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Die Lebensbringer

DAS Leben entsteht nicht spontan. Das Leben wird nach Plänen konstruiert, die von den (nicht offenbarten) Architekten des Seins ersonnen werden, und erscheint auf den bewohnten Planeten entweder durch direkten Import oder als Ergebnis der Operationen der lokaluniversellen Lebensbringer. Diese Lebensbringer zählen zu den interessantesten und vielseitigsten der so unterschiedlichen Familie von Universumssöhnen. Sie sind damit betraut, das Leben der Geschöpfe zu entwerfen und auf die planetarischen Sphären zu bringen. Und nachdem sie auf diesen neuen Welten das Leben angesiedelt haben, bleiben sie dort während langer Zeitperioden, um seine Entwicklung zu fördern.

1. Ursprung und Natur der Lebensbringer

36:1.1

Obwohl die Lebensbringer zur Familie göttlicher Söhne gehören, stellen sie einen besonderen und eigenen Typus von Universumssöhnen dar, da sie in einem Lokal­universum die einzige Gruppe intelligenten Lebens sind, an deren Erschaffung sich die Lenker des Superuniversums beteiligen. Die Lebens­bringer sind die Sprosse dreier vorausexistierender Persönlichkeiten: des Schöp­fersohnes, des Muttergeistes des Universums und, je nach Bestimmung, eines der drei Ältesten der Tage, welche die Geschicke des betreffenden Super­universums leiten. Dieselben Ältesten der Tage, die allein die Auslöschung intel­ligenten Lebens verfügen können, beteiligen sich auch an der Erschaffung der Lebensbringer, die den Auftrag haben, das physische Leben auf den sich entwickelnden Welten anzusiedeln.

36:1.2

Die Register des Universums von Nebadon vermelden die Erschaffung von hundert Millionen Lebensbringern. Dieses wirksame Korps von Lebenssäern ist nicht wirklich eine sich selbst regierende Gruppe. Sie werden von dem Trio der Lebensbestimmung geleitet, das aus Gabriel, dem Melchisedek-Vater und Nambia, dem ursprünglichen, erstgeborenen Lebensbringer von Nebadon besteht. Aber in allen Phasen ihrer Abteilungsverwaltung regieren sie sich selber.

36:1.3

Die Lebensbringer werden in drei große Abteilungen eingeteilt: Die erste Abteilung ist diejenige der Senior-Lebensbringer, die zweite die der Assistenten und die dritte die der Bewahrer. Die primäre Abteilung weist zwölf Untergruppen von Spezialisten für die verschiedenen Manifestationsweisen des Lebens auf. Die Abgrenzung dieser drei Abteilungen wurde durch die Melchisedeks vorgenommen, die zu diesem Zweck auf der Hauptwelt der Lebensbringer Tests durchführten. Seither sind die Melchisedeks immer eng mit den Lebensbringern verbunden, und sie begleiten sie immer, wenn sie ausziehen, um auf einem neuen Planeten das Leben anzusiedeln.

36:1.4

Wenn ein evolutionärer Planet schließlich im Licht und Leben verankert ist, organisieren sich die Lebensbringer neu in beratenden Körpern mit empfehlenden Eigenschaften, um weiterhin Verwaltung und Entwicklung der Welt und ihrer verherrlichten Wesen helfend zu begleiten. In den späteren stabilen Zeitaltern eines sich entwickelnden Universums werden die Lebensbringer mit vielen neuen Aufgaben betraut.

2. Die Lebensbringer-Welten

36:2.1

Die Melchisedeks üben die allgemeine Aufsicht über die vierte Gruppe von sieben primären Sphären des Salvingtonkreises aus. Diese Welten der Lebensbringer bezeichnet man wie folgt:

36:2.2

1. Die Lebensbringer-Hauptwelt.

36:2.3

2. Die Sphäre der Lebensplanung.

36:2.4

3. Die Sphäre der Lebenserhaltung.

36:2.5

4. Die Sphäre der Lebensentwicklung.

36:2.6

5. Die Sphäre des mit Verstand verbundenen Lebens.

36:2.7

6. Die Sphäre von Verstand und Geist in den Lebewesen.

36:2.8

7. Die Sphäre nicht offenbarten Lebens.

36:2.9

Jede dieser primären Sphären wird von sechs Satelliten umgeben, auf denen die Sonderphasen aller Lebensbringeraktivitäten des Universums zentriert sind.

36:2.10

Die Welt Nummer Eins, die Hauptsphäre, mit den sechs von ihr abhängigen Satel­liten, ist dem Studium des universellen Lebens, des Lebens in all seinen bekannten Erscheinungsformen, gewidmet. Hier befindet sich die Lehranstalt für Lebensplanung, an der Lehrer und Berater aus Uversa und Havona und sogar aus dem Paradies wirken. Und ich habe die Erlaubnis zu enthüllen, dass sich die sieben zentralen Stellungen der mentalen Hilfsgeiste auf dieser Welt der Lebensbringer befinden.

