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Das Königreich des Himmels

AM Samstag, dem 11. März nachmittags hielt Jesus seine letzte Predigt in Pella. Sie war eine der bemerkenswertesten Ansprachen seines öffentlichen Wirkens und hatte eine vollständige und erschöpfende Abhandlung über das Königreich des Himmels zum Inhalt. Er war sich der Verwirrung bewusst, die in den Köpfen seiner Apostel und Jünger hinsichtlich Sinn und Bedeutung der Begriffe „Königreich des Himmels“ und „Königreich Gottes“ herrschte, die er austauschbar zur Bezeichnung seiner Mission der Selbsthingabe verwendete. Obwohl der Begriff Königreich des Himmels an sich hätte genügen sollen, das, wofür er stand, von aller Verbindung mit irdischen Königreichen und weltlichen Regierungen zu trennen, tat er es dennoch nicht. Die Idee eines weltlichen Königs war in der jüdischen Vorstellung zu tief verwurzelt, um in einer einzigen Generation ausgemerzt zu werden. Deshalb stellte sich Jesus am Anfang nicht offen gegen diese so lange genährte Vorstellung von einem Königreich.

170:0.2

An diesem Samstagnachmittag versuchte der Meister, die Lehre vom Königreich des Himmels zu klären; er behandelte das Thema aus jedem Blickwinkel und bemühte sich, die vielen verschiedenen Bedeutungen, unter denen der Begriff gebraucht worden war, klarzumachen. Wir wollen in diesem Bericht Jesu Predigt um die Hinzufügung zahlreicher Erklärungen bereichern, die er bei früheren Gelegenheiten gemacht hatte, und um einige Bemerkungen, die er während der abendlichen Diskussionen desselben Tages nur gegenüber seinen Aposteln äußerte. Wir werden auch einen Kommentar zur weiteren Entwicklung der Idee des Königreichs im Zusammenhang mit der späteren christlichen Kirche abgeben.

1. Vorstellungen vom Königreich des Himmels

170:1.1

In Verbindung mit der Wiedergabe von Jesu Predigt sollte vermerkt werden, dass das Königreich des Himmels durch die ganzen hebräischen Schriften hindurch in zweifachem Sinne verstanden wurde. Die Propheten stellten das Königreich Gottes dar als:

170:1.2

1. eine gegenwärtige Realität; und als

170:1.3

2. eine Hoffnung auf Zukünftiges – wenn das Königreich dereinst nach dem Erscheinen des Messias voll verwirklicht würde. Dies ist die Auffassung vom Königreich, die Johannes der Täufer lehrte.

170:1.4

Von allem Anfang an lehrten Jesus und die Apostel diese beiden Vorstellun­gen. Es gab zwei weitere Vorstellungen vom Königreich, die man sich vergegen­wärtigen sollte:

170:1.5

3. Die spätere jüdische Vorstellung von einem weltweiten und transzendenten Königreich übernatürlichen Ursprungs mit wunderbarem Auftakt.

170:1.6

4. Die persischen Lehren von der Errichtung eines göttlichen Königreichs als letztendlicher Triumph des Guten über das Böse am Ende der Welt.

170:1.7

Gerade vor Jesu Erscheinen auf Erden verbanden und verwirrten die Juden alle diese Ideen vom Reich zu ihrer apokalyptischen Vorstellung vom Messias, der kommen würde, um das Zeitalter des jüdischen Triumphs zu errichten, das ewige Zeitalter der höchsten Herrschaft Gottes auf Erden, der neuen Welt, der Ära, in der die ganze Menschheit Jahve anbeten würde. Indem sich Jesus entschloss, dieses Konzept des Königreichs des Himmels zu verwenden, traf er die Wahl, sich das wesentlichste und den Höhepunkt bildende Erbe der jüdischen wie der persischen Religion zu eigen zu machen.

170:1.8

So, wie das Königreich des Himmels durch all die Jahrhunderte der christlichen Ära hindurch verstanden und missverstanden wurde, umfasste es vier verschiedene Ideengruppen:

170:1.9

1. Die Vorstellung der Juden.

170:1.10

2. Die Vorstellung der Perser.

170:1.11

3. Jesu Vorstellung, auf persönlicher Erfahrung beruhend – „das Him­melreich in euch“.

170:1.12

4. Die gemischten und wirren Vorstellungen, die die Gründer und Verbreiter des Christentums der Welt einzuprägen versuchten.

