dadurch zu verstehen, dass Petrus für sie alle gesprochen hatte.

157:3.6

Nachdem Jesus ihnen bedeutet hatte, sich wieder zu setzen, und noch vor ihnen stehend, sagte er: „Das hat euch mein Vater geoffenbart. Die Stunde ist gekommen, wo ihr die Wahrheit über mich wissen sollt. Aber vorläufig weise ich euch an, niemandem etwas davon zu sagen. Lasst uns weitergehen.“

157:3.7

Also machten sie sich wieder auf den Weg nach Cäsarea-Philippi, wo sie spät am Abend eintrafen und im Hause von Celsus, der sie erwartete, Halt machten. Die Apostel schliefen kaum in dieser Nacht; sie schienen zu fühlen, dass sich eben etwas Großes in ihrem Leben und in der Arbeit am Königreich ereignet hatte.

4. Das Gespräch über das Königreich

157:4.1

Seit den Ereignissen von Jesu Taufe durch Johannes und des in Wein verwandelten Wassers in Kana hatten die Apostel Jesus zu verschiedenen Zeiten praktisch als Messias akzeptiert. Während kurzer Zeitabschnitte hatten einige von ihnen wirklich geglaubt, er sei der erwartete Befreier. Aber kaum hatten solche Hoffnungen in ihren Herzen aufzukeimen begonnen, als der Meister diese durch irgendein vernichtendes Wort oder eine enttäuschende Tat gründlich zerschlug. Der Konflikt zwischen den Vorstellungen vom erwarteten Messias, die in ihrem Bewusstsein lebten, und die Erfahrung ihres außerordentlichen Zusammenlebens mit diesem außerordentlichen Menschen, die in ihren Herzen lebte, hatte sie lange Zeit in einem Zustand inneren Tumults gehalten.

157:4.2

Es war schon spät an diesem Mittwochvormittag, als sich die Apostel in Celsus’ Garten zum Mittagessen versammelten. Fast die ganze Nacht hindurch und seit sie diesen Morgen aufgestanden waren, hatten Simon Petrus und Simon Zelotes ihre Brüder ernsthaft bearbeitet, um sie alle dahin zu bringen, den Meister von ganzem Herzen nicht nur als den Messias, sondern auch als den göttlichen Sohn des lebendigen Gottes anzuerkennen. Die beiden Simon stimmten in ihrer Meinung über Jesus so ziemlich überein, und sie bearbeiteten ihre Brüder eifrig, um sie voll und ganz zur Annahme ihrer Ansichten zu bewegen. Während Andreas weiterhin das Amt eines Vorstehers des apostolischen Korps versah, wurde sein Bruder Simon Petrus mit allgemeinem Einverständnis mehr und mehr zum Wortführer der Zwölf.

157:4.3

Sie saßen um die Mittagszeit alle im Garten, als der Meister erschien. Auf ihren Gesichtern lag ein Ausdruck würdiger Feierlichkeit, und alle erhoben sich, als er zu ihnen trat. Jesus lockerte die Spannung durch jenes freundliche und brüderliche Lächeln, das ihm so eigen war, wenn seine Anhänger sich oder ein sie betreffendes Ereignis zu ernst nahmen. Mit einer gebietenden Handbewegung bedeutete er ihnen, sich zu setzen. Von da an erhoben sich die Zwölf nie wieder, um ihren Meister zu begrüßen, wenn er zu ihnen kam. Sie erkannten, dass er eine solche äußerliche Respektbezeugung nicht guthieß.

157:4.4

Nachdem sie ihr Mahl eingenommen hatten und mitten in der Besprechung von Plänen für die bevorstehende Rundreise durch die Dekapolis waren, blickte Jesus plötzlich auf, sah sie an und sagte: „Nun, da ein ganzer Tag verstrichen ist, seit ihr Simon Petrus‘ Erklärung bezüglich der Identität des Menschensohnes zugestimmt habt, möchte ich euch fragen, ob ihr immer noch zu eurer Entscheidung steht?“ Als sie das hörten, standen die Zwölf auf und Simon Petrus tat ein paar Schritte auf Jesus zu und sagte: „Jawohl, Meister, wir glauben, dass du der Sohn des lebendigen Gottes bist.“ Darauf setzten Petrus und seine Brüder sich wieder.

