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Der Unendliche Geist

ALS in ewiger Vergangenheit der „erste“ unendliche und absolute Ge­danke des Universalen Vaters im Ewigen Sohn ein so vollkommenes und an­gemessenes Wort für seinen göttlichen Ausdruck fand, erwachte in beiden, dem Gedanken-Gott und dem Wort-Gott, höchstes Verlangen nach einem universalen und unendlichen Organ gemeinsamen Ausdrucks und kombinierter Aktion.

8:0.2

In der Morgendämmerung der Ewigkeit werden sich Vater und Sohn ihrer wechselseitigen engen Abhängigkeit, ihres ewigen und absoluten Einsseins unendlich bewusst; und deshalb schließen sie einen unendlichen und ewigen Bund göttlicher Partnerschaft. Dieser niemals endende Pakt dient der Ausführung ihrer gemeinsamen Konzepte auf dem ganzen Kreis der Ewigkeit; und seit diesem Ewigkeitsereignis führen der Vater und der Sohn diese göttliche Verbindung weiter.

8:0.3

Wir stehen jetzt unmittelbar vor dem Ewigkeitsursprung des Unendlichen Geistes, der Dritten Person der Gottheit. In dem Augenblick, da Gott der Vater und Gott der Sohn gemeinsam eine identische und unendliche Handlung konzipieren – die Ausführung eines absoluten Gedankenplanes – genau in diesem Moment tritt der Unendliche Geist voll entwickelt ins Dasein.

8:0.4

Wenn ich den Ursprung der Gottheiten in dieser Reihenfolge darstelle, tue ich es nur, um euch zu befähigen, euch ihre Beziehung untereinander vorzustellen. In Wirklichkeit existieren alle drei seit Ewigkeit; sie sind existentiell. Sie sind ohne Anfang und Ende der Tage; sie sind koordiniert, suprem, ultim, absolut und unendlich. Sie sind, sind immer gewesen und werden immer sein. Und sie sind drei ausgeprägt individualisierte, aber ewig miteinander verbundene Personen, Gott der Vater, Gott der Sohn und Gott der Geist.

1. Der Gott der Aktion

8:1.1

Nach der Personifizierung des Unendlichen Geistes in ewiger Vergangenheit ist der göttliche Persönlichkeitskreis vollkommen und vollständig geworden. Der Gott der Aktion existiert, und die gewaltige Bühne des Raums ist auf­ge­baut für das staunenerregende Drama der Schöpfung – das universale Aben­teuer – das göttliche Panorama der ewigen Zeitalter.

8:1.2

Die erste Handlung des Unendlichen Geistes ist das Erforschen und Erkennen seiner göttlichen Eltern, des Vater-Vaters und des Mutter-Sohnes. Er, der Geist, identifiziert sie alle beide uneingeschränkt. Er besitzt eine vollkommene Kenntnis sowohl ihrer gesonderten Persönlichkeiten und unendlichen Attribute als auch ihrer kombinierten Natur und vereinigten Funktionsweise. Hierauf gelobt die Dritte Person der Gottheit von sich aus mit transzendenter Bereitwilligkeit und inspirierender Spontaneität und trotz ihrer Gleichheit mit der Ersten und Zweiten Person Gott dem Vater ewige Treue und anerkennt die ewige Abhängigkeit von Gott dem Sohn.

8:1.3

Es liegt im Wesen dieses Vorgangs und in der wechselseitigen Anerkennung der persönlichen Unabhängigkeit jedes einzelnen bei gleichzeitiger Vereinigung aller drei im Handeln, dass der Kreis der Ewigkeit begründet ist. Die Paradies-Trinität existiert Der Schauplatz des universalen Raums ist bereit für das mannigfaltige, nie endende Panorama schöpferischer Entfaltung des Plans des Universalen Vaters durch die Persönlichkeit des Ewigen Sohnes und dank der Ausführung durch den Gott der Aktion, das ausführende Organ der Realitäts-Vollbringungen der schöpferischen Vater-Sohn-Partnerschaft.

