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Die Paradies-Söhne Gottes

NACH ihrer Funktion im Superuniversum Orvontons werden die Söhne Gottes in drei allgemeine Kategorien eingeordnet:

20:0.2

1. Die niedersteigenden Söhne Gottes.

20:0.3

2. Die aufsteigenden Söhne Gottes.

20:0.4

3. Die trinitisierten Söhne Gottes.

20:0.5

Die niedersteigenden Ordnungen der Sohnschaft umfassen Persönlichkeiten direkter und göttlicher Schöpfung. Die aufsteigenden Söhne, wie die sterblichen Geschöpfe, erlangen diesen Status durch erfahrungsmäßige Teilnahme an der schöp­ferischen Technik, die man Evolution nennt. Die trinitisierten Söhne sind eine Gruppe gemischten Ursprungs, die alle Wesen einschließt, die von der Paradies-Trinität umfangen worden sind, auch wenn sie nicht direkten trinitären Ursprungs sind.

1. Die niedersteigenden Söhne Gottes

20:1.1

Alle niedersteigenden Söhne Gottes haben einen hohen göttlichen Ursprung. Sie widmen sich dem niedersteigenden Amt des Dienens auf den Welten und Systemen von Zeit und Raum, um dort den niedrigen Geschöpfen evolutionären Ursprungs – den aufsteigenden Söhnen Gottes – den Fortschritt auf ihrem Weg zum Paradies zu erleichtern. Von den zahlreichen Ordnungen niedersteigender Söhne werden wir in diesen Ausführungen derer sieben beschreiben. Die Söhne, die auf der zentralen Insel des Lichts und Lebens aus den Gottheiten hervorgehen, heißen Paradies-Söhne Gottes und umfassen die folgenden drei Ordnungen:

20:1.2

1. Die Schöpfersöhne – die Michaele.

20:1.3

2. Die Richtersöhne – die Avonale.

20:1.4

3. Die Lehrersöhne der Trinität – die Daynale.

20:1.5

Die übrigen vier Ordnungen niedersteigender Sohnschaft kennt man als die Söhne Gottes des Lokaluniversums :

20:1.6

4. Die Melchisedek-Söhne.

20:1.7

5. Die Vorondadek-Söhne.

20:1.8

6. Die Lanonandek-Söhne.

20:1.9

7. Die Lebensbringer.

20:1.10

Die Melchisedeks sind die gemeinsamen Sprosse des Schöpfersohnes, des Schöp­ferischen Geistes und des Melchisedek-Vaters eines Lokaluniversums. Sowohl Vorondadeks wie auch Lanonandeks werden durch einen Schöpfersohn und seine Mitarbeiterin, den Schöpferischen Geist, ins Leben gerufen. Die Vorondadeks sind am besten bekannt als die Allerhöchsten, als die Väter der Konstellationen, die Lanonandeks als die Souveräne der Systeme und als Planetarische Fürsten. Die dreifache Ordnung der Lebensbringer wird durch einen Schöpfersohn und einen Schöpferischen Geist gemeinsam mit einem der drei Ältesten der Tage des betreffenden Superuniversums ins Dasein gebracht. Aber es ist sinnvoller, Wesen und Aktivitäten dieser Söhne Gottes des Lokaluniversums in jenen Schriften zu behandeln, die sich mit den Angelegenheiten der Lokalschöpfungen befassen.

20:1.11

Die Paradies-Söhne Gottes sind dreifachen Ursprungs: Die primären oder Schöp­fersöhne werden durch den Universalen Vater und den Ewigen Sohn ins Dasein gebracht; die sekundären oder Richtersöhne sind die Kinder des Ewigen Sohnes und des Unendlichen Geistes; die Lehrersöhne der Trinität entstammen dem Vater, dem Sohn und dem Geist. Vom Standpunkt des Dienens, der Anbetung und der Bittstellung sind die Paradies-Söhne wie ein einziger; ihr Geist ist eins, und ihr Wirken ist hinsichtlich Qualität und Vollkommenheit identisch.

20:1.12

So wie die Paradies-Ordnungen der Tage sich als göttliche Verwalter bewährt haben, haben sich die Ordnungen der Paradies-Söhne als göttliche Überbringer offenbart – als Schöpfer, Dienende, Sich-Selbst-Hingebende, Richter, Lehrer und Wahrheitsoffenbarer. Man findet sie im Universum der Universen von den Gestaden der ewigen Insel bis zu den bewohnten Welten der Zeit und des Raums, wobei sie im Zentraluniversum und in den Superuniversen mannigfache Dienste leisten, die in diesen Schriften nicht enthüllt werden. Je nach Art und Ort ihres Dienstes sind sie verschieden organisiert, aber in einem Lokaluniversum dienen sowohl Richter- wie Lehrersöhne unter der Leitung des dort herrschenden Schöpfersohnes.

20:1.13

Die Schöpfersöhne scheinen eine in ihrer Person zentrierte Geistbegabung zu besitzen, über die sie gebieten und die sie austeilen können, wie euer eigener Schöpfersohn es tat, als er seinen Geist über alle Sterblichen Urantias ausgoss. Jeder Schöpfersohn ist in seinem eigenen Universum mit dieser geistigen Anziehungskraft ausgestattet; er ist sich persönlich jeder Handlung und jeder Gemütsbewegung jedes in seinem Gebiet dienenden niedersteigenden Gottessohnes bewusst. Es ist dies eine göttliche Widerspiegelung, ein Lokal­universumsdoppel jener weit ausholenden absoluten geistigen Anzie­hungs­kraft des Ewigen Sohnes, die ihm erlaubt, mit all seinen Paradies-Söhnen Kontakt aufzunehmen und zu unterhalten, wo im ganzen Universum der Uni­versen sie sich auch immer aufhalten mögen.