157:4.5

Immer noch im Stehen sprach Jesus zu den Zwölfen: „Ihr seid meine auserwählten Botschafter, aber ich weiß, dass ihr diesen Glauben unter den gegebenen Umständen nicht allein aufgrund menschlichen Wissens haben könntet. Dies ist eine Offenbarung des Geistes meines Vaters an das Innerste eurer Seele. Und wenn ihr deshalb dieses Bekenntnis aufgrund der Wahrnehmung des Geistes meines Vaters, der in euch wohnt, ablegt, veranlasst mich das zu der Erklärung, dass ich auf diesem Fundament die Bruderschaft des Königreichs des Himmels errichten will. Auf diesem Felsen geistiger Wirklichkeit will ich den lebendigen Tempel geistiger Gemeinschaft in den ewigen Realitäten des Königreichs meines Vaters bauen. Alle Mächte des Bösen und die Heerscharen der Sünde sollen dieser menschlichen Bruderschaft des göttlichen Geistes nichts anhaben können. Und während meines Vaters Geist auf ewig der geistige Führer und Mentor aller ist, die sich zu dieser geistigen Gemeinschaft verpflichten, übergebe ich euch und euren Nachfolgern jetzt die Schlüssel zum äußeren Reich – die Autorität über die zeitlichen Dinge – über die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Aspekte von Männern und Frauen als Angehörigen des Königreichs.“ Und wiederum schärfte er ihnen ein, vorerst keinem Menschen zu sagen, dass er der Sohn Gottes war.

157:4.6

Jesus begann, an die Treue und Integrität seiner Apostel zu glauben. Der Meister sagte sich, dass ein Glaube, der all dem standhalten konnte, was seine auserwählten Vertreter kürzlich durchgemacht hatten, zweifellos auch die bald zu erwartenden Feuerproben bestehen und aus dem scheinbaren Schiffbruch all ihrer Hoffnungen zum neuen Licht einer neuen Dispensation erwachen würde, nun fähig, hinauszugehen, um eine in der Finsternis liegende Welt zu erhellen. An diesem Tag begann der Meister, dem Glauben seiner Apostel, außer einem, zu vertrauen.

157:4.7

Und seit jenem Tag hat derselbe Jesus ohne Unterlass an diesem lebendigen Tempel auf demselben ewigen Fundament seiner Gottessohnschaft gebaut. Und diejenigen, die so zu bewussten Söhnen Gottes werden, sind die menschlichen Steine, die diesen lebendigen Tempel der Sohnschaft bilden, der sich erhebt zur Verherrlichung und Verehrung der Weisheit und Liebe des ewigen Vaters aller Geistwesen.

157:4.8

Nach diesen Worten gab Jesus den Zwölf Weisung, jeder für sich in die Berge zu gehen und bis zur Zeit des Abendessens Weisheit, Kraft und geistige Führung zu suchen. Und sie taten, wie der Meister sie geheißen hatte.

5. Die neue Konzeption

157:5.1

Das Neue und Wesentliche am Bekenntnis von Petrus war die eindeutige Anerkennung, dass Jesus der Sohn Gottes sei, die Anerkennung seiner fraglosen Göttlichkeit. Seit seiner Taufe und der Hochzeit zu Kana hatten die Apostel ihn immer in unterschiedlicher Weise für den Messias gehalten, aber die jüdische Vorstellung von einem nationalen Befreier beinhaltete nicht, dass er göttlich sein sollte . Die Juden hatten nicht gelehrt, dass der Messias göttlicher Abstammung sein würde; sie erwarteten „den Gesalbten“, aber sie hatten sich ihn kaum je als „Sohn Gottes“ vorgestellt. Im zweiten Bekenntnis wurde die Doppelnatur, die überirdische Tatsache, dass er Menschensohn und Gottessohn war, stärker betont, und Jesus erklärte, auf dieser großen Wahrheit der Vereinigung der menschlichen Natur mit der göttlichen Natur das Königreich des Himmels aufbauen zu wollen.