170:1.13

Wenn Jesus auch zu verschiedenen Zeiten und bei verschiedenen Anlässen in seiner öffentlichen Unterweisung zahlreiche Konzepte des „Königreichs“ verwendet haben mag, so lehrte er seine Apostel doch ständig, das Königreich beinhalte die persönliche Erfahrung des Menschen mit seinesgleichen auf Erden und mit dem Vater im Himmel. In allem, was das Königreich betraf, war sein letztes Wort immer: „Das Königreich ist in euch.“

170:1.14

Die jahrhundertelange Verwirrung um die Bedeutung des Ausdrucks „Königreich des Himmels“ ist auf drei Faktoren zurückzuführen:

170:1.15

1. Die Verwirrung, die aus der Beobachtung hervorging, wie die Idee des „Königreichs“ die verschiedenen Phasen allmählicher Umgestaltung durch Jesus und seine Apostel durchlief.

170:1.16

2. Die Verwirrung, die unvermeidlich mit der Verpflanzung des frühen Christentums aus jüdischem in nichtjüdischen Boden einherging.

170:1.17

3. Die Verwirrung, die in der Tatsache beschlossen lag, dass das Christentum zu einer Religion wurde, die um die zentrale Idee von der Person Jesu herum aufgebaut wurde; das Evangelium vom Königreich wurde je länger je mehr zu einer Religion über ihn.

2. Jesu Vorstellung vom Königreich

170:2.1

Der Meister machte klar, dass das Königreich des Himmels mit dem doppelten Konzept von der Wahrheit der Vaterschaft Gottes und von der damit verbundenen Tatsache der Bruderschaft der Menschen beginnen und darin seinen Mittelpunkt haben muss. Jesus erklärte, dass die Annahme solch einer Lehre den Menschen von der Jahrtausende alten Knechtung durch animalische Furcht befreien und das menschliche Leben zugleich mit den folgenden Gaben des neuen Lebens geistiger Freiheit bereichern würde:

170:2.2

1. Besitz neuen Mutes und vermehrter geistiger Macht. Das Evangelium vom Königreich war dazu bestimmt, den Menschen zu befreien und ihn zu inspirieren, wagemutig auf das ewige Leben zu hoffen.

170:2.3

2. Das Evangelium brachte allen Menschen und selbst den Armen eine Botschaft neuen Vertrauens und wahren Trostes.

170:2.4

3. Es stellte in sich selber eine neue Norm sittlicher Werte dar, einen neuen ethischen Maßstab, der an die menschliche Lebensführung angelegt werden konnte. Es entwarf das Ideal einer daraus hervorgehenden neuen Ordnung der menschlichen Gesellschaft.

170:2.5

4. Es lehrte den Vorrang des Geistigen gegenüber dem Materiellen; es verherrlichte geistige Realitäten und pries übermenschliche Ideale.

170:2.6

5. Das neue Evangelium erhob geistige Errungenschaften zum wahren Lebensziel. Das menschliche Leben wurde mit neuen sittlichen Werten und mit neuer göttlicher Würde ausgestattet.

170:2.7

6. Jesus lehrte, dass die ewigen Realitäten das Resultat (die Belohnung) rechtschaffenen irdischen Bemühens seien. Der irdische Aufenthalt des sterblichen Menschen erlangte neue Bedeutungen dank der Wahrnehmung einer edlen Bestimmung.

170:2.8

7. Das neue Evangelium versicherte, dass die menschliche Errettung die Offenbarung eines weitgesteckten göttlichen Planes ist, der sich in der zukünftigen Bestimmung endlosen Dienens der erretteten Söhne Gottes erfüllt und verwirklicht.

170:2.9

Diese Lehren umfassen die erweiterte Idee vom Königreich, die Jesus vermittelte. Diese großartige Vorstellung war in den elementaren und verworrenen Lehren Johannes‘ des Täufers über das Königreich kaum enthalten.

170:2.10

Die Apostel waren unfähig, die wahre Bedeutung der Äußerungen Jesu zu erfassen, die das Königreich betrafen. Die spätere Entstellung von Jesu Lehren, wie sie im Neuen Testament aufgezeichnet sind, rührt daher, dass die Vorstellung der Evangelienverfasser vom Glauben durchdrungen war, Jesus sei nur für kurze Zeit von der Erde abwesend und werde bald wiederkehren, um das Königreich in Macht und Herrlichkeit zu errichten – genau die Vorstellung, die sie gehabt hatten, als er als Mensch unter ihnen weilte. Aber Jesus verband die Errichtung des Königreichs nicht mit der Idee seiner Rückkehr in diese Welt. Dass Jahrhunderte ohne Zeichen der Ankunft eines „Neuen Zeitalters“ vergangen sind, steht in keiner Weise im Widerspruch zu Jesu Lehre.

170:2.11

Das große Bestreben dieser Predigt war der Versuch, die Vorstellung vom Königreich in das Ideal der Idee, den Willen des Vaters zu tun, umzuwandeln. Seit langem lehrte der Meister seine Anhänger beten: „Dein Königreich komme; dein Wille geschehe“; und jetzt versuchte er ernstlich, sie dahin zu bringen, den Ausdruck Königreich Gottes zugunsten des praktischeren, gleichbedeutenden Ausdrucks der Wille Gottes aufzugeben. Aber es gelang ihm nicht.