20:1.14

Die Paradies-Schöpfersöhne dienen nicht nur als Söhne in ihren nieder­steigenden Werken des Dienens und der Hingabe, sondern wirken nach Abschluss ihrer Missionen der Selbsthingabe in ihrer eigenen Schöpfung als Uni­ver­­sumsväter, während die anderen Gottessöhne mit ihrem Dienst der Selbsthingabe und geistigen Hebung fortfahren, um die Planeten einen nach dem anderen für die willige Anerkennung der liebevollen Herrschaft des Universalen Vaters zu gewinnen, was schließlich in der Hingabe der Geschöpfe an die Ausführung des Willens des Paradies-Vaters gip­felt und in der planetarischen Treue gegenüber der Universumssouveränität seines Schöpfersohnes.

20:1.15

In einem durch sieben Selbsthingaben gegangenen Schöpfersohn mischen sich Schöpfer und Geschöpf für immer in verstehender, teilnahmsvoller und erbarmender Verbindung. Der ganze Orden der Michaele, der Schöpfersöhne, ist so einzigartig, dass die Betrachtung ihrer Natur und Tätigkeiten der nächsten Schrift dieser Serie vorbehalten ist, während dieser Bericht sich hauptsächlich mit den zwei übrigen Ordnungen von Paradies-Söhnen, den Richtersöhnen und den Lehrersöhnen der Trinität, beschäftigt.

2. Die Richtersöhne

20:2.1

Jedes Mal, wenn sich eine durch den Ewigen Sohn formulierte originale und absolute Vorstellung von einem Wesen mit einem durch den Unendlichen Geist konzipierten neuen und göttlichen Ideal liebenden Dienens vereinigt, geht daraus ein neuer und originaler Gottessohn, ein Paradies-Richtersohn, hervor. Diese Söhne bilden die Ordnung der Avonale im Gegensatz zu der Ordnung der Michaele, der Schöpfersöhne. Obwohl selber nicht Schöpfer im persönlichen Sinne, arbeiten sie mit den Michaelen in all ihrem Wirken eng zusammen. Die Avonale sind planetarische Liebespender und Richter, die Magistraten der Zeit-Raum-Welten – für alle Rassen, auf allen Welten und in allen Universen.

20:2.2

Wir haben gute Gründe zu der Annahme, dass die Gesamtzahl der Rich­tersöhne im Großen Universum ungefähr eine Milliarde beträgt. Sie sind eine sich selbst regierende Ordnung, die von ihrem höchsten Rat im Paradies gelenkt wird. Dieser setzt sich aus erfahrenen Avonalen zusammen, die den Diensten aller Universen entnommen wurden. Aber wenn sie zur Erfüllung eines Auftrags einem Lokaluniversum zugeteilt sind, dienen sie unter der Leitung des dortigen Schöpfersohnes.

20:2.3

Die Avonale sind die auf den einzelnen Planeten der Lokaluniversen dienenden und sich hingebenden Paradies-Söhne. Und da jeder Avonal-Sohn eine ausschließliche Persönlichkeit besitzt, da auch nicht ihrer zwei einander gleichen, ist ihr Werk individuell einmalig auf den Welten ihres Aufenthaltes, wo sie sich oft als Sterbliche inkarnieren und manchmal von irdischen Müttern der evolutionären Welten geboren werden.

20:2.4

Zusätzlich zu den Diensten, die sie auf höheren Verwaltungsebenen leisten, haben die Avonale auf den bewohnten Welten eine dreifache Aufgabe:

20:2.5

1. Richterliche Handlungen. Sie handeln beim Abschluss der planetarischen Dispensationen. Im Laufe der Zeit können auf jedem einzelnen Planeten Dutzende, ja Hunderte von solchen Sendungen durchgeführt werden, und die Avonale können als Dispensationsbeendiger, als Befreier der schlafenden Fortlebenden unzählige Male auf dieselbe oder andere Welten gehen.

20:2.6

2. Richtermissionen. Ein planetarischer Besuch dieser Art findet gewöhnlich vor der Ankunft eines Sohnes der Selbsthingabe statt. Bei einer solchen Mission erscheint der Avonal als ein Erwachsener der Welt durch eine Inkarnationstechnik ohne menschliche Geburt. Nach diesem ersten üblichen Richterbesuch können die Avonale sowohl vor wie nach dem Erscheinen eines Sohnes der Selbsthingabe auf demselben Planeten in Richterfunktion dienen. Bei diesen zusätzlichen Richtermissionen kann ein Avonal in materieller, sichtbarer Gestalt erscheinen oder auch nicht, aber bei keiner von ihnen wird er in der Welt als ein hilfloser Säugling geboren.

20:2.7

3. Missionen der Selbsthingabe. Die Avonal-Söhne geben sich alle mindestens einmal an eine menschliche Rasse auf irgendeiner evolutionären Welt hin. Richterliche Besuche sind zahlreich, der Richtermissonen mag es mehrere geben, aber auf jedem Planeten erscheint nur ein einziger Sohn der Selbsthingabe. Selbsthingabe-Avonale werden von Frauen in derselben Weise geboren, wie sich Michael von Nebadon auf Urantia inkarnierte.

20:2.8

Der Zahl der von einem Avonal-Sohn unternommenen Richter- und Selbsthingabe-Missionen ist keine Grenze gesetzt, aber gewöhnlich gibt es, nachdem er siebenmal durch diese Erfahrung hindurchgegangen ist, einen Aufschub zugunsten derer, die weniger lang in dieser Weise gedient haben. Die Söhne mit mehrfacher Selbsthingabe-Erfahrung werden darauf dem hohen persönlichen Rat eines Schöpfersohnes zugeteilt und nehmen fortan an der Verwaltung der Universumsangelegenheiten teil.