157:5.2

Jesus hatte beabsichtigt, sein Erdendasein als Menschensohn zu leben und als solcher seine Sendung der Selbsthingabe zu beschließen. Seine Anhänger waren bereit, in ihm den erwarteten Messias zu sehen. Da er wusste, dass er ihren messianischen Erwartungen nie gerecht werden konnte, bemühte er sich, an ihrer Vorstellung vom Messias solche Veränderungen vorzunehmen, die ihn in die Lage versetzen würden, ihren Erwartungen teilweise entgegenzukommen. Aber er erkannte jetzt, dass ein solcher Plan kaum erfolgreich durchgeführt werden konnte. Deshalb entschied er sich nun kühn, den dritten Plan zu eröffnen – offen seine Göttlichkeit zu verkünden, die Wahrheit des Bekenntnisses von Petrus zu bestätigen und den Zwölfen ohne Umschweife zu verkünden, dass er ein Sohn Gottes war.

157:5.3

Drei Jahre lang hatte Jesus verkündet, er sei der „Menschensohn“, und während dieser drei Jahre hatten die Apostel immer beharrlicher darauf bestanden, dass er der erwartete jüdische Messias sei. Er enthüllte jetzt, dass er der Sohn Gottes war und entschied, das Königreich des Himmels auf der Vorstellung der Doppelnatur des Menschen- und Gottessohnes aufzubauen. Er hatte beschlossen, von weiteren Anstrengungen abzusehen, sie davon zu überzeugen, dass er nicht der Messias sei. Er gedachte jetzt, ihnen kühn zu offenbaren, was er ist, und ihre Entschlossenheit, ihn beharrlich für den Messias zu halten, nicht mehr zu beachten.

6. Der nächste Nachmittag

157:6.1

Jesus und die Apostel blieben noch einen Tag länger im Hause des Celsus, weil sie auf Boten warteten, die ihnen von David Zebedäus Geld überbringen sollten. Dem Popularitätssturz Jesu bei den Massen folgte ein empfindlicher Rückgang der Einnahmen. Als sie in Cäsarea-Philippi eintrafen, war die Kasse leer. Matthäus verließ Jesus und seine Brüder gerade in einem solchen Augenblick nur sehr ungern, und er konnte Judas keine eigenen flüssigen Mittel aushändigen, wie er es in der Vergangenheit so oft getan hatte. Doch David Zebedäus hatte diese wahrscheinliche Einnahmeneinbuße vorausgesehen und deshalb seine Boten angewiesen, auf ihrem Weg durch Judäa, Samaria und Galiläa Geld zu sammeln und es den im Exil lebenden Aposteln und ihrem Meister zu bringen. Und so trafen diese Boten am Abend dieses Tages aus Bethsaida ein und brachten genügend Mittel für den Unterhalt der Apostel, bis diese zurückkehren und ihre Rundreise durch die Dekapolis antreten würden. Mat­thäus erwartete um diese Zeit Geld aus dem Verkauf seines letzten Besitzes in Kapernaum und hatte Vorkehrungen zur anonymen Überweisung dieser Summe an Judas getroffen.

157:6.2

Weder Petrus noch die anderen Apostel hatten eine sehr zutreffende Vorstellung von Jesu Göttlichkeit. Es war ihnen kaum bewusst, dass dies der Beginn eines neuen Abschnittes im irdischen Werdegang ihres Meisters war, der Augenblick, in dem der Lehrer und Heiler zum neu konzipierten Messias wurde – zum Sohn Gottes. Von da an klang in der Botschaft des Meisters etwas Neues mit. Sein einziges Lebensideal war hinfort die Offenbarung des Vaters, und seine einzige Lehridee war, für sein Universum jene höchste Weisheit zu personifizieren, die man nur verstehen kann, indem man sie lebt. Er kam, damit wir alle das Leben hätten, und es in reicherem Maße hätten.