36:2.11

Die Zahl zehn – das Dezimalsystem – ist dem physischen Universum inhärent, nicht aber dem geistigen. Der Bereich des Lebens charakterisiert sich durch drei, sieben und zwölf oder durch Vielfache und Kombinationen dieser Grundzahlen. Es gibt drei uranfängliche und grundlegend verschiedene Lebens­ebenen nach der Ordnung der drei Zentralen Ursprünge des Paradieses, und im Universum von Nebadon erscheinen diese drei Grundformen des Lebens getrennt auf drei verschiedenen Planetentypen. Es gab ursprünglich zwölf verschiedene göttliche Vorstellungen von übertragbarem Leben. Diese Zahl zwölf mit ihren Unterteilungen und Vielfachen zieht sich in allen sieben Superuniversen durch alle dem Leben zugrunde liegenden Urmuster. Es gibt auch sieben architektonische Typen des Lebensentwurfs, fundamentale Anordnungen der Fortpflanzungsstrukturen der lebenden Materie. Die Lebensurmuster von Orvonton sind als zwölf Erbschaftsträger strukturiert. Die verschiedenen Ordnungen von Willensgeschöpfen sind nach den Zahlen 12, 24, 48, 96, 192, 384 und 768 strukturiert. Auf Urantia gibt es in den Geschlechtszellen der menschlichen Fortpflanzung achtundvierzig Einheiten der Urmusterkontrolle – Bestimmer der Wesenszüge.

36:2.12

Die Zweite Welt ist die Sphäre, wo das Leben entworfen wird; hier werden alle neuen Arten von Lebensorganisation ausgearbeitet. Obwohl die ursprünglichen Lebensentwürfe vom Schöpfersohn stammen, ist die tatsächliche Ausarbeitung dieser Pläne den Lebensbringern und ihren Mitarbeitern anvertraut. Wenn die allgemeinen Lebenspläne für eine neue Welt festgelegt worden sind, werden sie an die Hauptsphäre weitergeleitet, wo sie durch den höchsten Rat der Senior-Lebensbringer in Zusammenarbeit mit einem Beraterkorps von Melchisedeks einer eingehenden Prüfung unterzogen werden. Wenn sich diese Pläne von den zuvor genehmigten Formeln entfernen, müssen sie vom Schöpfersohn überprüft und gutgeheißen werden. Oft vertritt das Oberhaupt der Melchisedeks den Schöpfersohn bei diesen Beratungen.

36:2.13

Deshalb ist das planetarische Leben auf jeder evolutionären Welt, wenn auch einige Gemeinsamkeiten aufweisend, doch in mancher Hinsicht verschieden. Selbst in einer uniformen Lebensserie innerhalb einer einzelnen Familie von Welten finden sich keine zwei Planeten, auf denen das Leben genau gleich ist; es gibt immer einen planetarischen Typus, denn die Lebensbringer arbeiten ständig daran, die ihrer Hut anvertrauten Lebensformeln zu verbessern.

36:2.14

Es gibt über eine Million fundamentaler oder kosmischer chemischer Formeln, welche die elterlichen Urmuster der Lebenserscheinungen und ihre zahlreichen grund­legenden funktionellen Variationen darstellen. Der Satellit Nummer eins der Lebensplanungssphäre ist das Reich der Universumsphysiker und -elektrochemiker, die den Lebensbringern als technische Assistenten beim Erfassen, Organisieren und Manipulieren der wesentlichen Einheiten der Energie dienen, die zum Aufbau der materiellen Träger der Lebenstransmission, des so genannten Keimplasmas, gebraucht werden.

36:2.15

Die planetarischen Laboratorien für Lebensplanung befinden sich auf dem zweiten Satelliten der Welt Nummer zwei. In diesen Laboratorien arbeiten die Lebensbringer und all ihre Mitarbeiter mit den Melchisedeks im Bemühen zusammen, das zur Ansiedlung auf den Dezimalplaneten Nebadons bestimmte Leben zu modifizieren und wenn möglich zu verbessern. Gerade auf dieser Welt ist das Leben, das sich jetzt auf Urantia entwickelt, geplant und teilweise ausgearbeitet worden, denn Urantia ist ein Dezimalplanet, eine Experimentierwelt des Lebens. Auf einer von zehn Welten sind größere Abweichungen von den normalen Lebensmodellen als auf den übrigen (nicht experimentellen) Welten erlaubt.

36:2.16

Die Welt Nummer Drei ist der Bewahrung des Lebens gewidmet. Hier studieren und entwickeln die Assistenten und Bewahrer vom Korps der Lebensbringer verschiedene Methoden zum Schutze und zur Aufrechterhaltung des Lebens. Die Lebenspläne für jede neue Welt sehen immer die frühe Einsetzung der Lebensbewahrungskommission vor, bestehend aus Bewahrerspezialisten, die sich auf die gewandte Manipulation der grundlegenden Lebens-Urmuster verstehen. Auf Urantia gab es vierundzwanzig solcher Bewahrer-Kommissionsmitglieder, zwei für jedes fundamentale oder elterliche Urmuster der architektonischen Organisation des Lebensmaterials. Auf Planeten wie dem euren pflanzt sich die höchste Form des Lebens durch ein Paket von Lebensträgern fort, das vierundzwanzig Urmustereinheiten besitzt. (Und da das intellektuelle Leben aus dem physischen erwächst und auf diesem gründet, treten auch die vierundzwanzig Grundordnungen der psychischen Organisation ins Dasein.)