8:1.4

Der Gott der Aktion wird tätig, und die toten Himmelsgewölbe des Raums geraten in Bewegung. Eine Milliarde vollkommener Himmelskörper tritt blitzartig ins Dasein. Bereits vor diesem hypothetischen Augenblick der Ewigkeit existieren die dem Paradies innewohnenden Raum-Energien und sind potentiell wirksam, aber sie haben kein verwirklichtes Dasein; ebenso wenig lässt sich physi­kalische Gravitation messen außer durch die Reaktion materieller Realitäten auf ihre unablässige Anziehungskraft. Zu diesem (hypothetischen) Zeitpunkt ewiger Vergangenheit gibt es kein materielles Universum, aber in dem Augenblick, da sich eine Milliarde Welten materialisiert, ist ganz offensichtlich ausreichende und angemessene Gravitation vorhanden, um diese Welten auf ewig im Griff des Paradieses zu halten.

8:1.5

Nun durcheilt die zweite Energieform, der ausströmende Geist, die Schöpfung der Götter, und gerät augenblicklich in den Sog der geistigen Gravitation des Ewigen Sohnes. So wird das von zweifacher Gravitation umfangene Universum von der Energie der Unendlichkeit berührt und in den Geist der Göttlichkeit getaucht. In dieser Weise steht der Boden des Lebens für das mentale Bewusstsein bereit, das sich in den mit dem Unendlichen Geist verbundenen Intelligenzkreisen manifestiert.

8:1.6

Nach dieser die ganze zentrale Schöpfung der Götter durchdringenden Saat potentieller Existenz handelt der Vater, und die Geschöpfespersönlichkeit erscheint. Darauf erfüllt die Gegenwart der Paradies-Gottheiten den ganzen organisierten Raum und beginnt tatsächlich, alle Dinge und Wesen paradieswärts zu ziehen.

8:1.7

Der Unendliche Geist verewigt sich gleichzeitig mit der Geburt der Welten Havonas, dieses zentralen Universums, das in Befolgung der kombinierten Konzepte und des vereinigten Willens des Vaters und des Sohnes durch ihn und mit ihm und in ihm erschaffen wird. Gerade durch diesen Akt gemeinsamer Schöpfung wird die Dritte Person zur Gottheit und so auf ewig zum Mitschöpfer.

8:1.8

Das sind die großen und erhabenen Zeiten schöpferischer Expansion des Vaters und des Sohnes durch das Handeln und im Handeln ihres gemein­samen Mitarbeiters und ausschließlichen Vollstreckers, des Dritten Zentralen Ursprungs. Es gibt keinen Bericht von diesen erregenden Zeiten. Um diese machtvollen Vorgänge zu beweisen, besitzen wir nur die kärglichen Enthüllungen des Unendlichen Geistes. Er bestätigt einzig die Tatsache, dass das Zentraluniversum mit allem, was sich darauf bezieht, in demselben Augenblick ewig wurde, als er selbst Persönlichkeit und bewusste Existenz erlangte.

8:1.9

Kurz gesagt: Der Unendliche Geist bezeugt, dass, da er ewig ist, auch das Zentraluniversum ewig ist. Und das ist der traditionelle Ausgangspunkt der Geschichte des Universums der Universen. Es ist absolut nichts bekannt und es existieren keine Dokumente über irgendein Ereignis oder Geschehen vor diesem staunenerregenden Ausbruch schöpferischer Energie und verwalterischer Weisheit, der dem gewaltigen, in der Mitte aller Dinge existierenden und so wunderbar funktionierenden Universum eine feste Form gegeben hat. Jenseits dieses Ereignisses liegen die unergründlichen Vorgänge der Ewigkeit und die Tiefen der Unendlichkeit – liegt absolutes Geheimnis.