157:6.3

Jesus trat nun in die vierte und letzte Phase seines menschlichen irdischen Daseins ein. Die erste Phase waren die Jahre der Kindheit, als er sich nur dunkel seines Ursprungs, seiner Natur und seiner Bestimmung als menschliches Wesen bewusst war. Die zweite Phase waren die zunehmend selbstbewussten Jahre der Jugend und des fortschreitenden Mannesalters, während welcher er zu einem klareren Verständnis seiner göttlichen Natur und menschlichen Mission gelangte. Diese zweite Phase endete mit den Erfahrungen und Offen­barungen im Zusammenhang mit seiner Taufe. Die dritte Phase der irdischen Erfahrung des Meisters erstreckte sich von der Taufe über die Jahre seines Wirkens als Lehrer und Heiler bis zu der denkwürdigen Stunde des Bekenntnisses von Petrus in Cäsarea-Philippi. Diese dritte Periode seines Erdenlebens umfasste die Zeit, da seine Apostel und unmittelbaren Anhänger ihn als den Menschensohn kannten und ihn als den Messias betrachteten. Die vierte und letzte Phase seiner irdischen Laufbahn begann hier in Cäsarea-Philippi und währte bis zur Kreuzigung. Diese Periode seines Wirkens war von dem Bekenntnis zu seiner Göttlichkeit gekennzeichnet und umfasste die Werke seines letzten Jahres auf Erden. Während die Mehrzahl seiner Anhänger in ihm in dieser vierten Periode immer noch den Messias sah, kannten die Apostel ihn nun als Sohn Gottes. Des Petrus Bekenntnis bezeichnete den Beginn der neuen Periode umfassenderer Verwirklichung der Wahrheit seines hohen Amtes als ein Sohn der Selbsthingabe auf Urantia und für ein ganzes Universum, sowie die Erkenntnis dieser Tatsache, zumindest verschwommen, durch seine auserwählten Botschafter.

157:6.4

Damit brachte Jesus durch sein Leben beispielhaft zum Ausdruck, was er in seiner Religion lehrte: das Wachstum der geistigen Natur durch die Methode lebendigen Fortschritts. Im Unterschied zu seinen späteren Anhängern legte er die Betonung nicht auf den unaufhörlichen Kampf zwischen Seele und Körper. Er lehrte vielmehr, dass der Geist leicht zum Sieger über beide werden und manchen dieser Kämpfe zwischen Intellekt und Instinkt wirksam und nutzbringend schlichten kann.

157:6.5

Von da an kommt allen Unterweisungen Jesu eine neue Bedeutung zu. Vor Cäsarea-Philippi präsentierte er das Evangelium vom Königreich als meisterhafter Lehrer. Nach Cäsarea-Philippi erschien er nicht nur als Lehrer, sondern als der göttliche Vertreter des ewigen Vaters, welcher Mittelpunkt und Umfang dieses geistigen Königreiches ist, und es war ihm aufgetragen, das alles als menschliches Wesen, als Menschensohn zu tun.

157:6.6

Jesus hatte sich aufrichtig darum bemüht, zuerst als Lehrer und dann als Lehrer-Heiler seine Anhänger in das geistige Königreich zu führen, aber sie wollten es nicht so haben. Er wusste sehr wohl, dass seine irdische Mission die messianischen Erwartungen des jüdischen Volkes unmöglich erfüllen konnte; die Propheten von einst hatten einen Messias geschildert, der er nie sein könnte. Er trachtete danach, des Vaters Königreich als Menschensohn zu errichten, aber seine Anhänger waren nicht gewillt, ihm in dieses Abenteuer zu folgen. Als Jesus dessen gewahr wurde, entschloss er sich, den Gläubigen halbwegs entgegenzukommen, und machte sich bereit, in aller Offenheit die Rolle des sich selbst hingebenden Gottessohnes zu übernehmen.