36:2.17

Auf Sphäre Nummer Vier und den von ihr abhängigen Satelliten widmet man sich dem Studium der Evolution des Geschöpfeslebens im Allgemeinen und den evolutionären Vorläufern jeder Lebensstufe im Besonderen. Das ursprüngliche Lebensplasma einer evolutionären Welt muss das ganze Potential für alle zukünftigen Entwicklungsvariationen und für alle späteren evolutionären Umwandlungen und Veränderungen enthalten. Die Vorkehrungen für so weitreichende Projekte der Lebensmetamorphose können unter Umständen das Auftreten vieler scheinbar unnützer Formen des tierischen und pflanzlichen Lebens erfordern. Solche Nebenprodukte der planetarischen Evolution, ob vor­ausgesehen oder nicht, erscheinen auf dem Schauplatz des Geschehens nur, um wiederum zu verschwinden, aber durch diesen ganzen langen Prozess hindurch ziehen sich wie ein roter Faden die weisen und intelligenten Formulierungen der ursprünglichen Entwerfer des planetarischen Lebensplanes und Projektes der Gattung. Die mannigfaltigen Nebenprodukte der biologischen Evolution sind alle wesentlich für das schließliche volle Funktionieren der höheren intelligenten Lebensformen, auch wenn unter Umständen von Zeit zu Zeit eine große äußere Disharmonie herrscht, während sich die höheren Geschöpfe emporkämpfen, um der niedrigeren Lebensformen Herr zu werden, von denen viele sich so sehr dem Frieden und der Bequemlichkeit der sich entwickelnden Willensgeschöpfe entgegenstellen.

36:2.18

Die Welt Nummer Fünf befasst sich ausschließlich mit Leben in Verbindung mit Verstand. Auf jedem ihrer Satelliten widmet man sich dem Studium einer einzigen Phase des Geschöpfesverstandes im Zusammenhang mit dem Geschöpfes­leben. Der Verstand, wie der Mensch ihn begreift, wird von den sieben mentalen Hilfsgeisten, den Organen des Unendlichen Geistes, verliehen, die ihn den nicht-unterweisbaren oder mechanischen Verstandesebenen überlagern. Die Urmuster des Lebens sprechen unterschiedlich auf diese Hilfsgeiste und die verschiedenen überall in den Universen von Zeit und Raum wirkenden geistigen Einflüsse an. Die Fähigkeit der materiellen Geschöpfe zu geistiger Antwort hängt ganz und gar von der ihnen verliehenen Verstandesbegabung ab, die ihrerseits für den Lauf der biologischen Evolution derselben sterblichen Geschöpfe richtunggebend war.

36:2.19

Auf der Welt Nummer Sechs beschäftigt man sich mit der Beziehung von Verstand und Geist in deren Verknüpfung mit lebendigen Formen und Orga­nismen. Auf dieser Welt und ihren sechs Trabanten befinden sich die Schulen für Geschöpfeskoordination, an denen Lehrer aus dem Zentral­univer­sum wie aus dem Superuniversum in Zusammenarbeit mit den Ausbildern von Nebadon über die höchsten Ebenen dozieren, die die Geschöpfe in Zeit und Raum erreichen können.

36:2.20

Die Siebente Sphäre der Lebensbringer widmet sich nicht offenbarten Gebieten evolutionären Geschöpfeslebens, nämlich seiner Beziehung zu der kosmischen Philosophie der zunehmenden Verwirklichung des Supremen Wesens.

3. Verpflanzung des Lebens

36:3.1

Das Leben erscheint in den Universen nicht spontan; die Lebensbringer müssen es auf den öden Planeten erst initiieren. Sie sind es, die das Leben, wie es auf den evolutionären Welten des Raums erscheint, dorthin bringen, für seine Ausbreitung sorgen und es behüten. Alles Leben, wie es sich in den auf Urantia bekannten Ordnungen und Formen darbietet, entsteht durch diese Söhne, obwohl auf Urantia nicht alle Formen planetarischen Lebens existieren.

36:3.2

Das Lebensbringerkorps, das den Auftrag hat, einer neuen Welt das Leben einzupflanzen, besteht gewöhnlich aus hundert Senior-Lebensbringern, hundert Assistenten und tausend Bewahrern. Oft bringen die Lebensbringer das Lebensplasma mit sich auf eine neue Welt, aber nicht immer. Manchmal organisieren sie die Lebensurmuster erst nach ihrer Ankunft auf dem ihnen anvertrauten Planeten gemäß den zuvor gebilligten Formeln für ein neues Abenteuer der Lebensgründung. Und gerade so hat das planetarische Leben auf Urantia begonnen.