20:2.9

Bei all ihrem Wirken für eine bewohnte Welt und auf ihr stehen den Richtersöhnen zwei Geschöpfesordnungen des Lokaluniversums zur Seite, die Melchisedeks und die Erzengel. Auf Selbsthingabe-Missionen werden sie zusätzlich von den Leuchtenden Abendsternen begleitet, die ebenfalls aus der Lokalschöpfung stammen. Bei jedem planetarischen Einsatz werden die sekundären Paradies-Söhne, die Avonale, durch die ganze Macht und Autorität eines primären Paradies-Sohnes, des Schöpfersohnes, unterstützt, in dessen Lokaluniversum sie dienen. Ihr Werk auf einer bewohnten Sphäre ist praktisch ebenso wirksam und annehmbar, wie wenn ein Schöpfersohn auf einer solchen von Menschen bevölkerten Welt gedient hätte.

3. Richterliche Handlungen

20:3.1

Man nennt die Avonale Richtersöhne, weil sie die hohen Richter der Welten sind, die anlässlich der aufeinander folgenden Dispensationen über die Welten der Zeit zu Gericht sitzen. Sie leiten die Auferweckung der schlafenden Fortlebenden, halten über die Welt Gericht, beenden eine Dispensation aufgeschobener Rechtsprechung, vollstrecken die Urteile, nachdem ein Zeitalter lang Barmherzigkeit auf Bewährung gespendet worden ist, weisen den auf dem Planeten dienenden Geschöpfen ihre Aufgaben in der neuen Dispensation zu und kehren nach Abschluss ihrer Mission an den Hauptsitz ihres Lokaluniversums zurück.

20:3.2

Wenn die Avonale über die Geschicke eines Zeitalters zu Gericht sitzen, befinden sie über das Schicksal der evolutionären Rassen, aber auch wenn sie die Auslöschung der Identität persönlicher Geschöpfe verfügen, vollziehen sie solche Urteile nicht selber. Allein die Obrigkeit eines Superuniversums führt Verdikte dieser Art aus.

20:3.3

Die Ankunft eines Paradies-Avonals auf einer evolutionären Welt zur Be­endigung einer Dispensation und zur Einweihung einer neuen Ära planetarischen Fortschritts bedeutet nicht notwendigerweise eine Richter- oder Selbs­thingabemission. Richtermissionen sind manchmal, Selbsthingabemis­sionen immer Inkarnationen; das heißt, dass die Avonale bei solchen Aufgaben auf einem Planeten – buchstäblich – in materieller Gestalt dienen. Ihre übrigen Besuche sind „technischer“ Art, und bei einem solchen Auftrag wird ein Avonal für den planetarischen Dienst nicht inkarniert. Wenn ein Richtersohn nur zum Abschluss einer Dispensation kommt, erscheint er auf einem Planeten als ein geistiges Wesen, das für die materiellen Geschöpfe der Welt unsichtbar ist. Derartige technische Besuche finden in der langen Geschichte einer bewohnten Welt wiederholt statt.

20:3.4

Avonal-Söhne können als planetarische Richter wirken, bevor sie die Erfahrung von Richter- und Selbsthingabemissionen machen. Nach diesen beiden Sendungen hingegen wird der inkarnierte Sohn das zu Ende gehende Planetenalter richten. Dasselbe gilt für einen Schöpfersohn, wenn er sich in Menschengestalt auf einer Selbsthingabemission befindet. Wenn ein Paradies-Sohn eine evolutionäre Welt besucht und wie einer ihrer Bewohner wird, beendet seine Anwesenheit eine Di­s­pensation und bedeutet, dass die Welt gerichtet wird.

4. Richtermissionen

20:4.1

Bevor ein Sohn der Selbsthingabe auf einer bewohnten Welt erscheint, wird der Planet üblicherweise von einem Paradies-Avonal in Richtermission besucht. Wenn es sich um eine erste Richtermission handelt, inkarniert sich der Avonal immer als materielles Wesen. Er erscheint auf dem ihm bestimmten Planeten als ein voll erwachsener männlicher Angehöriger der sterblichen Rassen, als ein Wesen, das den sterblichen Geschöpfen jener Tage und Generation gänzlich sichtbar ist und mit ihnen in physischen Kontakt tritt. Während der ganzen Dauer einer Richterinkarnation besteht eine vollständige und ununterbrochene Verbindung zwischen dem Avonal-Sohn und den lokalen und universellen geistigen Kräften.

20:4.2

Ein Planet kann vor und nach dem Erscheinen eines Sohnes der Selbsthingabe viele Besuche von Richtersöhnen erleben. Derselbe oder andere Avonale können ihn als Richter viele Male jeweils am Ende einer Dispensation besuchen, aber solche technischen Missionen des Gerichts sind weder Selbsthingabe- noch Richtermissionen, und die Avonale inkarnieren sich dabei nie. Sogar wenn ein Planet mit wiederholten Richtermissionen gesegnet wird, unterziehen sich die Avonale nicht immer einer sterblichen Inkarnation; und wenn sie tatsächlich in sterblicher Gestalt dienen, erscheinen sie stets als erwachsene Wesen der Welt; sie werden nicht von einer Frau geboren.

20:4.3

Während ihrer Inkarnation im Rahmen einer Selbsthingabe- oder Richter­mission haben die Paradies-Söhne erfahrene Justierer, und diese Justierer wechseln von Inkarnation zu Inkarnation. Die Justierer, die den Verstand der inkarnierten Gottessöhne bewohnen, können nie hoffen, durch eine Fusion mit den sie beherbergenden menschlich-göttlichen Wesen Persönlichkeit zu erlangen, aber sie werden oft auf Geheiß des Universalen Vaters personifiziert. Solche Justierer bilden auf Divinington den höchsten leitenden Rat für Admi­nistration, Identifikation und Aussendung der Unergründlichen Mentoren auf die bewohnten Welten. Auch empfangen und beglaubigen sie die Justierer bei ihrer Rückkehr in den „Schoß des Vaters“, nachdem der Tod ihre irdischen Gefäße aufgelöst hat. Auf diese Weise werden die treuen Justierer der Weltenrichter zu den hohen Leitern ihresgleichen.