8:1.10

Wenn wir die Entstehung des Dritten Zentralen Ursprungs solchermaßen in zeitlicher Folge darstellen, ist das ein interpretatorisches Zugeständnis an den zeitgebundenen und raumbedingten Verstand sterblicher Geschöpfe. Der menschliche Verstand braucht einen Ausgangspunkt, um sich die Universumsgeschichte vorstellen zu können, und ich bin angewiesen worden, eben diese Herangehensweise an das historische Ewigkeitskonzept anzuwenden. Im materiellen Verstand verlangt die Folgerichtigkeit eine Erste Ursache; deshalb setzen wir den Universalen Vater als Ersten Ursprung und Absolutes Zentrum der ganzen Schöpfung voraus, wobei wir gleichzeitig den Verstand aller Geschöpfe davon unterrichten, dass der Sohn und der Geist in allen Phasen der Universumsgeschichte und in allen Bereichen schöpferischer Aktivität mit dem Vater mit-ewig sind. Und wir tun dies, ohne im Geringsten Realität und Ewigkeit der Paradies-Insel und des Eigenschaftslosen, Universalen und Gottheit-Absoluten außer Acht zu lassen.

8:1.11

Der Fassungskraft des materiellen Verstandes der Kinder der Zeit ist damit genug zugemutet, sich den Vater in der Ewigkeit vorzustellen. Wir wissen, dass jedes Kind die beste Beziehung zur Realität gewinnt, wenn es zuerst die Beziehungen in der Kind-Eltern-Situation meistert und dann diese Vorstellung so erweitert, dass sie die Familie als Ganzes umfasst. In der Folge wird der wachsende Verstand des Kindes zu einer Anpassung an die Vorstellung von Familienbeziehungen fähig, von Beziehungen in der Gemeinschaft, in der Rasse, in der Welt, und danach von Beziehungen im Universum, im Superuniversum und sogar im Universum der Universen.

2. Natur des Unendlichen Geistes

8:2.1

Der Mitschöpfer existiert von Ewigkeit her und ist gänzlich und ohne Einschränkung eins mit dem Universalen Vater und mit dem Ewigen Sohn. Der Unendliche Geist spiegelt in Vollkommenheit nicht nur die Natur des Paradies-Vaters wider, sondern auch die Natur des Ursprünglichen Sohnes.

8:2.2

Der Dritte Zentrale Ursprung ist unter zahlreichen Namen bekannt: Der Universale Geist, der Höchste Führer, der Mitschöpfer, der Göttliche Vollstrecker, der Unendliche Verstand, der Geist der Geiste, der Paradies-Mutter-Geist, der Mit-Vollzieher, der Finale Koordinator, der Allgegenwärtige Geist, die Absolute Intelligenz, die Göttliche Aktion; und auf Urantia wird er manchmal mit dem kosmischen Verstand verwechselt.

8:2.3

Es ist durchaus angemessen, die Dritte Person der Gottheit als Unendlichen Geist zu bezeichnen; denn Gott ist Geist. Aber materielle Geschöpfe, die dem Irrtum zuneigen, die Materie als grundlegende Realität und Verstand und Geist als in der Materie wurzelnde Postulate anzusehen, würden den Dritten Zentralen Ursprung besser verstehen, wenn man ihn Unendliche Realität, Universalen Organisator oder Persönlichkeitskoordinator nennen würde.

8:2.4

 Der Unendliche Geist als eine universale Offenbarung der Göttlichkeit ist unerforschlich und liegt ganz und gar außerhalb des menschlichen Ver­ständnisses. Um die Absolutheit des Geistes zu empfinden, braucht ihr nur über die Unendlichkeit des Universalen Vaters nachzusinnen und in Ehrfurcht vor der Ewigkeit des Ursprünglichen Sohnes zu stehen.

8:2.5

Die Person des Unendlichen Geistes ist tatsächlich geheimnisvoll, aber nicht ebenso sehr wie diejenige des Vaters oder des Sohnes. Von allen Wesenszügen des Vaters bringt der Mitschöpfer am auffallendsten dessen Unendlichkeit zum Ausdruck. Selbst wenn das Alluniversum sich schließlich bis in die Unendlichkeit ausdehnen sollte, wären Geist-Gegenwart, Energiekontrolle und Verstandespotential des Mit-Vollziehers durchaus in der Lage, den Anfor­derungen einer derartigen grenzenlosen Schöpfung zu genügen.