36:3.3

Wenn die physischen Urmuster den genehmigten Formeln gemäß bereitstehen, katalysieren die Lebensbringer dieses unbelebte Material, indem sie aus ihren Personen den geistigen Lebensfunken überspringen lassen; und sogleich wird aus den toten Urmustern lebendige Materie.

36:3.4

Der Lebensfunke – das Mysterium des Lebens – wird durch die Lebens­bringer, aber nicht von ihnen, verliehen. Allerdings lenken sie diese Vorgänge und formulieren sie das Lebensplasma, aber der Muttergeist des Universums ist es, der den wesentlichen Faktor des lebendigen Plasmas liefert. Von der Schöpferischen Tochter des Unendlichen Geistes kommt der Energiefunke, der den Körper belebt und den Verstand erahnen lässt.

36:3.5

Bei der Verleihung des Lebens übertragen die Lebensbringer nichts von ihrer persönlichen Natur, nicht einmal auf jenen Sphären, für die neue Ordnungen des Lebens geplant sind. Sie entzünden jeweils nur den Lebensfunken und übertragen ihn, lösen nur die erforderlichen Rotationen der Materie aus in Befolgung der physischen, chemischen und elektrischen Bestimmungen der verfügten Pläne und Urmuster. Die Lebensbringer sind eine lebendige katalytische Gegenwart, welche die sonst inaktiven Elemente der materiellen Existenzordnung bewegen, organisieren und vitalisieren.

36:3.6

Den Lebensbringern eines planetarischen Korps steht zur Ansiedlung des Lebens auf einer neuen Welt eine bestimmte Periode zur Verfügung, etwa eine halbe Million Jahre der Zeit des Planeten. Wenn diese Periode zu Ende geht, was gewisse Resultate in der Entwicklung des planetarischen Lebens erkennen lassen, hören ihre Anstrengungen zur Lebensimplantation auf, und sie können in der Folge dem Leben auf diesem Planeten nichts Neues oder Zusätzliches mehr hinzufügen.

36:3.7

Während der Zeitalter, die zwischen der Ansiedlung des Lebens und dem Auftreten menschlicher Geschöpfe mit sittlichem Status liegen, ist es den Lebensbringern erlaubt, das Lebensumfeld zu beeinflussen und noch auf andere Weise den Lauf der biologischen Evolution in eine günstige Richtung zu lenken. Und das tun sie während langer Zeitabschnitte.

36:3.8

Wenn es den auf einer neuen Welt wirkenden Lebensbringern einmal gelungen ist, ein mit Willen, mit sittlicher Entscheidungs- und geistiger Wahlfähigkeit begabtes Wesen hervorzubringen, nimmt ihre Arbeit ein Ende – sie sind damit fertig; von nun an dürfen sie das sich entwickelnde Leben nicht mehr manipulieren. Von diesem Punkt an muss die Entwicklung alles Lebendigen gemäß den Anlagen der innewohnenden Natur und der Tendenzen weitergehen, die den planetarischen Lebensformeln und Urmustern bereits mitgegeben und in ihnen festgelegt worden sind. Es ist den Lebensbringern nicht gestattet, mit dem Willen zu experimentieren oder sich in seine Betätigung einzumischen; es ist ihnen nicht erlaubt, sittliche Geschöpfe zu beherrschen oder willkürlich zu beeinflussen.

36:3.9

Nach der Ankunft eines Planetarischen Fürsten schicken sie sich zur Abreise an, obgleich zwei Senioren und zwölf Bewahrer einen zeitweiligen Verzicht geloben und sich bereit erklären können, auf unbestimmte Zeit auf dem Planeten auszuharren, um bei der weiteren Entwicklung und Bewahrung des Lebens­plasmas als Berater zu wirken. Zwei derartige Söhne dienen jetzt mit ihren zwölf Mitarbeitern auf Urantia.

4. Melchisedek-Lebensbringer

36:4.1

In ganz Nebadon gibt es in jedem Lokalsystem bewohnter Welten eine einzelne Sphäre, auf der die Melchisedeks als Lebensbringer gewirkt haben. Diese Orte sind als die midsoniten Welten der Systeme bekannt, und auf jeder von ihnen hat sich ein materiell umgeänderter Melchisedek mit einer ausgewählten Tochter von der materiellen Sohnesordnung vermählt. Die Mutter-Evas solcher midsoniter Welten werden vom Hauptsitz des zuständigen Systems abgesandt, nachdem sie der designierte Melchisedek-Lebensbringer aus den zahlreichen Freiwilligen ausgewählt hat, welche sich auf den Aufruf hin gemeldet haben, den der Systemsouverän an die Materiellen Töchter seiner Sphäre hat ergehen lassen.

36:4.2

Die Abkömmlinge eines Melchisedek-Lebensbringers und einer Materiellen Tochter nennt man Midsoniter. Der Melchisedek-Vater einer solchen Rasse himmlischer Geschöpfe verlässt schließlich den Planeten seiner einzigartigen Lebensfunktion, und die Mutter-Eva dieser besonderen Ordnung von Universumswesen reist nach dem Erscheinen der siebenten Generation planetarischer Nachkommen ebenfalls ab. Die Leitung einer solchen Welt geht dann an ihren ältesten Sohn über.