170:2.12

Jesus wünschte, die Vorstellung von einem Königreich mit König und Untertanen zu ersetzen durch die Idee von der himmlischen Familie, dem himmlischen Vater und den befreiten Söhnen Gottes, die sich dem freudigen und freiwilligen Dienst an ihren Mitmenschen und der sublimen und intelligenten Anbetung Gottes, des Vaters widmen.

170:2.13

Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Apostel zu einer doppelten Betrach­tungs­weise des Königreichs gekommen; sie begriffen es als:

170:2.14

1. Eine Angelegenheit vorhandener persönlicher Erfahrung in den Herzen der wahren Gläubigen, und

170:2.15

2. Eine Angelegenheit rassischer oder weltlicher Phänomene; das König­reich lag in der Zukunft und war etwas, worauf man sich freuen konnte.

170:2.16

Sie betrachteten das Kommen des Königreichs in den Herzen der Menschen als eine schrittweise Entwicklung, vergleichbar der Hefe im Teig oder dem Wachsen des Senfkorns. Sie glaubten, das Königreich im rassischen oder weltlichen Sinn würde auf plötzliche und Aufsehen erregende Weise kommen. Jesus wurde nie müde, ihnen zu sagen, das Königreich des Himmels sei ihre persönliche Erfahrung der Wahrnehmung höherer Qualitäten geistigen Lebens, und dass diese Realitäten geistiger Erfahrung fortschreitend auf immer neue und höhere Ebenen göttlicher Gewissheit und ewiger Größe übergingen.

170:2.17

An diesem Nachmittag lehrte der Meister deutlich ein neues Konzept der Doppelnatur des Königreichs, indem er die folgenden zwei Phasen beschrieb:

170:2.18

„Erstens. Das Königreich Gottes in dieser Welt, der höchste Wunsch, den Willen Gottes zu tun, die selbstlose Liebe des Menschen, die die guten Früchte eines verbesserten ethischen und sittlichen Verhaltens hervorbringt.

170:2.19

Zweitens. Das Königreich Gottes im Himmel, das Ziel der sterblichen Gläubigen, der Zustand, in dem die Liebe zu Gott vervollkommnet und der Wille Gottes auf göttlichere Weise getan wird.“

170:2.20

Jesus lehrte, dass der Gläubige kraft seines Glaubens jetzt ins Königreich eintritt. In seinen verschiedenen Reden lehrte er, dass zwei Dinge wesentlich sind, um durch den Glauben in das Königreich einzutreten:

170:2.21

1. Glaube, Aufrichtigkeit. Zu kommen wie ein kleines Kind, um die Gabe der Sohnschaft als ein Geschenk zu empfangen; sich dem Willen des Vaters ohne zu zweifeln in völliger Sicherheit und mit echtem Vertrauen in seine Weisheit zu fügen; vorurteilsfrei und vorbehaltlos in das Königreich einzutreten; offenen Sinnes und belehrbar zu sein wie ein unverdorbenes Kind.

170:2.22

2. Hunger nach Wahrheit. Durst nach Rechtschaffenheit, ein Sinnes­wandel, Erlangung des Antriebs, Gott zu gleichen und ihn zu finden.

170:2.23

Jesus lehrte, dass die Sünde nicht das Kind einer mangelhaften Veranlagung ist, sondern vielmehr das Erzeugnis eines wissenden Verstandes, der von einem rebellischen Willen beherrscht wird. Bezüglich der Sünde lehrte er, dass Gott bereits vergeben hat und dass wir persönlich zu dieser Vergebung gelangen können, indem wir unseren Nächsten verzeihen. Wenn ihr eurem menschlichen Bruder vergebt, schafft ihr dadurch in eurer eigenen Seele die Fähigkeit zum Empfang der tatsächlichen Vergebung eurer Missetaten durch Gott.

170:2.24

Bis zu der Zeit, als der Apostel Johannes die Geschichte von Jesu Leben und Lehren aufzuschreiben begann, hatten die frühen Christen mit der Idee vom Königreich Gottes als der Ursache von Verfolgung so viel Unannehmlichkeiten erlebt, dass sie auf den Gebrauch des Ausdrucks weitgehend verzichtet hatten. Johannes spricht viel vom „ewigen Leben“. Jesus sprach oft vom „Königreich des Lebens“. Er bezog sich auch oft auf das „Königreich Gottes in euch“. Einmal sprach er von dieser Erfahrung als von der „Familiengemeinschaft mit Gott dem Vater“. Jesus versuchte es mit vielen anderen Ausdrücken als Ersatz für Königreich, aber immer ohne Erfolg. Er gebrauchte unter anderem: die Familie Gottes, des Vaters Wille, die Freunde Gottes, die Gemeinschaft der Gläubigen, die Bruderschaft der Menschen, des Vaters Herde, die Kinder Gottes, die Gemeinschaft der Getreuen, der Dienst des Vaters und die befreiten Söhne Gottes.