20:4.4

Urantia hat nie einen Avonal-Sohn auf Richtermission empfangen. Wäre Urantia dem allgemeinen Plan bewohnter Welten gefolgt, wäre ihm irgendwann zwischen den Tagen Adams und der Selbsthingabe von Christus Michael die Segnung einer Richtermission zuteil geworden. Aber die übliche Abfolge von Paradies-Söhnen ist auf eurem Planeten vor neunzehnhundert Jahren durch das Erscheinen des zu seiner abschließenden Selbsthingabe antretenden Schöpfersohnes völlig umgestürzt worden.

20:4.5

Es kann sein, dass Urantia noch den Besuch eines Avonals mit dem Auftrag, sich während einer Richtermission zu inkarnieren, erhalten wird, aber was das künftige Erscheinen von Paradies-Söhnen betrifft, „kennen nicht einmal die Engel im Himmel Zeit und Art solcher Besuche“, denn eine Welt, auf der eine Selbsthingabe eines Michaels stattgefunden hat, wird zur individuellen und persönlichen Schutzbefohlenen dieses Meistersohnes und ist als solche vollkommen dessen Plänen und Entscheidungen unterworfen. Und auf eurer Welt wird das Ganze noch durch Michaels Versprechen seiner Wiederkehr kompliziert. Ganz gleichgültig, welche Missverständnisse den Aufenthalt Michaels von Nebadon auf Urantia umgeben, eines steht mit Sicherheit fest: sein Versprechen, auf eure Welt zurückzukehren. Angesichts dieser Aussicht kann einzig die Zeit die künftige Reihenfolge der Besuche der Paradies-Söhne Gottes auf Urantia enthüllen.

5. Selbsthingabe der Paradies-Söhne Gottes

20:5.1

Der Ewige Sohn ist das ewige Wort Gottes. Der Ewige Sohn ist der vollkommene Ausdruck des „ersten“ absoluten und unendlichen Gedankens seines ewigen Vaters. Wenn ein persönliches Doppel, eine göttliche Erweiterung dieses Ursprünglichen Sohnes sich auf eine Mission der Selbsthingabe in sterblicher Gestalt begibt, wird es buchstäblich wahr, dass das göttliche „Wort Fleisch geworden ist“ und das Wort somit unter den bescheidenen Wesen tierischen Ursprungs weilt.

20:5.2

Auf Urantia herrscht der weit verbreitete Glaube, der Zweck der Selbsthingabe eines Sohnes sei, irgendwie die Haltung des Universalen Vaters zu beeinflussen. Aber ihr solltet aufgeklärt genug sein, um zu wissen, dass das nicht wahr ist. Die Selbsthingaben der Avonal- und Michael-Söhne sind ein notwendiger Teil eines erfahrungsmäßigen Prozesses, der dazu bestimmt ist, diese Söhne zu sicheren und mitfühlenden Richtern und Herrschern über die Völker und Planeten von Zeit und Raum werden zu lassen. Das Durchlaufen von sieben Selbsthingaben ist das höchste Ziel aller Paradies-Schöpfersöhne. Und alle Richtersöhne sind von demselben Geist des Dienens bewegt, der den primären Schöpfersöhnen und dem Ewigen Sohn des Paradieses in so überreichem Maße eignet.

20:5.3

Irgendein Paradies-Sohn muss sich an eine von Sterblichen bewohnte Welt hingegeben haben, bevor es den Gedankenjustierern möglich wird, den Verstand sämtlicher normaler menschlicher Wesen dieser Sphäre zu bewohnen; denn die Justierer kommen nicht zu allen ehrlich gesinnten menschlichen Wesen, bevor der Geist der Wahrheit über alles Fleisch ausgegossen worden ist, und die Aussendung des Geistes der Wahrheit hängt von der Rückkehr eines Paradies-Sohnes an den Hauptsitz des Universums ab, nachdem er seine Mission der Selbsthingabe als Sterblicher auf einer sich entwickelnden Welt erfolgreich abgeschlossen hat.

20:5.4

Im Laufe der langen Geschichte eines bewohnten Planeten finden viele Dispensationsgerichte statt, und es kann mehr als eine Richtermission geben, aber gewöhnlich wird ein Sohn der Selbsthingabe nur ein einziges Mal auf der Sphäre dienen. Nur ein einziger Sohn der Selbsthingabe muss mit Notwendigkeit auf jede bewohnte Welt kommen und hier das ganze sterbliche Leben von der Geburt bis zum Tode durchlaufen. Jede von Sterblichen bewohnte Welt ist unabhängig von ihrem geistigen Status früher oder später dazu bestimmt, einen Richtersohn in Selbsthingabemission zu empfangen mit Ausnahme des einen Planeten in jedem Lokaluniversum, den der Schöpfersohn zu seiner eigenen sterblichen Selbsthingabe auserkoren hat.

20:5.5

Da ihr jetzt größere Klarheit über die Söhne der Selbsthingabe habt, versteht ihr, weshalb Urantia in der Geschichte von Nebadon ein so großes Interesse erweckt. Euer kleiner und unbedeutender Planet ist für das Lokaluniversum nur deshalb von Belang, weil er die Heimatwelt des sterblichen Jesu von Nazareth ist. Er war der Ort der letzten und siegreichen Selbsthingabe eures Schöpfersohnes, der Schauplatz, wo Michael die supreme persönliche Souveränität über das Universum von Nebadon gewann.