36:4.3

Die midsoniten Geschöpfe leben und wirken auf ihren herrlichen Welten als sich fortpflanzende Wesen, bis sie das Alter von eintausend Standardjahren erreicht haben; daraufhin werden sie durch seraphischen Transport weggebracht. Von da an sind die Midsoniter fortpflanzungsunfähige Wesen, weil die Technik der Dematerialisierung, die an ihnen vor ihrer Einseraphierung vorgenommen wird, sie für immer ihres Zeugungsprivilegs beraubt.

36:4.4

Der gegenwärtige Status dieser Wesen kann weder als sterblich noch als unsterblich bezeichnet werden, noch kann man sie eindeutig menschlichen oder göttlichen Wesen zurechnen. Diese Geschöpfe werden nicht von Justierern bewohnt und sind daher schwerlich unsterblich. Aber ebenso wenig scheinen sie sterblich zu sein; noch kein Midsoniter hat je den Tod erlitten. Alle Midsoniter, die je in Nebadon geboren wurden, sind heute am Leben. Sie wirken auf ihrer Geburtswelt, auf irgendeiner zwischengeschalteten Sphäre oder auf der midsoniten Sphäre Salvingtons in der Weltengruppe der Finalisten.

36:4.5

Die Finalistenwelten Salvingtons. Die Melchisedek-Lebensbringer und die ihnen verbundenen Mutter-Evas gehen von den midsoniten Sphären des Systems weg auf die Finalistenwelten des Salvingtonkreises, wo auch ihren Nach­kommen bestimmt ist, sich zu versammeln.

36:4.6

Es sollte in diesem Zusammenhang erklärt werden, dass die fünfte Gruppe von sieben primären Welten im Salvingtonkreis aus den Welten der Finalisten Nebadons besteht. Die Kinder der Melchisedek-Lebensbringer und der Mate­riel­len Töchter bewohnen die siebente Welt der Finalisten, die midsonite Sphäre von Salvington.

36:4.7

Die Satelliten der sieben primären Welten der Finalisten sind der Begegnungsort für die Persönlichkeiten von Super- und Zentraluniversum, die in Nebadon irgendeine Mission ausführen. Während sich die aufsteigenden Sterblichen auf allen kulturellen Welten und Schulungssphären der 490 Welten einschließlich der Melchisedek-Universität frei bewegen können, gibt es gewisse besondere Schulen und zahlreiche Sperrzonen, zu denen ihnen der Zutritt verwehrt ist. Das gilt insbesondere für die neunundvierzig der Oberhoheit der Finalisten unterstellten Sphären.

36:4.8

Die Bestimmung der midsoniten Geschöpfe ist gegenwärtig unbekannt, aber es macht den Anschein, als versammelten sich diese Persönlichkeiten auf der siebenten Finalistenwelt, um sich auf irgendeine mögliche künftige Univer­sumsentwicklung vorzubereiten. Wenn wir uns über die midsoniten Rassen erkundigen wollen, verweist man uns immer an die Finalisten, und diese lehnen es stets ab, sich über die Bestimmung ihrer Mündel auszulassen. Ungeachtet unserer Ungewissheit hinsichtlich der Zukunft der Midsoniter wissen wir, dass jedes Lokaluniverum Orvontons solch ein anschwellendes Korps dieser geheimnisvollen Wesen beherbergt. Die Melchisedek-Lebensbringer sind des Glaubens, dass ihre midsoniten Kinder eines Tages mit dem transzendenten, ewigen Geist der Absonität des Ultimen Gottes ausgestattet werden.

5. Die sieben mentalen Hilfsgeiste

36:5.1

Es ist die Gegenwart der sieben mentalen Hilfsgeiste auf den primitiven Welten, die den Lauf der organischen Evolution bestimmt; das erklärt, wieso die Evolution absichtsvoll und nicht zufällig ist. Die Hilfsgeiste sind Ausdruck jener Funktion der mentalen Betreuung durch den Unendlichen Geist, die sich durch das Wirken des Muttergeistes eines Lokaluniversums bis auf die niedrigeren Ordnungen intelligenten Lebens erstreckt. Die Hilfsgeiste sind die Kinder des Universums-Muttergeistes und verkörpern ihren persönlichen Dienst am Verstand der materiellen Weltenbewohner. Wo und wann immer sich solcher Verstand manifestiert, sind diese Geiste in verschiedener Weise am Werk.

36:5.2

Die sieben mentalen Hilfsgeiste besitzen Namen, die den folgenden Bezeich­nungen entsprechen: Intuition, Begreifen, Mut, Wissen, Rat, Anbetung und Weisheit. Diese Verstandesgeiste üben auf allen bewohnten Welten einen auf differenzierte Weise stimulierenden Einfluss aus, wobei jeder von ihnen nach Empfänglichkeitseigenschaften Ausschau hält, um sich manifestieren zu können, und zwar ganz unabhängig davon, in welchem Grad seine Gefährten Empfangs­bereitschaft und Gelegenheit zum Funktionieren vorfinden.