170:2.25

Aber er kam nicht um den Gebrauch der Idee des Königreichs herum. Erst mehr als fünfzig Jahre später, nach der Zerstörung Jerusalems durch die römischen Armeen, begann sich diese Vorstellung vom Königreich in den Kult des ewigen Lebens zu verwandeln, während ihre sozialen und institutionellen Aspekte von der rasch expandierenden und feste Formen annehmenden Kirche in die Hand genommen wurden.

3. Die Beziehung zur Rechtschaffenheit

170:3.1

Jesus versuchte immer, seinen Aposteln und Jüngern einzuprägen, dass sie aus ihrem Glauben heraus eine Rechtschaffenheit erwerben müssten, die über die Rechtschaffenheit der sklavischen Werke hinausginge, mit denen sich manche der Schriftgelehrten und Pharisäer so großsprecherisch vor der Welt brüsteten.

170:3.2

Obwohl Jesus lehrte, dass der Glaube, ein einfacher, kindlicher Glaube, der Schlüssel zum Tor des Königreichs ist, so lehrte er auch, dass jedes gläubige Kind nach dem Durchschreiten des Tors die Stufen der Rechtschaffenheit hinanzusteigen hat, um zu der vollen Statur eines widerstandsfähigen Gottessohnes heranzuwachsen.

170:3.3

Durch die Betrachtung der Art und Weise, Gottes Vergebung zu empfangen, enthüllt sich uns die Art, wie man die Rechtschaffenheit des Königreichs erlangt. Glaube ist der Preis, den ihr für die Zulassung in die Familie Gottes zahlt; aber Vergebung ist der Akt Gottes, der euren Glauben als Preis eurer Aufnahme akzeptiert. Und das Empfangen der Vergebung Gottes durch einen, der an das Königreich glaubt, umfasst eine ganz bestimmte und reale Erfahrung und besteht aus den vier folgenden Stufen, den Königreich-Stufen innerer Rechtschaffenheit:

170:3.4

1. Der Mensch kann Gottes Vergebung genau in dem Maße tatsächlich em­pfangen und persönlich erfahren, wie er seinen Mitmenschen vergibt.

170:3.5

2. Der Mensch wird seinen Mitmenschen nicht wahrhaftig verzeihen, solange er sie nicht liebt, wie sich selber.

170:3.6

3. Deinen Nächsten so zu lieben wie dich selber, ist deshalb die höchste Ethik.

170:3.7

4. Sittliches Verhalten, wahre Rechtschaffenheit wird dann die natürliche Folge dieser Liebe.

170:3.8

Daraus geht klar hervor, dass die wahre und verinnerlichte Religion des Königreichs unfehlbar und zunehmend danach strebt, sich in praktischem, sozialem Dienst zu äußern. Jesus lehrte eine lebendige Religion, welche diejenigen, die sich ihr öffnen, dazu bewegt, sich liebendem Dienen zu verpflichten. Aber Jesus setzte nicht die Ethik an die Stelle der Religion. Er lehrte Religion als eine Ursache und Ethik als ein Resultat.

170:3.9

Die Rechtschaffenheit jeder Handlung muss an ihrem Motiv gemessen werden: Deshalb sind die höchsten Formen des Guten unbewusst. Jesus kümmerte sich nie um Moral oder Ethik als solche. Sein ganzes Bemühen galt der inneren und geistigen Verbundenheit mit Gott dem Vater, die sich so gewiss und direkt im äußeren und liebenden Dienst an den Menschen kundtut. Er lehrte, dass die Religion des Königreichs eine echte, persönliche Erfahrung ist, die niemand für sich selbst behalten kann; dass das Bewusstsein, ein Mitglied der Familie der Gläubigen zu sein, unvermeidlich zur Befolgung der im Familienleben geltenden Regeln führt, nämlich zum Dienst an seinen Brüdern und Schwestern im Bestreben, die Brüderlichkeit zu verstärken und zu erweitern.

170:3.10

Die Religion des Königreichs ist persönlich, individuell; die Früchte, die Resultate sind familiär, sozial. Jesus verfehlte nie, den geheiligten Charakter des Einzelnen im Gegensatz zur Gemeinschaft zu preisen. Aber ebenso sehr anerkannte er, dass der Mensch seinen Charakter durch selbstlosen Dienst entwickelt; dass er seine sittliche Natur in liebevollen Beziehungen zu seinen Mitmen­schen entfaltet.