8:2.6

Obwohl der Unendliche Geist in jeder Weise die Vollkommenheit, Recht­s­chaf­fenheit und Liebe des Universalen Vaters teilt, neigt er stärker den barmherzigen Wesenszügen des Ewigen Sohnes zu und wird so zum Barm­herzigkeitsspender der Paradies-Gottheiten für das Große Universum. Überall und immer – universal und ewig – ist der Geist ein barmherziger Helfer, denn so wie die göttlichen Söhne die Liebe Gottes offenbaren, so veranschaulicht der göttliche Geist Gottes Barmherzigkeit.

8:2.7

Es ist unmöglich, dass der Geist mehr Güte besäße als der Vater, da alle Güte ihren Ursprung im Vater hat, aber in den Handlungen des Geistes können wir diese Güte besser verstehen. Des Vaters Treue und des Sohnes Beständig­keit werden durch das liebevolle Wirken und den unablässigen Dienst der Persönlich­keiten des Unendlichen Geistes für die geistigen Wesen und die materiellen Geschöpfe der Planeten sehr wirklich gemacht.

8:2.8

Der Mitschöpfer erbt vom Vater die ganze Schönheit der Gedanken und seinen Wahrheitscharakter. Und diese sublimen Wesenszüge der Göttlichkeit sind in den nahezu supremen Ebenen des kosmischen Verstandes koordiniert in Unterordnung unter die unendliche und ewige Weisheit des durch nichts bedingten und grenzenlosen Verstandes des Dritten Zentralen Ursprungs.

3. Beziehung des Geistes zu Vater und Sohn

8:3.1

So wie der Ewige Sohn der Wort-Ausdruck des „ersten“ absoluten und unendlichen Gedankens des Universalen Vaters ist, so ist der Mit-Vollzieher die vollkommene Ausführung des „ersten“ vollendeten schöpferischen Konzeptes oder Plans für gemeinsames Handeln der Vater-Sohn-Persönlichkeitspartnerschaft absoluter Gedanken-Wort-Einheit. Der Dritte Zentrale Ursprung wird zugleich mit der zentralen oder Fiat-Schöpfung ewig, und von allen Universen hat einzig diese zentrale Schöp­fung ewige Existenz.

8:3.2

Seit der Personifizierung des Dritten Ursprungs nimmt der Erste Ursprung an der Universumsschöpfung nicht mehr persönlich teil. Der Universale Vater delegiert an seinen Sohn alles, was möglich ist; desgleichen verleiht der Ewige Sohn dem Mitschöpfer alle mögliche Autorität und Macht.

8:3.3

Der Ewige Sohn und der Mitschöpfer haben als Partner und durch ihre beigeordneten Persönlichkeiten jedes Universum geplant und gestaltet, das nach Havona zum Existieren kam. Der Geist unterhält mit dem Sohn bei allen späteren Schö­pfungen dieselbe Beziehung wie der Sohn mit dem Vater bei der ersten und zentralen Schö­pfung.

8:3.4

Ein Schöpfersohn des Ewigen Sohnes und ein Schöpferischer Geist des Unendlichen Geistes haben euch und euer Universum erschaffen; und während der Vater in Treue aufrecht erhält, was sie organisiert haben, fällt diesem Universumssohn und diesem Universumsgeist die Aufgabe zu, ihr Werk zu fördern und zu unterhalten und sich der Geschöpfe anzunehmen, die sie selbst erschaffen haben.