36:5.3

Dank den zentralen Standorten der Hilfsgeiste auf der Hauptwelt der Lebensbringer sind die leitenden Lebensbringer informiert über Ausmaß und Qualität der Verstandesfunktion der Hilfsgeiste auf irgendeiner Welt und in irgendeinem gegebenen lebendigen Organismus mit intellektuellem Status. Was die fünf ersten Hilfsgeiste anbelangt, sind diese Standorte des lebendigen Verstandes vollkommene Indikatoren der lebendigen Verstandesfunktion. Aber die zentralen Stellungen der Hilfsgeiste sechs und sieben – der Anbetung und Weisheit – registrieren nur eine qualitative Funktion. Die quantitative Aktivität des Hilfsgeistes der Anbetung und des Hilfsgeistes der Weisheit wird in unmittelbarer Gegenwart der Göttlichen Ministerin auf Salvington registriert, denn es handelt sich dabei um eine persönliche Erfahrung des Muttergeistes des Universums.

36:5.4

Die sieben mentalen Hilfsgeiste begleiten die Lebensbringer immer auf einen neuen Planeten, aber sie sollten nicht als Wesenheiten betrachtet werden; sie gleichen eher Kreisläufen. Die Geiste der sieben Universums-Helfer wirken nicht unabhängig von der Universumsgegenwart der Göttlichen Ministerin als Persönlichkeiten; sie sind in Wahrheit eine Bewusstseinsebene der Göttlichen Ministerin und stets dem Handeln und der Gegenwart der Schöpferischen Mutter unterworfen.

36:5.5

Die Worte fehlen uns, um diese sieben mentalen Hilfsgeiste angemessen zu charak­terisieren. Sie dienen den niedrigeren Ebenen des erfahrungsmäßigen Verstandes, und man kann sie in der Reihenfolge der evolutionären Stufen­bewältigung wie folgt beschreiben:

36:5.6

1. Der Geist der Intuition – rasche Wahrnehmung, die primitiven physischen und eingeborenen reflexmäßigen Instinkte, die Orientierungsfähigkeit und andere Selbsterhaltungsgaben aller Verstandesschöpfungen; der einzige Hilfsgeist, der so weitgehend in den tieferen Ordnungen tierischen Lebens wirkt und der einzige, der in umfassender funktioneller Berührung mit den unterweisungsunfähigen Ebenen des mechanischen Verstandes steht.

36:5.7

2. Der Geist des Begreifens – der Impuls zur Koordination, die spontane und offenbar automatische Ideenassoziation. Es ist die Gabe der Koordination erworbenen Wissens, das Phänomen schnellen Folgerns, raschen Urteilens und prompter Entscheidung.

36:5.8

3. Der Geist des Mutes – die Gabe der Treue – in persönlichen Wesen, Basis der Charakterformung und intellektuelle Wurzel sittlichen Stehvermögens und geistiger Tapferkeit. Wenn Erleuchtung durch die Tatsachen und Inspiration durch die Wahrheit hinzukommen, wird dies das Geheimnis des Drangs zum evolutionären Aufstieg durch die Kanäle intelligenter und bewusster Selbstlenkung.

36:5.9

4. Der Geist des Wissens – die Neugier-Mutter von Abenteuerlust und Entdeckerdrang, der wissenschaftliche Geist; der Führer und treue Gefährte der Geiste des Mutes und des Rates; die Triebfeder, die die Gaben des Mutes in die nützlichen Bahnen stetigen Wachstums leitet.

36:5.10

5. Der Geist des Rates – der sittliche Antrieb, die Gabe der Zusam­men­arbeit innerhalb der Gattung; die Fähigkeit der Willensgeschöpfe, mit ihren Gefährten zu harmonieren; der Ursprung des Herdeninstinkts bei den niedrigeren Geschöpfen.

36:5.11

6. Der Geist der Anbetung – der religiöse Impuls, der erste differenzierende Antrieb, der die Verstandesgeschöpfe in die zwei fundamentalen Klassen sterblicher Existenz scheidet. Der Geist der Anbetung unterscheidet für immer das tierische Wesen, mit dem er verbunden ist, von den seelenlosen, mit Verstand begabten Geschöpfen. Anbetung ist das Kennzeichen der Anwart­schaft auf geistigen Aufstieg.