170:3.11

Durch seine Lehre, dass das Königreich sich im Inneren befindet, durch sein Feiern des Einzelnen versetzte Jesus der alten Gesellschaft den Todesstoß, womit er eine neue Epoche wahrer sozialer Rechtschaffenheit einleitete. Man hat in der Welt von dieser neuen Gesellschaftsordnung wenig gespürt, weil sie sich geweigert hat, die Prinzipien des Evangeliums vom Königreich des Himmels in die Tat umzusetzen. Aber wenn dieses Königreich geistiger Vormachtstellung auf die Erde kommt, wird es nicht nur durch verbesserte soziale und materielle Bedingungen in Erscheinung treten, sondern vielmehr im Glanz jener erhöhten und bereicherten geistigen Werte, die charakteristisch sind für das nahende Zeitalter verbesserter menschlicher Beziehungen und fortschreitender geistiger Errungenschaften.

4. Jesu Lehre vom Königreich

170:4.1

Jesus definierte das Königreich nie genau. Einmal mochte er über den einen Gesichtspunkt des Königreichs sprechen und ein andermal einen anderen Aspekt der Brüderlichkeit behandeln, die Gottes Herrschaft in den Herzen der Menschen entstehen lässt. Im Laufe der Predigt dieses Sabbatnachmittags erwähnte Jesus nicht weniger als fünf Phasen, oder Epochen, des Königreichs, nämlich:

170:4.2

1. Des individuellen Gläubigen persönliche und innere Erfahrung der lebendigen geistigen Gemeinschaft mit Gott, dem Vater.

170:4.3

2. Die wachsende Bruderschaft der an das Evangelium Glaubenden, die sozialen Aspekte einer gehobenen Moral und neu aufblühenden Ethik, die eine Folge des in den Herzen der individuellen Gläubigen herrschenden Geistes Gottes sind.

170:4.4

3. Die übersterbliche Bruderschaft unsichtbarer geistiger Wesen, die auf Erden und im Himmel vorherrscht, das übermenschliche Königreich Gottes.

170:4.5

4. Die Aussicht auf eine vollkommenere Erfüllung des göttlichen Willens, der Fortschritt in Richtung des Heraufdämmerns einer neuen gesellschaftlichen Ordnung in Verbindung mit einem verbesserten geistigen Leben – das nächste Zeitalter des Menschen.

170:4.6

5. Das Königreich in seiner Fülle, das künftige Zeitalter des Lichts und Lebens auf Erden.

170:4.7

Deshalb müssen wir die Unterweisung des Meisters stets aufmerksam studieren, um sicher zu sein, auf welche der fünf Phasen er sich bezieht, wenn er den Ausdruck Königreich gebraucht. Durch den Prozess der allmählichen Verän­­derung des menschlichen Willens und den dadurch auf die menschlichen Entschei­dungen ausgeübten Einfluss verändern Michael und seine Mitarbeiter ebenfalls allmählich, aber bestimmt den ganzen gesellschaftlichen und übrigen Lauf der menschlichen Evolution.

170:4.8

Bei dieser Gelegenheit unterstrich der Meister insbesondere die folgenden fünf Punkte, die die wesentlichen Züge des Evangeliums vom Königreich darstellen:

170:4.9

1. Der Vorrang des Individuums.

170:4.10

2. Der Wille als entscheidender Faktor in der Erfahrung des Menschen.

170:4.11

3. Geistige Gemeinschaft mit Gott, dem Vater.

170:4.12

4. Die allerhöchsten Befriedigungen durch den liebevollen Dienst an den Menschen.

170:4.13

5. Die Überlegenheit des Geistigen über das Materielle in der menschlichen Persönlichkeit.

170:4.14

Die Welt hat diese dynamischen Ideen und göttlichen Ideale von Jesu Lehre vom Königreich des Himmels nie ernstlich oder aufrichtig oder ehrlich erprobt. Aber ihr solltet euch durch den scheinbar langsamen Fortschritt der Idee des Königreichs auf Urantia nicht entmutigen lassen. Denkt daran, dass die Ordnung der fortschreitenden Evolution plötzlichen und unerwarteten periodischen Veränderungen sowohl in der materiellen wie in der geistigen Welt unterworfen ist. Die Selbsthingabe Jesu als inkarnierter Sohn war gerade solch ein seltsames und unerwartetes Ereignis im geistigen Leben der Welt. Macht auch nicht den verhängnisvollen Fehler, nach der epochalen Manifestation des Königreichs Ausschau zu halten und es darüber zu versäumen, dieses in eurer eigenen Seele zu errichten.