8:3.5

Der Unendliche Geist ist das eigentliche Organ des allliebenden Vaters und des allerbarmenden Sohnes bei der Ausführung ihres gemeinsamen Vorhabens, alle wahrheitsliebenden Seelen auf allen Welten von Zeit und Raum an sich zu ziehen. Im selben Augenblick, da der Ewige Sohn seines Vaters Plan zur Erlangung der Vollkommenheit für die Geschöpfe der Universen annahm, in dem Augenblick, da das Aufstiegsprojekt zum Vater-Sohn-Plan wurde, wurde der Unendliche Geist zum gemeinsamen Verwalter des Vaters und des Sohnes für die Ausführung ihres vereinten und ewigen Vorhabens. Und damit übermachte der Unendliche Geist dem Vater und dem Sohn all seine Ressourcen an göttlicher Gegenwart und an Geistpersönlichkeiten; er hat alles dem gewaltigen Plan geweiht, die fortlebenden Willensgeschöpfe zu den göttlichen Höhen paradiesischer Vollkommenheit emporzuführen.

8:3.6

Der Unendliche Geist ist eine vollständige, ausschließliche und universale Offenbarung des Universalen Vaters und seines Ewigen Sohnes. Alles Wissen von der Vater-Sohn-Partnerschaft muss über den Unendlichen Geist erlangt werden, den gemeinsamen Repräsentanten der göttlichen Gedanken-Wort-Vereinigung.

8:3.7

Der Ewige Sohn ist der einzige Weg der Annäherung an den Universalen Vater, und der Unendliche Geist ist das einzige Mittel, um den Ewigen Sohn zu erreichen. Nur dank dem geduldigen Wirken des Geistes sind die aufsteigenden Wesen der Zeit fähig, den Sohn zu entdecken.

8:3.8

In der Mitte aller Dinge ist der Unendliche Geist die erste der Paradies-Gottheiten, die von den aufsteigenden Pilgern erreicht wird. Die Dritte Person umhüllt die Zweite und die Erste Person und muss deshalb von allen An­wärtern, die vor den Sohn und seinen Vater treten möchten, immer zuerst erkannt werden.

8:3.9

Und noch auf manch andere Art repräsentiert der Geist den Vater und den Sohn und dient ihnen in ähnlicher Weise.

4. Der Geist göttlicher Zuwendung

8:4.1

Parallel zum physischen Universum, in dem die Gravitation des Paradieses alle Dinge zusammenhält, existiert das geistige Universum, in welchem das Wort des Sohnes den Gedanken Gottes interpretiert und, wenn „Fleisch geworden“, das liebende Erbarmen der kombinierten Naturen der vereinten Schöpfer bekundet. Aber in dieser ganzen materiellen und geistigen Schöpfung existiert überall eine weite Zone, wo der Unendliche Geist und seine geistigen Kinder das mit Geduld und immerwährender Zuneigung verbundene Erbarmen der göttlichen Eltern für die von ihnen gemeinsam ersonnenen und erschaffenen intelligenten Kinder an den Tag legen. Ewig währender Dienst am Verstand ist die Essenz des göttlichen Charakters des Geistes. Und die ganze geistige Nachkommenschaft des Mit-Vollziehers teilt diesen Wunsch zu helfen, diesen göttlichen Drang zu dienen.

8:4.2

Gott ist Liebe, der Sohn ist Barmherzigkeit, der Geist ist Dienen – Spenden göttlicher Liebe und endloser Barmherzigkeit an die ganze intelligente Schöpfung. Der Geist ist die Personifizierung der Liebe des Vaters und der Barmherzigkeit des Sohnes; in ihm sind sie auf ewig vereint zum universalen Dienst. Der Geist ist auf die kreatürliche Schöpfung angewandte Liebe, die kombinierte Liebe des Vaters und des Sohnes.