36:5.12

7. Der Geist der Weisheit – das angeborene Verlangen aller sittlichen Geschöpfe nach geordnetem und progressivem evolutionärem Aufstieg. Dieser Geist ist der oberste der Helfer, der geistige Koordinator und Gliederer des Werks aller übrigen. Er ist das Geheimnis des den Verstandesgeschöpfen angeborenen Drangs, das effektive, praktische Programm der aufsteigenden Existenzskala in Angriff zu nehmen und daran festzuhalten; er ist jene Gabe lebendiger Dinge, die verantwortlich ist für die unerklärliche Fähigkeit der Geschöpfe, den Tod zu überleben und im Fortleben die Koordination aller ihrer vergangenen Erfahrungen und gegenwärtigen Gelegenheiten zu benutzen, um all das zu erwerben, was die anderen sechs mentalen Hilfsgeiste zusammen im Verstand des betreffenden Organismus mobilisieren können. Weisheit ist der Gipfel aller intellektuellen Leistung. Weisheit ist das Ziel einer rein mentalen und sittlichen Existenz.

36:5.13

Die mentalen Hilfsgeiste wachsen an Erfahrung, erlangen aber nie Persönlichkeit. Ihre Funktion macht eine Entwicklung durch, und ihre Funktion in den tierischen Ordnungen ist in gewissem Ausmaß wesentliche Voraussetzung für das Funktionieren aller sieben als menschlicher Intellekt. Ihre Beziehung zum tierischen Bereich macht die Hilfsgeiste als menschlicher Verstand praktisch wirksamer; deshalb sind die Tiere in gewissem Grade unentbehrlich sowohl für die intellektuelle als auch für die physische Entwicklung des Menschen.

36:5.14

Diese mentalen Helfer eines lokaluniversellen Muttergeistes stehen zum Geschöp­fesleben mit Intelligenzstatus in einer ganz ähnlichen Beziehung wie die Machtzentren und physischen Überwacher zu den unbelebten Kräften des Universums. Sie leisten in den Verstandeskreisen der bewohnten Welten unschätzbare Dienste und sind wirksame Mitarbeiter der Physischen Haupt­überwacher, die ebenfalls als Überwacher und Lenker jener Verstandesebenen dienen, die dem Wirken der Hilfsgeiste vorausgehen, der Ebenen des nicht unterweisbaren oder mechanischen Verstandes.

36:5.15

Bevor der lebendige Verstand fähig wird, aus Erfahrung zu lernen, gehört er zur Domäne der Physischen Hauptüberwacher. Bevor der Geschöpfesverstand dahingelangt, die Göttlichkeit wahrzunehmen und die Gottheit zu verehren, ist er die ausschließliche Domäne der Hilfsgeiste. Mit dem Erscheinen der geistigen Ansprechbarkeit des Geschöpfesintellekts wird ein erschaffener Verstand plötzlich mit Überverstand begabt – augenblicklich in die Geistkreisläufe des lokaluniversellen Muttergeistes aufgenommen.

36:5.16

Die mentalen Hilfsgeiste stehen in keiner Weise in direkter Beziehung zur andersgearteten und hochgeistigen Funktion des Geistes der persönlichen Gegenwart der Göttlichen Ministerin, des Heiligen Geistes der bewohnten Welten; aber ihr Wirken geht dem Erscheinen ebendieses Geistes im evolutionären Menschen voraus und bereitet ihn darauf vor. Die Helfer ermöglichen dem Muttergeist des Universums einen mannigfaltigen Kontakt mit den materiellen lebendigen Geschöpfen eines Lokal­universums und die Kontrolle über sie, aber ihr Wirken auf vorpersönlichen Ebenen findet im Supremen Wesen keinen Widerhall.

36:5.17

Nichtgeistiger Verstand ist entweder eine Manifestation geistiger Energie oder ein Phänomen physischer Energie. Selbst der menschliche Verstand, der persönliche Verstand, besitzt keine Voraussetzungen zum Fortleben, außer er identifiziere sich mit dem Geist. Der Verstand ist ein göttliches Geschenk, aber er ist nicht unsterblich, solange er ohne geistige Schau arbeitet und ihm die Fähigkeit abgeht, anzubeten und sich nach dem Fortleben zu sehnen.

6. Lebendige Kräfte

36:6.1

Das Leben ist zugleich mechanischer und vitaler Natur – materiell und geistig. Die Physiker und Chemiker Urantias werden in ihrem Verständnis der Protoplasmaarten des pflanzlichen und tierischen Lebens ständig fortschreiten, aber nie werden sie imstande sein, lebendige Organismen zu erzeugen. Das Leben ist etwas von allen Energiemanifestationen Verschiedenes; sogar das materielle Leben physischer Geschöpfe ist der Materie nicht eingeboren.

36:6.2

Materielle Dinge können sich einer unabhängigen Existenz erfreuen, aber Leben entspringt einzig dem Leben. Verstand kann sich nur von zuvor existierendem Verstand ableiten. Geist entstammt nur geistigen Ahnen. Das Geschöpf kann unter Umständen die Formen des Lebens herstellen, aber nur eine Schöpferpersönlichkeit oder eine schöpferische Kraft kann den aktivierenden Lebensfunken liefern.