170:4.15

Obwohl Jesus auf eine bestimmte, in der Zukunft liegende Phase des König­reichs hinwies und bei zahlreichen Gelegenheiten zu verstehen gab, dass ein solches Ereignis als Teil einer Weltkrise auftreten könnte; und obwohl er ebenfalls bei mehreren Anlässen mit großer Bestimmtheit und definitiv versprach, eines Tages nach Urantia zurückzukehren, sollte festgehalten werden, dass er diese beiden Ideen nie eindeutig miteinander in Verbindung brachte. Er versprach eine neue Offenbarung des Königreichs auf Erden zu einem in der Zukunft liegenden Zeitpunkt; er versprach ebenfalls, dereinst persönlich auf diese Welt zurückzukehren. Aber er sagte nicht, dass diese beiden Ereignisse dasselbe seien. Nach allem, was wir wissen, können sich diese Versprechen auf dasselbe Ereignis beziehen, oder auch nicht.

170:4.16

Seine Apostel und Jünger hingegen verknüpften ohne Zweifel diese beiden Lehren miteinander. Als sich das Königreich nicht erwartungsgemäß verwirklichte, erinnerten sie sich an des Meisters Äußerungen über ein zukünftiges Königreich und an sein Versprechen wiederzukehren und zogen den voreiligen Schluss, dass diese Versprechen sich auf ein und dasselbe Geschehen bezögen; und also lebten sie in der Hoffnung auf sein unmittelbar bevorstehendes zweites Kommen, um das Königreich in seiner ganzen Fülle und mit Macht und Herrlichkeit zu errichten. Und so haben gläubige Generationen nacheinander auf der Erde gelebt und dieselbe inspirierende, aber enttäuschende Hoffnung aufrechterhalten.

5. Spätere Vorstellungen vom Königreich

170:5.1

Nachdem wir Jesu Lehren über das Königreich des Himmels zusammengefasst haben, sind wir autorisiert, einige spätere Ideen wiederzugeben, die mit der Vorstellung vom Königreich in Verbindung gebracht worden sind, und eine prophetische Vorhersage über die mögliche Entwicklung des Königreichs im kommenden Zeitalter zu machen.

170:5.2

Während der ersten Jahrhunderte christlicher Propaganda wurde die Idee des Königreichs von den sich damals rasch ausbreitenden Gedanken des griechischen Idealismus sehr stark beeinflusst, von der Vorstellung vom Natür­lichen als dem Schatten des Geistigen – vom Zeitlichen als dem vergänglichen Schatten des Ewigen.

170:5.3

Aber der große Schritt, der die Verpflanzung der Lehren Jesu von jüdischem in nichtjüdischen Boden kennzeichnete, geschah, als aus dem Messias des Königreichs der Erlöser der Kirche wurde, einer religiösen und sozialen Organisation, die aus den Aktivitäten des Paulus und seiner Nachfolger hervorging und auf Jesu Lehren basierte, welche ihrerseits durch Philos Ideen und die persischen Lehren von Gut und Böse ergänzt worden waren.

170:5.4

Die Verwirklichung der in der Lehre des Evangeliums vom Königreich enthaltenen Ideen und Ideale Jesu wäre beinahe misslungen, da seine Anhänger seine Aussagen in zunehmendem Maße entstellten. Des Meisters Vorstellung vom Königreich wurde durch zwei große Tendenzen nennenswert verändert:

170:5.5

1. Die jüdischen Gläubigen hielten daran fest, in ihm den Messias zu sehen. Sie glaubten, Jesus würde sehr bald wiederkehren, um tatsächlich das weltweite und mehr oder weniger materielle Königreich zu errichten.

170:5.6

2. Die nichtjüdischen Christen begannen sehr früh, die Lehren des Paulus anzunehmen, was immer mehr zu dem allgemeinen Glauben führte, Jesus sei der Erlöser der Kinder der Kirche, jener neuen institutionellen Nachfolgerin der früheren Vorstellung von der rein geistigen Bruderschaft des Königreichs.

170:5.7

Die Kirche als soziale Folgeerscheinung des Königreichs wäre völlig natürlich und sogar wünschenswert gewesen. Das Schlimme an der Kirche war nicht ihre Existenz, sondern vielmehr, dass sie Jesu Vorstellung vom König­reich fast vollständig verdrängte. Die institutionalisierte Kirche des Paulus wurde praktisch zum Ersatz für das Königreich des Himmels, das Jesus verkündet hatte.

170:5.8

Aber zweifelt nicht daran: Dieses selbe Königreich des Himmels, das der Lehre des Meisters zufolge im Herzen des Gläubigen existiert, wird der christlichen Kirche, sowie allen anderen Religionen, Rassen und Nationen der Erde trotzdem verkündigt werden – und sogar jedem Einzelnen.