8:4.3

Auf Urantia ist der Unendliche Geist als allgegenwärtiger Einfluss, als universale Gegenwart bekannt, aber in Havona werdet ihr ihn als eine persönliche, wirklich dienende Gegenwart kennen lernen. Dort ist das Dienen des Paradies-Geistes das vorbildliche und inspirierende Modell für jedes seiner beigeordneten Geistwesen und jede seiner untergeordneten Persönlichkeiten, welche den erschaffenen Wesen auf den Welten von Zeit und Raum beistehen. In diesem göttlichen Universum nahm der Unendliche Geist vollen Anteil an den sieben transzendenten Erscheinungen des Ewigen Sohnes; in derselben Weise beteiligte er sich an den sieben Selbsthingaben des ursprünglichen Michael-Sohnes auf den Kreisen Havonas und wurde dadurch zum mitfühlenden und verstehenden geistigen Helfer jedes Pilgers der Zeit, der diese vollkommenen Kreise der Höhe durchschreitet.

8:4.4

Wenn ein Schöpfersohn Gottes den verantwortungsvollen Auftrag zur Schöpfung eines geplanten Lokaluniversums annimmt, verpflichten sich die Persönlichkeiten des Unendlichen Geistes, unermüdlich an der Seite des Michael-Sohnes zu wirken, der sich zu seiner Sendung schöpferischen Abenteuers aufmacht. Vor allem in den Personen der Schöpferischen Töchter, der Mutter-Geiste der Lokaluniversen, finden wir den Unendlichen Geist hingebungsvoll darum bemüht, den Aufstieg der materiellen Geschöpfe zu immer höheren Ebenen geistiger Vollbringung zu fördern. Und dieses ganze Dienen an den Geschöpfen geschieht in enger Zusammenarbeit mit den Persönlichkeiten der Schöpfersöhne dieser Lokaluniversen und in vollkommener Harmonie mit ihren Zielen.

8:4.5

So wie die Gottessöhne der gigantischen Aufgabe obliegen, einem Universum die liebende Vaterpersönlichkeit zu offenbaren, so widmet sich der Unendliche Geist dem nie endenden Amt, dem individuellen Verstand jedes Kindes jedes Universums die vereinte Liebe des Vaters und des Sohnes zu offenbaren. In den Lokalschöpfungen steigt der Geist nicht in sterblicher Gestalt zu den materiellen Rassen herab, wie bestimmte Gottessöhne es tun, sondern der Unendliche Geist und seine ihm beigeordneten Geiste stufen sich selbst herab, indem sie sich freudig einer erstaunlichen Serie göttlicher Abschwächungen unterziehen, bis sie als Engel erscheinen, um euch zur Seite zu stehen und euch durch die demütigen Pfade der irdischen Existenz zu führen.

8:4.6

In der Tat kommt der Unendliche Geist, und zwar als Person, durch diese abnehmende Serie sehr nahe an jedes Wesen tierischen Ursprungs der Planeten heran. Und der Geist tut das alles, ohne seine Existenz als Dritte Person der Gottheit in der Mitte aller Dinge im Mindesten zu schmälern.

8:4.7

Der Mitschöpfer ist wahrhaftig und für immer die große dienende Persön­lichkeit, der universale Barmherzigkeitsspender. Um das dienende Amt des Geistes zu verstehen, sinnt über die Wahrheit nach, dass er das kombinierte Abbild der unendlichen Liebe des Vaters und der ewigen Barmherzigkeit des Sohnes ist. Das Wirken des Geistes beschränkt sich indessen nicht nur auf die Repräsentation des Ewigen Sohnes und des Universalen Vaters. Der Unendliche Geist besitzt auch die Macht, die Geschöpfe der Welt in seinem eigenen Namen und Recht zu betreuen; die Dritte Person hat göttliche Würde und waltet ihres universalen Amtes der Barmherzigkeit in ihrem eigenen Namen.

8:4.8

Je mehr der Mensch über das liebevolle und unermüdliche Wirken der niedrigeren Ordnungen der Geschöpfesfamilie dieses Unendlichen Geistes erfährt, umso mehr wird er die transzendente Natur und den unvergleichlichen Charakter dieser kombinierten Aktion des Universalen Vaters und des Ewigen Sohnes bewundern und verehren. Dieser Geist ist tatsächlich „die Augen des Herrn, die immer über den Rechtschaffenen wachen“ und „die göttlichen Ohren, die für ihre Gebete immer offen sind“.