157:6.7

Demzufolge bekamen die Apostel an diesem Tag, als Jesus im Garten zu ihnen sprach, viel Neues zu hören. Und einige dieser Erklärungen klangen selbst in ihren Ohren seltsam. Neben anderem Erstaunlichen hörten sie ihn folgende Erklärungen machen:

157:6.8

„Wer von jetzt an mit uns Gemeinschaft haben will, der nehme die Verpflichtungen der Sohnschaft auf sich und folge mir. Und wenn ich nicht mehr unter euch bin, denkt nicht, dass die Welt euch dann besser behandeln wird als euren Meister. Wenn ihr mich liebt, dann bereitet euch darauf vor, diese Liebe durch eure Bereitschaft zum äußersten Opfer unter Beweis zu stellen.“

157:6.9

„Und achtet gut auf meine Worte: Ich bin nicht gekommen, um die Gerechten zu rufen, sondern die Sünder. Der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben als eine Gabe für alle zu verschenken. Ich erkläre euch, dass ich gekommen bin, um die Verlorenen zu suchen und zu retten.“

157:6.10

„Niemand auf dieser Welt sieht jetzt den Vater, außer dem Sohn, der vom Vater gekommen ist. Aber wenn der Sohn erhöht sein wird, wird er alle Menschen an sich ziehen, und wer immer an diese Wahrheit von der Doppelnatur des Sohnes glaubt, dem wird ein Leben zuteil, das durch keine Zeit begrenzt wird.“

157:6.11

„Wir sprechen es zwar noch nicht öffentlich aus, dass der Menschensohn der Sohn Gottes ist, aber es ist euch offenbart worden; deshalb spreche ich unerschrocken über diese Geheimnisse zu euch. Obgleich ich hier vor euch in meiner physischen Erscheinung stehe, bin ich von Gott, dem Vater hergekommen. Bevor Abraham war, bin ich. Vom Vater bin ich in diese Welt gekommen, so wie ihr mich gekannt habt, und ich erkläre euch, dass ich in Kürze diese Welt verlassen und zur Arbeit meines Vaters zurückkehren muss.“

157:6.12

„Vermag euer Glaube jetzt die Wahrheit dieser Erklärungen zu fassen, obwohl ich euch gewarnt habe, dass der Menschensohn den Vorstellungen eurer Väter vom erwarteten Messias nicht entsprechen wird? Mein Königreich ist nicht von dieser Welt. Könnt ihr die Wahrheit über mich angesichts der Tatsache glauben, dass ich keinen Ort habe, wo ich mein Haupt hinlegen kann, während die Füchse Höhlen und die Vögel des Himmels Nester haben?“

157:6.13

„Und doch sage ich euch: der Vater und ich sind eins. Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Mein Vater arbeitet in all diesen Dingen mit mir, und er wird mich in meiner Sendung nie allein lassen, ebenso wenig wie ich euch je verlassen werde, wenn ihr euch bald aufmacht, um dieses Evangelium in der ganzen Welt zu verkündigen.“

157:6.14

„Und jetzt habe ich euch mit mir und jeden mit sich selber für eine kleine Weile abseits geführt, damit ihr die Herrlichkeit des Lebens, zu dem ich euch berufen habe, ermessen und seine Größe fassen möget: Es geht um das Glaubens­abenteuer, meines Vaters Reich in den Herzen der Menschen zu errichten, um den Bau meiner brüderlichen und lebendigen Gemeinschaft mit den Seelen aller, die an dieses Evangelium glauben.“

157:6.15

Die Apostel hörten diesen kühnen und umwerfenden Erklärungen schweigend zu; sie waren maßlos erstaunt. Und sie lösten sich in Grüppchen auf, um des Meisters Worte zu diskutieren und darüber nachzudenken. Sie hatten bekannt, dass er der Sohn Gottes sei, aber sie konnten die ganze Bedeutung dessen, wozu sie angehalten worden waren, nicht begreifen.