170:5.9

Das Königreich, wie Jesus es lehrte, das geistige Ideal individueller Recht­­schaf­fenheit und die Vorstellung von der göttlichen Gemeinschaft des Menschen mit Gott ging allmählich in der mystischen Vorstellung von Jesu Person als dem Erlöser-Schöpfer und geistigen Haupt einer sozialisierten, religiösen Gemeinschaft unter. Auf diese Weise wurde eine offizielle und institu­tionelle Kirche zum Ersatz für die individuell durch den Geist gelenkte Bruderschaft des Königreichs.

170:5.10

Die Kirche war ein unvermeidliches und nützliches soziales Ergebnis aus Jesu Leben und Lehren; die Tragödie lag in der Tatsache, dass diese soziale Reaktion auf die Lehren des Königreichs die geistige Vorstellung vom wahren Königreich, wie Jesus es lehrte und lebte, so vollkommen verdrängte.

170:5.11

Für die Juden war das Königreich die israelitische Gemeinschaft ; für die Nichtjuden wurde aus ihm die christliche Kirche. Für Jesus war das Königreich die Summe jener Individuen, die sich zu ihrem Glauben an die Vaterschaft Gottes bekannt und damit die aus tiefem Herzen kommende Bereitschaft bekundet hatten, Gottes Willen zu tun, wodurch sie zu Mitgliedern der geistigen Bruderschaft der Menschen wurden.

170:5.12

Der Meister war sich völlig im Klaren darüber, dass sich im Gefolge der Verbreitung des Evangeliums vom Königreich in der Welt gewisse soziale Auswirkungen einstellen würden; aber seine Absicht war, dass alle solchen wünschenswerten sozialen Erscheinungen als unbewusste und unvermeidliche Ergebnisse oder natürliche Früchte jener inneren persönlichen Erfahrung der einzelnen Gläubigen auftreten sollten, als Früchte jener rein geistigen Gemeinschaft und Verbindung mit dem göttlichen Geist, der allen derartigen Gläubigen innewohnt und sie aktiviert.

170:5.13

Jesus sah voraus, dass eine soziale Organisation oder Kirche dem Fortschritt des wahren geistigen Königreichs auf dem Fuße folgen würde, und aus diesem Grunde widersetzte er sich nie der Ausübung des Taufritus des Johannes durch die Apostel. Er lehrte, dass eine Seele, die die Wahrheit liebt und nach Rechtschaffenheit, nach Gott hungert und dürstet, durch ihren Glauben Einlass in das geistige Königreich erhält; gleichzeitig lehrten die Apostel, dass dieser Gläubige durch den äußeren Ritus der Taufe zu der sozialen Organisation der Jünger zugelassen wird.

170:5.14

Als Jesu unmittelbare Anhänger ihren teilweisen Misserfolg bei der Ver­wirk­lichung seines Ideals erkannten, des Ideals der Errichtung des König­reichs in den Menschenherzen aufgrund der Beherrschung und Führung des ein­zel­nen Gläubigen durch den Geist, machten sie sich daran, seine Lehre vor dem völligen Verschwinden zu bewahren, indem sie des Meisters Ideal vom Königreich durch die schrittweise Schaffung einer sichtbaren sozialen Orga­nisation, der christlichen Kirche, ersetzten. Und nachdem sie diesen Austauschplan durchgeführt hatten, verlegten sie das Königreich in die Zukunft, um folgerichtig zu bleiben und die Anerkennung der Lehre des Mei-s­ters bezüglich der Tatsache des Königreichs sicherzustellen. Sobald die Kirche fest begründet war, begann sie zu lehren, das Königreich werde in Wahrheit auf dem Höhepunkt des christlichen Zeitalters mit dem zweiten Kommen von Christus erscheinen.

170:5.15

Auf diese Weise wurde das Himmelreich zur Vorstellung von einem Zeitalter, zur Idee einer späteren Wiederkehr und zum Ideal der schließlichen Erlösung der Heiligen des Allerhöchsten. Die frühen Christen (und allzu viele der späteren) verloren im Allgemeinen die in Jesu Lehre vom Königreich enthaltene Vater-und-Sohn-Idee aus den Augen und setzten an ihre Stelle die gut organisierte soziale Gemeinschaft der Kirche. So wurde die Kirche in der Hauptsache eine soziale Bruderschaft, die Jesu Ideal und Vorstellung von einer geistigen Bruderschaft wirkungsvoll verdrängte.

170:5.16

Jesu ideale Vorstellung schlug weitgehend fehl, aber auf dem Fundament des persönlichen Lebens des Meisters und seiner Lehren, ergänzt durch die griechischen und persischen Vorstellungen vom ewigen Leben und erweitert durch Philos Lehre vom Zeitlichen im Kontrast zum Geistigen, ging Paulus daran, eine der fortschrittlichsten menschlichen Gesellschaften aufzubauen, die es auf Urantia je gegeben hat.