36:6.3

Die Lebensbringer können die materiellen Formen oder physischen Urmuster der Lebewesen organisieren, aber der Geist liefert den auslösenden Lebensfunken und schenkt die Verstandesbegabung. Selbst die lebendigen Formen experimentellen Lebens, die die Lebensbringer auf ihren Welten Salvingtons organisieren, sind nie zur Fortpflanzung fähig. Wenn die Lebensformeln und vitalen Urmuster richtig zusammengefügt und zweckmäßig organisiert werden, genügt die Gegenwart eines Lebensbringers, um das Leben auszulösen, aber allen derartigen lebendigen Organismen fehlen zwei wesentliche Eigenschaften: Verstandesbegabung und Fortpflanzungsfähigkeit. Tierischer und menschlicher Verstand sind Geschenke des durch die sieben mentalen Hilfsgeiste wirkenden Muttergeistes des Lokaluniversums, während die Fortpflanzungsfähigkeit der Geschöpfe eine spezifische und persönliche Gabe des Universums-Geistes an das durch die Lebensbringer eingeweihte Ur-Lebensplasma ist.

36:6.4

Nachdem die Lebensbringer die Urmuster des Lebens entworfen und die Energiesysteme organisiert haben, muss sich ein zusätzliches Phänomen ereignen; diesen leblosen Formen muss der „Lebensatem“ eingehaucht werden. Die Gottessöhne können wohl die Lebensformen konstruieren, aber es ist der Geist Gottes, der tatsächlich den Lebensfunken beisteuert. Und wenn das so verliehene Leben erlischt, wird der zurückbleibende materielle Körper wiederum zu toter Materie. Wenn das geschenkte Leben erschöpft ist, kehrt der Körper in den Schoß des materiellen Universums zurück, dem die Lebensbringer ihn entlehnt hatten, damit er als vorübergehendes Vehikel für die Gabe des Lebens diene, die sie auf diese sichtbare Verbindung von Energie und Materie übertragen hatten.

36:6.5

Das von den Lebensbringern an Pflanzen und Tiere ausgeteilte Leben kehrt nach dem Tod der Pflanze oder des Tieres nicht zu den Lebensbringern zurück. Das von solchen Lebensträgern weichende Leben besitzt weder Identität noch Persönlichkeit; es überlebt den Tod nicht individuell. Während seiner Existenz, während der Zeit seines Aufenthaltes im Körper aus Materie, ist mit ihm eine Veränderung vorgegangen; es hat eine energetische Entwicklung durchgemacht und lebt nur als Teil der kosmischen Kräfte des Universums weiter; es überlebt nicht als individuelles Leben. Das Fortleben sterblicher Geschöpfe fußt gänzlich auf der Entwicklung einer unsterblichen Seele im sterblichen Verstand.

36:6.6

Wir sprechen vom Leben als einer „Energie“ oder „Kraft“, aber es ist in Wirklichkeit weder das eine noch das andere. Kraft-Energie spricht unterschiedlich auf die Gravitation an; nicht so das Leben. Ebenso wenig antworten die Urmuster auf die Gravitation, da sie eine Konfiguration von Energien sind, die sich der Gravitation gegenüber bereits aller Antwortschulden entledigt haben. Das Leben als solches ist die Animation irgendeines – ob materiellen, verstandesmäßigen oder geistigen – Energiesystems, das durch Urmuster gestaltet ist oder ein andersgeartetes Sonderdasein führt.

36:6.7

Es gibt im Zusammenhang mit der Entwicklung des Lebens auf den evolutionären Planeten einiges, was uns nicht ganz klar ist. Wir verstehen die physische Organisation der elektrochemischen Formeln der Lebensbringer vollkommen, aber Natur und Ursprung des Funkens der Lebensaktivierung begreifen wir nicht völlig. Wir wissen, dass das Leben vom Vater über den Sohn und durch den Geist fließt. Es ist mehr als wahrscheinlich, dass die Hauptgeiste der siebenfache Kanal des Lebensstromes sind, der über die ganze Schöpfung ausgegossen wird. Aber wir verstehen die Technik nicht, durch welche der lenkende Hauptgeist sich an der anfänglichen Episode der Lebensverleihung auf einem neuen Planeten beteiligt. Wir sind überzeugt, dass auch die Ältesten der Tage ihren Anteil an der Einweihung des Lebens auf einem neuen Planeten haben, aber dessen Natur ist uns völlig unbekannt. Wir wissen mit Bestimmtheit, dass der Muttergeist des Universums tatsächlich die leblosen Urmuster vitalisiert und dem solcherweise aktivierten Plasma das Vorrecht der Fortpflanzung der Organismen verleiht. Wir stellen fest, dass diese drei, die manchmal als die Supremen Schöpfer von Zeit und Raum bezeichnet werden, Ebenen des Siebenfachen Gottes sind; aber darüber hinaus wissen wir kaum mehr als die Sterblichen Urantias – nur, dass das Konzept in der Natur des Vaters liegt, der Ausdruck in der des Sohnes und die Verwirklichung des Lebens in der des Geistes.

36:6.8

[Verfasst durch einen als Beobachter auf Urantia stationierten Vorondadek-Sohn, der in dieser Eigenschaft auf Verlangen des Melchisedek-Oberhauptes des Leitenden Offenbarungskorps handelt.]


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