5. Die Gegenwart Gottes

8:5.1

Das hervorstechende Merkmal des Unendlichen Geistes ist die Allgegenwart. Von einem Ende zum anderen des Universums der Universen ist dieser alles durchdringende Geist, der so sehr der Gegenwart eines universalen und göttlichen Verstandes gleicht, überall anwesend. Sowohl die Zweite als auch die Dritte Person der Gottheit sind auf allen Welten durch ihre immer gegenwärtigen Geiste vertreten.

8:5.2

Der Vater ist unendlich und deshalb einzig durch das Wollen begrenzt. Bei der Vergabe der Justierer und der Aufnahme in den Persönlichkeitskreis handelt der Vater allein, aber für den Kontakt geistiger Kräfte mit intelligenten Wesen gebraucht er die Geistwesen und Persönlichkeiten des Ewigen Sohnes und des Unendlichen Geistes. Er ist beliebig mit dem Sohn oder mit dem Mit-Vollzieher geistig gegenwärtig; er ist gegenwärtig mit dem Sohn und im Geist. Der Vater ist höchst gewiss überall gegenwärtig, und wir erkennen seine Gegenwart an all diesen verschiedenen, aber miteinander verbundenen Kräften, Einflüssen und Anwesenheiten.

8:5.3

In euren heiligen Schriften scheint der Ausdruck G eist Gottes austauschbar verwendet zu werden, um sowohl den Unendlichen Geist des Paradieses als auch den Schöpferischen Geist eures Lokaluniversums zu bezeichnen. Der Heilige Geist ist der geistige Kreislauf dieser Schöpferischen Tochter des Unendlichen Geistes des Paradieses. Der Heilige Geist ist ein jedem Lokaluniversum eigentümlicher Kreislauf und wirkt nur innerhalb der Grenzen des geistigen Bereichs dieser Schöpfung; der Unendliche Geist hingegen ist allgegenwärtig.

8:5.4

Es gibt viele geistige Einflüsse, und sie sind alle wie ein einziger. Selbst die Arbeit der Gedankenjustierer, obwohl unabhängig von allen anderen Einflüssen, fällt stets mit dem geistigen Wirken der kombinierten Einflüsse des Unendlichen Geistes und des Mutter-Geistes eines Lokaluniversums zusammen. So wie diese geistigen Anwesenheiten im Leben von Urantianern wirken, können sie nicht voneinander getrennt werden. In eurem Verstand und auf eure Seele wirken sie trotz ihrer verschiedenen Ursprünge wie ein einziger Geist. Und so wie ihr die Erfahrung dieser vereinten geistigen Betreuung macht, wird sie für euch zum Einfluss des Supremen, „der fähig ist, euch immer vor Verfehlung zu bewahren und euch vor dem Vater in der Höhe untadelig erscheinen zu lassen“.

8:5.5

Denkt stets daran, dass der Unendliche Geist der Mit -Vollzieher ist; der Vater und der Sohn wirken beide in ihm und durch ihn; er ist nicht nur als er selbst gegenwärtig, sondern auch als der Vater und als der Sohn und als der Vater-Sohn. In Anerkennung dieses Sachverhaltes und aus vielen zusätzlichen Gründen bezieht man sich oft auf die geistige Gegenwart des Unendlichen Geistes als auf „den Geist Gottes“.

8:5.6

Es wäre auch folgerichtig, vom Zusammenspiel sämtlicher geistiger Ein­flüsse als vom Geist Gottes zu sprechen, denn dieses Zusammenspiel ist wahrhaftig die Vereinigung der Geiste Gottes des Vaters, Gottes des Sohnes, Gottes des Geistes und des Siebenfachen Gottes – eben der Geist des Supremen Gottes.