20:5.6

Insbesondere nach Abschluss seiner Selbsthingabe als Sterblicher verbringt ein Schöpfersohn am Hauptsitz seines Lokaluniversums viel Zeit damit, das Kollegium seiner mit ihm arbeitenden Söhne, der Richtersöhne und anderer, zu beraten und auszubilden. Mit Liebe und Hingabe, mit zartem Erbarmen und achtungsvoller Zuneigung geben sich diese Richtersöhne an die Welten des Raums hin. Und ihr planetarisches Dienen steht den Selbsthingaben der Michaele als Sterbliche in keiner Weise nach. Es ist wahr, dass euer Schöpfersohn für sein letztes Abenteuer in Geschöp­feserfahrung eine Welt auswählte, der ungewöhnliche Missgeschicke widerfahren waren. Aber kein Planet könnte sich je in so schlimmer Verfassung befinden, dass sich zu seiner geistigen Rehabilitierung die Selbsthingabe eines Schöpfersohnes aufdrängen würde. Jeder der Selbsthingabegruppe angehörende Sohn hätte der Aufgabe ebenfalls genügt, denn in all ihrem Wirken auf den Welten eines Lokaluniversums sind die Richtersöhne genauso göttlich erfolgreich und allweise, wie es an ihrer statt ihr Paradies-Bruder, der Schöpfersohn, gewesen wäre.

20:5.7

Obwohl diese inkarnierten, sich selbst hingebenden Paradies-Söhne stets mit der Möglichkeit einer Katastrophe rechnen müssen, habe ich noch nie von Misserfolg oder Pflichtvergessenheit eines Richter- oder Schöpfersohnes auf einer Selbsthingabemission gehört. Beider Ursprung steht der absoluten Vollkommenheit zu nahe, als dass sie fehlen könnten. Sie gehen tatsächlich das Risiko ein, werden tatsächlich wie die sterblichen Geschöpfe aus Fleisch und Blut und gewinnen dadurch die einzigartige Geschöpfeserfahrung, aber so weit meine Beobachtung reicht, sind sie immer erfolgreich. Nie misslingt es ihnen, das Ziel der Selbsthingabemission zu erfüllen. Die Schilderungen ihrer Selbsthingaben und planetarischen Dienste in ganz Nebadon sind das edelste und fesselndste Kapitel der Geschichte eures Lokaluniversums.

6. Der irdische Werdegang der Söhne der Selbsthingabe

20:6.1

Die Methode, durch welche ein Paradies-Sohn zur sterblichen Inkarnation als Sohn der Selbsthingabe bereit wird und dann auf dem Planeten seiner Selbsthingabe in einen Mutterleib eingeht, ist ein universales Geheimnis; und jeder Versuch, das Funktionieren dieser Technik Sonaringtons herauszufinden, ist zu sicherem Misserfolg verurteilt. Lasst das sublime Wissen um das Leben des sterblichen Jesu von Nazareth sich in eure Seelen senken, aber verschwendet keine Gedanken an nutzlose Spekulationen darüber, wie diese mysteriöse Inkarnation Michaels von Nebadon bewerkstelligt wurde. Freuen wir uns alle im sicheren Wissen darum, dass es der göttlichen Natur möglich ist, Derartiges zu vollbringen, und verlieren wir keine Zeit mit müßigem Rätseln über die Technik, die die göttliche Weisheit zur Bewirkung solcher Phänomene einsetzt.

20:6.2

Bei seiner Mission der Selbsthingabe als Sterblicher wird ein Paradies-Sohn immer von einer Frau geboren und wächst als ein männliches Kind der Welt heran, gerade so wie Jesus auf Urantia. Diese Söhne supremen Dienstes durchlaufen Kindheit, Jugend und Mannesalter genau wie ein menschliches Wesen. Sie werden in jeder Beziehung wie die Sterblichen der Rasse, in welcher sie geboren werden. Ganz wie die Kinder der Welten, auf denen sie dienen, richten auch sie Bitten an den Vater. Von einem materiellen Standpunkt aus leben diese menschlich-göttlichen Söhne ein gewöhnliches Leben mit einer einzigen Ausnahme: Sie zeugen auf der Welt ihres Aufenthaltes keine Nachkommen; das ist eine allen Ordnungen sich selbst hingebender Paradies-Söhne auferlegte universelle Einschränkung.

20:6.3

So wie Jesus auf eurer Welt als Zimmermannssohn arbeitete, mühen sich andere Paradiessöhne in den verschiedensten Eigenschaften auf den Planeten ihrer Selbsthingabe ab. Ihr könnt schwerlich an eine berufliche Tätigkeit denken, die nicht von irgendeinem Paradies-Sohn während seiner Selbsthingabe auf irgendeinem evolutionären Planeten der Zeit ausgeübt worden wäre.

20:6.4

Nachdem ein Sohn der Selbsthingabe die Erfahrung, das Leben eines Sterblichen zu leben, gemeistert und eine vollkommene Harmonisierung mit dem ihm innewohnenden Justierer erreicht hat, beginnt er mit jenem Teil seiner planetarischen Sendung, der bestimmt ist, das Denken seiner irdischen Brüder zu erleuchten und ihre Seelen zu inspirieren. Als Lehrer verschreiben sich diese Söhne einzig der geistigen Erleuchtung der sterblichen Rassen auf den Welten ihres Aufenthaltes.

20:6.5

Obwohl die Selbsthingaben der Michaele und Avonale in den meisten Punkten vergleichbar sind, sind sie doch nicht in allen identisch. Nie verkündet ein Richtersohn: „Wer immer den Sohn gesehen hat, hat den Vater gesehen“, wie es euer Schöpfersohn tat, als er als ein Mensch auf Urantia weilte. Aber ein sich hingebender Avonal erklärt: „Wer immer mich gesehen hat, hat den Ewigen Sohn Gottes gesehen.“ Die Richtersöhne stammen nicht unmittelbar vom Vater ab, und sie inkarnieren sich nicht in Unterwerfung unter den Willen des Vaters; sie geben sich immer als Paradies- Söhne hin, die dem Willen des Ewigen Sohnes des Paradieses untertan sind.