7. Unterredung mit Andreas

157:7.1

An diesem Abend nahm Andreas es auf sich, mit jedem seiner Brüder ein persönliches und eingehendes Gespräch zu führen, und er hatte außer mit Judas Iskariot mit jedem seiner Gefährten nützliche und ermutigende Aussprachen. Andreas hatte sich mit Judas nie einer so engen persönlichen Beziehung erfreut wie mit den anderen Aposteln und deshalb dem Umstand keine ernsthafte Bedeutung beigemessen, dass Judas nie freien und vertraulichen Umgang mit dem Haupt des Apostelkorps gepflegt hatte. Aber diesmal war Andreas über Judas’ Haltung derart besorgt, dass er später am Abend, als alle Apostel fest schliefen, Jesus aufsuchte und dem Meister den Grund seiner Beunruhigung darlegte. Jesus sagte: „Es ist nicht unangebracht, Andreas, mich in dieser Angelegenheit aufzusuchen, aber wir können weiter nichts tun; setze nur weiterhin dein vollstes Vertrauen in diesen Apostel. Und sage seinen Brüdern nichts über dieses Gespräch mit mir.“

157:7.2

Und das war alles, was Andreas Jesus entlocken konnte. Es hatte immer eine gewisse Fremdheit zwischen diesem Judäer und seinen galiläischen Brüdern geherrscht. Judas war über den Tod Johannes’ des Täufers schockiert gewesen, verschiedene Male hatte des Meisters Tadel ihn zutiefst verletzt, er war enttäuscht, als Jesus die Königswürde ausschlug, gedemütigt, als er vor den Pharisäern floh, gekränkt, als er es ablehnte, die Herausforderung der Pharisäer, die ein Zeichen verlangten, anzunehmen, bestürzt über seines Meisters Weigerung, zu Machtdemonstrationen zu greifen, und jetzt, in jüngster Vergangenheit, niedergeschlagen und manchmal mutlos wegen der leeren Kasse. Und Judas vermisste die Stimulierung durch die Menge.

157:7.3

Jeder der anderen Apostel war gleichfalls in gewissem und unterschiedlichem Maß denselben Prüfungen und Kümmernissen ausgesetzt, aber sie liebten Jesus. Zumindest müssen sie den Meister mehr geliebt haben, als Judas es tat, denn sie gingen mit ihm bis zum bitteren Ende.

157:7.4

Da er aus Judäa war, empfand Judas es als persönliche Beleidigung, als Jesus die Apostel kurz zuvor warnte, „sich vor dem Sauerteig der Pharisäer in Acht zu nehmen“; er neigte dazu, diese Erklärung als eine verhüllte Anspielung auf sich selber anzusehen. Aber Judas’ großer Fehler war dieser: Immer wieder, wenn Jesus seine Apostel wegschickte, damit sie allein für sich beteten, gab Judas Regungen menschlicher Angst nach, anstatt mit den geistigen Kräften des Universums in aufrichtige Verbindung zu treten. Er unterhielt schleichende Zweifel an Jesu Sendung und gab seiner unglückseligen Neigung nach, Rachegefühle zu hegen.

157:7.5

Und jetzt wollte Jesus seine Apostel auf den Berg Hermon mitnehmen, wo er beschlossen hatte, die vierte Phase seines irdischen Wirkens als Sohn Gottes einzuleiten. Einige von ihnen waren bei seiner Taufe im Jordan zugegen gewesen und waren Zeugen des Beginns seines Werdegangs als Menschensohn geworden, und er wünschte, dass einige von ihnen ebenfalls zugegen wären, um seine Ermächtigung zur Übernahme der neuen und öffentlichen Rolle als Sohn Gottes mit anzuhören. Also sagte Jesus am Freitagmorgen, dem 12. August, zu den Zwölfen: „Packt Proviant ein und macht euch zu einer Wanderung auf den Berg da drüben bereit, wohin mich der Geist zu gehen heißt, auf dass ich für den Abschluss meines Werks auf Erden ausgerüstet werde. Und ich möchte meine Brüder gern mitnehmen, damit auch sie gestärkt werden mögen für die Zeiten der Prüfung, die sie mit mir durchmachen werden.“


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