170:5.17

Jesu Vorstellung ist in den fortgeschrittenen Religionen der Welt immer noch lebendig. Die christliche Kirche des Paulus ist der sozialisierte und humanisierte Schatten dessen, was das Königreich des Himmels in Jesu Absicht sein sollte – und mit großer Sicherheit einmal werden wird. Paulus und seine Nachfolger übertrugen teilweise die Fragen des ewigen Lebens vom Individuum auf die Kirche. Dadurch wurde Christus eher zum Haupt der Kirche als zum älteren Bruder jedes einzelnen Gläubigen in des Vaters Familie des Königreichs. Paulus und seine Zeitgenossen wandten alle geistigen Zusammenhänge, die Jesus selber und den einzelnen Gläubigen betrafen, auf die Kirche als eine Gruppe von Gläubigen an; und damit versetzten sie der Vorstellung Jesu vom göttlichen Königreich in den Herzen der individuellen Gläubigen den Todesstoß.

170:5.18

Und so hat die christliche Kirche jahrhundertelang unter großer Behin­de­rung gelitten, weil sie es gewagt hatte, jene geheimnisvollen Kräfte und Privi­legien des Königreichs für sich zu beanspruchen, Kräfte und Privilegien, die nur zwischen Jesus und seinen gläubigen Brüdern im Geiste ausgeübt und erfahren werden können. Und dabei wird offensichtlich, dass Mitgliedschaft in der Kirche nicht notwendigerweise Gemeinschaft im Königreich bedeutet; diese ist geistig, jene hauptsächlich sozial.

170:5.19

Früher oder später wird ein anderer und größerer Johannes der Täufer mit der Botschaft auftreten: „Das Reich Gottes ist nahe“ – und darunter eine Rückkehr zu jener hohen geistigen Idee Jesu verstehen, der verkündete, dass das Königreich der Wille seines himmlischen Vaters ist, der auf transzendente Weise im Herzen der Gläubigen herrscht – und er wird all dies tun, ohne sich in irgendeiner Weise auf die sichtbare Kirche auf Erden oder auf das erwartete zweite Kommen Christi zu beziehen. Es muss eine Wiedererweckung der tatsächlichen Lehren Jesu kommen, eine Neuformulierung, die das Werk seiner frühen Anhänger rückgängig macht, die es unternommen hatten, ein soziophilosophisches Glaubenssystem um die Tatsache des Aufenthalts Michaels auf Erden herum aufzubauen. In kurzer Zeit verdrängte die Lehre dieser Geschichte über Jesus beinahe die Predigt von Jesu Evangelium vom Königreich. In dieser Weise ersetzte eine historische Religion jene Lehre, in der Jesus die höchsten sittlichen Ideen und geistigen Ideale des Menschen mit der erhabensten Zukunftshoffnung des Menschen – dem ewigen Leben – verschmolzen hatte. Und das war das Evangelium vom Königreich.

170:5.20

Gerade weil Jesu Evangelium so vielschichtig war, spalteten sich innerhalb weniger Jahrhunderte die Exegeten der Aufzeichnungen seiner Lehren in so viele Kulte und Sekten. Diese erbärmliche Unterteilung der christlichen Gläubigen resultiert aus dem Unvermögen, in des Meisters vielfältigen Lehren die göttliche Einheit seines unvergleichlichen Lebens zu erkennen. Aber eines Tages werden die wahrhaft an Jesus Glaubenden in ihrer Haltung gegenüber den Ungläubigen nicht mehr derart geistig gespalten sein. Stets wird es wohl Unterschiede in intellektuellem Verstehen und Interpretieren und sogar unterschiedliche Stufen der Sozialisierung geben, aber ein Mangel an geistiger Brüderlichkeit ist ebenso unentschuldbar wie verwerflich.

170:5.21

Täuscht euch nicht! In Jesu Lehren wohnt eine ewige Natur, die ihnen nicht erlaubt, in den Herzen der denkenden Menschen auf immer unfruchtbar zu bleiben. Das Königreich, wie Jesus es entwarf, hat auf Erden weitgehend fehlgeschlagen; einstweilen hat eine vordergründige Kirche seinen Platz einge­nommen; aber ihr solltet begreifen, dass diese Kirche nur ein Larven­stadium des verhinderten geis­tigen Königreichs ist und dieses durch das materielle Zeitalter hindurch in eine geistigere Dispensation tragen wird, wo die Lehren des Meisters sich günstigerer Entwicklungsbedingungen erfreuen werden. So wird die so genannte christliche Kirche zum Kokon, in dem das König­reich nach Jesu Vorstellung jetzt schlummert. Das Königreich der geistigen Bruderschaft ist immer noch lebendig und wird schließlich und sicher aus seiner langen Versenkung auftauchen, ebenso sicher, wie der Schmetterling letzten Endes prächtig entfaltet aus dem unscheinbareren Geschöpf metamorphischer Entwicklung hervorgeht.


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