20:6.6

Wenn die sich hingebenden Schöpfer- oder Richtersöhne durch die Todespforte gehen, erscheinen sie am Dritten Tag wieder. Aber ihr solltet nicht denken, dass sie alle ein so tragisches Ende nehmen wie der Schöpfersohn, der vor neunzehnhundert Jahren auf eurer Erde weilte. Die außergewöhnliche und über alles grausame Erfahrung, durch die Jesus von Nazareth gegangen ist, hat Urantia im Lokaluniversum den Namen „Welt des Kreuzes“ eingetragen. Es ist nicht nötig, dass den Gottessöhnen eine so unmenschliche Behandlung widerfahre, und in ihrer großen Mehrheit haben die Planeten sie mit mehr Hochachtung aufgenommen und ihnen erlaubt, ihre irdische Laufbahn zu beenden, das Zeitalter abzuschließen, die schlafenden Fortlebenden zu richten und eine neue Dispensation einzuweihen, ohne sie eines gewaltsamen Todes sterben zu lassen. Ein Sohn der Selbsthingabe muss dem Tod begegnen, muss in ihrer Gänze durch die tatsächliche Erfahrung der Sterblichen der Welt gehen, aber der göttliche Plan fordert nicht, dass der Tod gewaltsamer oder ungewöhnlicher Natur sei.

20:6.7

Wenn Söhne der Selbsthingabe nicht ein gewaltsames Ende nehmen, geben sie ihr Leben freiwillig auf und treten durch die Todespforte, nicht etwa, um der Erfordernis „finsterer Gerechtigkeit“ oder „göttlichen Zorns“ zu genügen, sondern vielmehr, um die Selbsthingabe zu vervollständigen, „den Kelch“ des inkarnierten Werdegangs und der persönlichen Erfahrung „zu trinken“ in allem, was das Leben eines Geschöpfes ausmacht, wie es auf den Planeten irdischer Existenz gelebt wird. Die Selbsthingabe ist eine planetarische und universelle Notwendigkeit, und der physische Tod ist weiter nichts als ein notwendiger Teil einer Selbsthingabemission.

20:6.8

Wenn seine Inkarnation als Sterblicher zu Ende ist, begibt sich der diensttuende Avonal ins Paradies, wird vom Universalen Vater angenommen, kehrt zum Lokaluniversum zurück, dem er dient, und wird vom Schöpfersohn anerkannt. Hierauf senden der Avonal der Selbsthingabe und der Schöpfersohn ihren gemeinsamen Geist der Wahrheit aus, damit er in den Herzen der sterblichen, auf der Welt der Selbsthingabe wohnenden Rassen wirke. In den der Souveränität vorausgehenden Zeitaltern eines Lokaluniversums ist dies der gemeinsame Geist beider Söhne, und er wird vom Schöpferischen Geist ausgeteilt. Er ist etwas verschieden von dem Geist der Wahrheit, der die Zeitalter des Lokaluniversums nach der siebenten Selbsthingabe eines Michaels kennzeichnet.

20:6.9

Nach Abschluss der letzten Selbsthingabe eines Schöpfersohnes ändert sich die Natur des Geistes der Wahrheit, der zuvor in all jene Welten des Lokaluniversums ausgesandt worden war, auf denen sich ein Avonal hingegeben hatte, und wird im eigentlichen Sinne zum Geist des souveränen Michaels. Dieses Phänomen ereignet sich in dem Augenblick, wo der Geist der Wahrheit befreit wird, um sein Amt auf dem Planeten der Selbsthingabe Michaels aufzunehmen. Danach empfängt jede Welt, der die Ehre der Selbsthingabe eines Richtersohnes widerfahren ist, vom siebenfachen Schöpfersohn in Verbindung mit diesem Richtersohn denselben geistigen Tröster, den sie empfangen hätte, wenn sich der Souverän des Lokaluniversums persönlich als Sohn der Selbsthingabe auf ihr inkarniert hätte.

7. Die Lehrersöhne der Trinität

20:7.1

Diese in hohem Maße persönlichen und hochgeistigen Paradies-Söhne werden durch die Paradies-Trinität ins Dasein gerufen. Man kennt sie in Havona als die Ordnung der Daynale. Auf Orvonton bezeichnet man sie wegen ihres Ursprungs als Lehrersöhne der Trinität. Auf Salvington werden sie manchmal Geistige Söhne des Paradieses genannt.

20:7.2

Die Zahl der Lehrersöhne wächst ständig. Die Fernmeldung über die letzte Zählung im Universum gab die Zahl dieser im Zentraluniversum und in den Superuniversen wirkenden Söhne der Trinität mit etwas mehr als einundzwanzig Milliarden an, worin die Paradies-Reserven, die mehr als ein Drittel aller existierenden Lehrersöhne der Trinität ausmachen, nicht enthalten sind.

20:7.3

Die Sohnesordnung der Daynale ist kein organischer Teil der lokalen oder superuniversellen Verwaltungen. Ihre Mitglieder sind weder Schöpfer noch Retter, weder Richter noch Herrscher. Sie beschäftigen sich weniger mit universeller Verwaltung als mit sittlicher Erleuchtung und geistiger Entwicklung. Sie sind die universellen Erzieher, die sich der geistigen Erweckung und sittlichen Führung aller Reiche widmen. Ihr Wirken ist innig verknüpft mit demjenigen der Persönlichkeiten des Unendlichen Geistes und eng verbunden mit dem Aufstieg der Geschöpfeswesen zum Paradies.