6. Persönlichkeit des Unendlichen Geistes

8:6.1

Gestattet der universumsweiten Vergabe und immensen Austeilung des Dritten Zentralen Ursprungs nicht, die Tatsache seiner Persönlichkeit zu verdunkeln oder anderswie von ihm abzulenken. Der Unendliche Geist ist eine universale Gegenwart, eine ewige Aktion, eine kosmische Macht, ein heiliger Einfluss und ein universaler Verstand; er ist alles das und noch unendlich mehr, aber er ist auch eine wahre und göttliche Persönlichkeit.

8:6.2

Der Unendliche Geist ist eine vollständige und vollkommene Persönlichkeit, der göttliche Ebenbürtige und Gleichgeordnete des Universalen Vaters und des Ewigen Sohnes. Der Mitschöpfer ist für die höheren Intelligenzen der Universen genauso real und sichtbar wie der Vater und der Sohn; tatsächlich noch in höherem Maße, denn der Geist ist es, den alle Aufsteiger erreichen müssen, bevor sie sich durch den Sohn dem Vater nähern können.

8:6.3

Der Unendliche Geist, die Dritte Person der Gottheit, besitzt alle Attribute, die ihr mit einer Persönlichkeit in Verbindung bringt. Der Geist ist mit absolutem Verstand ausgestattet: „Der Geist ergründet alle Dinge, sogar die tiefen Dinge Gottes.“ Der Geist ist nicht nur mit Verstand, sondern auch mit Willen begabt. Von der Austeilung seiner Gaben steht geschrieben: „Aber all dies wirkt ein und derselbe Geist, der jedem Einzelnen das Seine zuteilt und gerade so, wie er es will.“

8:6.4

„Die Liebe des Geistes“ ist wirklich, und ebenso wirklich seine Betrübnis; deshalb „bekümmert den Geist Gottes nicht“. Ob wir den Unendlichen Geist als Paradies-Gottheit oder als Schöpferischen Geist eines Lokaluniversums beobachten, finden wir, dass der Mitschöpfer nicht nur der Dritte Zentrale Ursprung ist, sondern auch eine göttliche Person. Diese göttliche Persönlichkeit reagiert auch gegenüber dem Universum als eine Person. Der Geist spricht zu euch: „Wer Ohren hat, der höre, was der Geist sagt.“ „Der Geist selber legt für euch Fürsprache ein.“ Der Geist übt einen direkten und persönlichen Einfluss auf die erschaffenen Wesen aus, „denn all jene, die sich durch den Geist Gottes führen lassen, sind Söhne Gottes“.

8:6.5

Auch wenn wir das Phänomen des Wirkens des Unendlichen Geistes auf den entlegensten Welten des Universums der Universen betrachten, auch wenn wir beobachten, wie diese selbe koordinierende Gottheit in den ungezählten, dem Dritten Zentralen Ursprung entstammenden Legionen mannigfaltiger Wesen wirkt und durch sie handelt, auch wenn wir die Allgegenwart des Geistes feststellen, so bekräftigen wir trotzdem, dass dieser Dritte Zentrale Ursprung eine Person ist, der Mitschöpfer aller Dinge, aller Wesen und aller Universen.

8:6.6

In der Verwaltung der Universen sind Vater, Sohn und Geist vollkommen und ewig miteinander verbunden. Obwohl jeder von ihnen sich einem persönlichen Dienst an der Gesamtschöpfung widmet, sind alle drei göttlich und absolut eng zusammengeschlossen im dienenden Amt der Schöpfung und Kontrolle, das sie auf ewig eins macht.

8:6.7

In der Person des Unendlichen Geistes sind der Vater und der Sohn wechselseitig anwesend, immerdar und in uneingeschränkter Vollkommenheit, denn der Geist ist wie der Vater und wie der Sohn, aber auch wie der Vater und der Sohn, da sie beide auf ewig eins sind.

8:6.8

[Auf Urantia dargeboten von einem Göttlichen Ratgeber aus Uversa, der von den Ältesten der Tage mit der Darstellung von Wesen und Werk des Unendlichen Geistes beauftragt wurde.]


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