20:7.4

Die Söhne der Trinität haben an den vereinigten Naturen der drei Paradies-Gottheiten teil, aber in Havona scheinen sie mehr die Natur des Universalen Vaters widerzuspiegeln. In den Superuniversen lassen sie eher die Natur des Ewigen Sohnes durchscheinen, während sie in den Lokalschöpfungen offenbar den Charakter des Unendlichen Geistes zum Ausdruck bringen. In allen Universen sind sie das verkörperte Dienen und die besonnene Weisheit.

20:7.5

Im Unterschied zu ihren Paradies-Brüdern, den Michaelen und Avonalen, erhalten die Lehrersöhne der Trinität im Zentraluniversum keine Vorschulung. Sie werden direkt auf die Hauptwelten der Superuniversen abbeordert und dort mit einem Dienst in einem Lokaluniversum betraut. Für ihr Wirken auf den evolutionären Welten benutzen sie den gemeinsamen geistigen Einfluss eines Schöpfersohnes und der ihm beigesellten Richtersöhne, denn die Daynale besitzen in sich und aus sich heraus keine geistige Anziehungskraft.

8. Wirken der Daynale im Lokaluniversum

20:8.1

Die Geistigen Söhne des Paradieses sind einmalige Wesen trinitären Ursprungs und die einzigen Geschöpfe der Trinität, die so vollständig mit der Führung der Universen zweifachen Ursprungs verbunden sind. Mit Liebe und Hingabe walten sie ihres Amtes der Erziehung der sterblichen Geschöpfe und der niedrigeren Ordnungen geistiger Wesen. Sie beginnen ihre Arbeit in den Lokalsystemen und werden dann entsprechend ihrer Erfahrung und Leistung nach innen befördert, um zuerst in den Konstellationen zu dienen und sich hernach an den höchsten Aufgaben der lokalen Schöpfung zu beteiligen. Nach ihrer Bestätigung können sie zu geistigen Botschaftern werden, zu Repräsentanten des Lokaluniversums, dem sie dienen.

20:8.2

Ich kenne die genaue Zahl der Lehrersöhne Nebadons nicht; es gibt ihrer viele Tausende. An den Melchisedek-Schulen gehören viele Abteilungsleiter dieser Ordnung an. Einschließlich dieser Söhne umfasst der gesamte Lehrkörper der offiziellen Universität Salvingtons über hunderttausend Mitglieder. In großer Zahl sind sie auf den verschiedenen morontiellen Schulungswelten stationiert, aber sie widmen sich nicht nur dem geistigen Vorankommen der sterblichen Geschöpfe; sie haben auch die Aufgabe, seraphische Wesen und andere Einheimische der Lokalschöpfungen auszubilden. Viele ihrer Helfer entstammen den Reihen der durch Geschöpfe trinitisierten Wesen.

20:8.3

Die Lehrersöhne bilden die Ausschüsse, die alle Prüfungen abnehmen und alle Tests leiten, die die Eignung für alle untergeordneten Phasen universellen Dienstes bescheinigen, von den Pflichten der Wachthabenden auf Außenposten bis zu jenen der Sternforscher. Sie leiten einen sich über ganze Zeitalter erstreckenden Studiengang von den planetarischen Kursen bis zu der sich auf Salvington befindenden hohen Akademie der Weisheit. Alle aufsteigenden Sterblichen und ehrgeizigen Cherubim, die diese Weisheits- und Wahrheitsabenteuer erfolgreich bestehen, können der Anerkennung ihrer Anstrengung und Vollbringung sicher sein.

20:8.4

Alle Gottessöhne aller Universen sind den ewig treuen und universell wirksamen Lehrersöhnen der Trinität dankbar. Sie sind die hohen Lehrer aller geistigen Persönlichkeiten, ja sogar die geprüften und wahren Lehrer der Gottessöhne selber. Aber ich kann euch schwerlich über die endlosen Einzelheiten ihrer Pflichten und Funktionen Auskunft geben. Das weite Betäti­gungs­feld der Daynalsöhne wird man auf Urantia besser verstehen, wenn eure Intelligenz größere Fortschritte gemacht und die geistige Isolation eures Planeten ein Ende genommen haben wird.

9. Planetarischer Dienst der Daynale

20:9.1

Wenn die Entwicklung der Ereignisse auf einer evolutionären Welt erkennen lässt, dass die Zeit für die Einweihung eines geistigen Zeitalters reif ist, melden sich die Lehrersöhne der Trinität immer freiwillig für diesen Dienst. Ihr seid mit dieser Sohnesordnung nicht vertraut, weil Urantia nie ein geistiges Zeitalter erlebt hat, ein Millennium kosmischer Erleuchtung. Aber eben jetzt besuchen die Lehrersöhne eure Welt, um Pläne für ihren in Aussicht genommenen Aufenthalt auf eurer Sphäre zu entwerfen. Sie werden mit Notwendigkeit auf Urantia erscheinen, sobald dessen Bewohner sich von ihren tierischen Fesseln und materialistischen Ketten vergleichsweise befreit haben werden.

20:9.2

Die Lehrersöhne der Trinität haben mit der Beendigung der planetarischen Dispensationen nichts zu tun. Weder richten sie die Toten, noch geleiten sie die Lebenden hinüber, aber auf jeder ihrer planetarischen Missionen werden sie von einem Richtersohn begleitet, der diese Ämter wahrnimmt. Die Lehrersöhne sind voll und ganz damit beschäftigt, ein geistiges Zeitalter einzuleiten, auf einem evolutionären Planeten das Morgengrauen der Ära geistiger Realitäten herbeizuführen. Sie machen die geistigen Entsprechungen materiellen Wissens und zeitlicher Weisheit real.

20:9.3

Die Lehrersöhne weilen in der Regel während tausend Jahren planetarischer Zeit auf einem Planeten zu Besuch. Ein einziger Lehrersohn leitet die planetarische tausendjährige Herrschaft, und siebzig Mitarbeiter seiner Ordnung stehen ihm zur Seite. Weder inkarnieren sich die Daynale, noch materialisieren sie sich anderswie, um für menschliche Wesen sichtbar zu werden; deshalb wird der Kontakt mit der besuchten Welt durch das Wirken der Leuchtenden Abendsterne, Persönlichkeiten des Lokaluniversums, aufrechterhalten, die mit den Lehrersöhnen der Trinität zusammenarbeiten.

20:9.4

Die Daynale können viele Male auf eine bewohnte Welt zurückkehren, und am Ende ihrer letzten Sendung wird der Planet in den Status einer im Licht und Leben verankerten Sphäre überführt, der das evolutionäre Ziel aller von Sterblichen bewohnten Welten des gegenwärtigen Universumszeitalters ist. Das Finalitätskorps der Sterblichen hat viel mit den im Licht und Leben verankerten Sphären zu tun, und seine planetarischen Aktivitäten berühren sich mit denjenigen der Lehrersöhne. In der Tat ist die gesamte Ordnung der Daynalsöhne eng mit allen Phasen der Finalistenaktivitäten in den evolutionären Schöpfungen von Zeit und Raum verbunden.

20:9.5

Die Lehrersöhne der Trinität scheinen mit dem Programm sterblichen Fortschritts in den früheren Stadien des evolutionären Aufstiegs so vollkommen identifiziert zu sein, dass wir oft zu Mutmaßungen über ihre mögliche Zusammenarbeit mit den Finalisten in der nicht enthüllten Laufbahn der zukünftigen Universen angeregt werden. Wir beobachten, dass die Verwalter der Superuniversen teils Persönlichkeiten trinitären Ursprungs, teils von der Trinität umfangene aufsteigende evolutionäre Geschöpfe sind. Wir sind der festen Überzeugung, dass Lehrersöhne und Finalisten jetzt daran arbeiten, die Erfahrung der Zusammenarbeit in der Zeit zu machen, wohl eine einführende Schulung, die sie auf eine enge Zusammenarbeit im Rahmen einer nicht offenbarten zukünftigen Bestimmung vorbereiten soll. Auf Uversa glauben wir, dass nach der endgültigen Verankerung der Superuniversen im Licht und Leben diese Paradies-Lehrersöhne, die mit den Problemen der evolutionären Welten so vollkommen vertraut geworden und seit so langer Zeit mit der Laufbahn der evolutionären Sterblichen verbunden sind, wahrscheinlich in einen ewigen Bund mit dem Paradies-Korps der Finalität treten werden.

10. Vereinter Dienst der Paradies-Söhne

20:10.1

Alle Paradies-Söhne Gottes sind göttlich in Ursprung und Natur. Das Wirken jedes Paradies-Sohnes zugunsten jeder Welt ist gerade so, als wäre dieser dienende Sohn der erste und einzige Sohn Gottes.

20:10.2

Die Paradies-Söhne sind die göttliche Offenbarung der handelnden Naturen der drei Personen der Gottheit an die Reiche von Zeit und Raum. Die Schö­pfer- sowie die Richter- und Lehrersöhne sind die Geschenke der ewigen Gottheiten an die Menschenkinder und alle anderen über ein Aufstiegspotential verfügenden Universumsgeschöpfe. Diese Gottessöhne sind die göttlichen Diener, die sich unablässig der Aufgabe widmen, den Geschöpfen der Zeit zu helfen, das hohe geistige Ziel der Ewigkeit zu erreichen.

20:10.3

In den Schöpfersöhnen vermischt sich die Liebe des Universalen Vaters mit der Barmherzigkeit des Ewigen Sohnes und tut sich in den Lokaluniversen in der schöp­ferischen Macht, im liebevollen Wirken und in der verständnisvollen Souveränität der Michaele kund. In den Richtersöhnen offenbart sich den evolutionären Reichen die Barmherzigkeit des Ewigen Sohnes, vereint mit der tätigen Liebe des Unendlichen Geistes, im Werdegang der richtenden, dienenden und sich hingebenden Avonale. In den Lehrersöhnen der Trinität sind Liebe, Barmherzigkeit und Betreuung der drei Paradies-Gottheiten auf den höchsten Wertebenen von Zeit und Raum koordiniert und bekunden sich den Universen gegenüber als lebendige Wahrheit, göttliche Güte und wahre geistige Schönheit.

20:10.4

In den Lokaluniversen arbeiten diese Sohnesordnungen mit dem Ziel zusammen, den Geschöpfen des Raums die Gottheiten des Paradieses zu offenbaren: Als Vater eines Lokal-universums vermittelt ein Schöpfersohn ein lebendiges Bild vom unendlichen Charakter des Universalen Vaters. Als Selbsthingabe-Söhne der Barmherzigkeit offenbaren die Avonale die unvergleichliche Natur des unendlich erbarmungsvollen Ewigen Sohnes. Als die wahren Lehrer der aufsteigenden Persönlichkeiten enthüllen die Daynal-Söhne der Trinität die Lehrernatur des Unendlichen Geistes. Durch ihre göttlich vollkommene Zusammenarbeit steuern Michaele, Avonale und Daynale bei zu der Verwirklichung und Offenbarung von Persönlichkeit und Souve­ränität des Supremen Gottes in den Zeit-Raum-Universen und für diese. In der Harmonie ihrer dreieinigen Aktivitäten wirken diese Paradies-Söhne Gottes unaufhörlich als Vorhut der Persönlichkeiten der Gottheit, indem sie die nie endende Expansion der Göttlichkeit des Ersten Zentralen Ursprungs von der ewigen Paradies-Insel in die unbekannten Tiefen des Raums hinaus mitmachen.

20:10.5

[Dargeboten von einem Vervollkommner der Weisheit aus Uversa.]


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