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Der Supreme und der Ultime – Zeit und Raum

BEZÜGLICH der verschiedenen Naturen der Gottheit kann man sagen:

118:0.2

1. Der Vater ist aus sich selber heraus existierendes Selbst.

118:0.3

2. Der Sohn ist koexistierendes Selbst.

118:0.4

3. Der Geist ist gemeinsam existierendes Selbst.

118:0.5

4. Der Supreme ist evolutionär-erfahrungsmäßiges Selbst.

118:0.6

5. Der Siebenfache ist sich selbst austeilende Göttlichkeit.

118:0.7

6. Der Ultime ist transzendent-erfahrungsmäßiges Selbst.

118:0.8

7. Der Absolute ist existentiell-erfahrungsmäßiges Selbst.

118:0.9

Während der Siebenfache Gott für die evolutionäre Vollendung des Supremen unerlässlich ist, ist der Supreme auch unerlässlich für das schließliche Erwachen des Ultimen. Und die doppelte Gegenwart des Supremen und Ultimen bildet die fundamentale Vereinigung unterabsoluter und abgeleiteter Gottheit, denn beide sind in wechselseitiger Abhängigkeit komplementär zum Erreichen der Bestimmung. Zusammen sind sie die erfahrungsmäßige Brücke, welche die Anfänge und die Erfüllung alles schöpferischen Wachstums im Alluni­versum verbindet.

118:0.10

Schöpferisches Wachstum ist endlos, aber immer befriedigend; es ist endlos in der Ausdehnung, wird aber stets unterbrochen durch jene die Persönlichkeit beglückenden Pausen momentaner Zielerreichung, die den wirksamen Auftakt zur Mobilisierung für neue Abenteuer in kosmischem Wachstum, Universums­erforschung und Annäherung an die Gottheit bilden.

118:0.11

Obwohl die Domäne der Mathematik von qualitativen Begrenzungen umgeben ist, verschafft sie dem endlichen Verstand doch eine konzeptuelle Grundlage für die Betrachtung der Unendlichkeit. Es gibt für Zahlen keine quantitative Begrenzung, nicht einmal für das Begriffsvermögen des endlichen Verstandes. Gleichgültig, wie groß die vorgestellte Zahl ist, ihr könnt euch immer noch eine weitere Einheit hinzudenken. Und ihr könnt auch verstehen, dass das nahe an die Unendlichkeit herankommt, denn so oft ihr diese Addition auch wiederholt, kann immer noch eine weitere hinzugefügt werden.

118:0.12

Zugleich kann in einer unendlichen Serie an einem beliebigen Punkt die Summe festgestellt werden, und diese Summe (oder besser Zwischensumme) verschafft einer gegebenen Person mit einem gegebenen Status zu einem gegebenen Zeitpunkt die volle Süße des erreichten Ziels. Aber früher oder später beginnen in derselben Person wiederum Hunger und Sehnsucht nach neuen und größeren Zielen zu erwachen, und immer wieder werden in der Fülle der Zeit und in den Zyklen der Ewigkeit solche Abenteuer des Wachstums eintreten.

118:0.13

Jedes neue Universumszeitalter ist der Vorraum der folgenden Ära kosmischen Wachstums, und jede Universumsepoche liefert allen vorausgehenden Stadien eine unmittelbare Bestimmung. Havona ist für sich genommen eine vollkommene, aber durch ihre Vollkommenheit beschränkte Schöpfung; durch ihre Expansion in die evolutionären Superuniversen findet die Vollkommenheit Havonas nicht nur eine kosmische Bestimmung, sondern auch Befreiung von den Begrenzungen vorevolutionärer Existenz.

1. Zeit und Ewigkeit

118:1.1

Es ist für die kosmische Orientierung des Menschen nützlich, zum größtmöglichen Verständnis der Gottheitsbeziehungen zum Kosmos zu gelangen. Obwohl die absolute Gottheit ihrem Wesen nach ewig ist, stehen die Götter mit der Zeit im Sinne einer Erfahrung in der Ewigkeit in Beziehung. In den evolutionären Universen ist die Ewigkeit eine zeitliche ewige Dauer – das ewige Jetzt.

118:1.2

Die Persönlichkeit des sterblichen Geschöpfes kann ewig werden durch Selbstidentifikation mit dem ihr innewohnenden Geist durch Anwendung der Technik, die Ausführung des Willens des Vaters zu wählen. Eine solche Weihung des Willens ist gleichbedeutend mit dem Innewerden der Ewigkeitsrealität des Vorhabens. Das bedeutet, dass das Ziel des Geschöpfes, was die Abfolge der Augenblicke betrifft, unverrückbar geworden ist, oder anders ausgedrückt, dass die Abfolge der Augenblicke keine Änderung am Ziel des Geschöpfes bringen wird. Ob eine Million oder eine Milliarde Augenblicke ist unerheblich. Die Zahl hat im Blick auf das Geschöp­fesziel jede Bedeutung verloren. So münden die Wahl des Geschöpfes und Gottes Wahl ein in die ewigen Realitäten der nie endenden Vereinigung des Geistes Gottes mit der Natur des Menschen im ewig dauernden Dienst an den Kindern Gottes und deren Paradies-Vater.

118:1.3

In jedem gegebenen Intellekt besteht eine direkte Beziehung zwischen Reife und Einheit des Zeitbewusstseins. Die Zeiteinheit kann einen Tag, ein Jahr oder eine längere Periode betragen, aber sie ist zwangsläufig das Kriterium, aufgrund dessen das bewusste Selbst die Lebensumstände beurteilt und der konzipierende Intellekt die Tatsachen der zeitlichen Existenz misst und bewertet.

118:1.4

In der Erfahrung des Sterblichen geht die Verlängerung der Zeiteinheit einher mit Erfahrung, Weisheit und Urteil. Wenn sich der menschliche Verstand in die Vergangenheit zurückwendet, bewertet er die vergangene Erfahrung, um sie mit einer gegenwärtigen Situation in Beziehung zu setzen. Wenn der Verstand sich in die Zukunft versetzt, sucht er die zukünftige Bedeutung einer möglichen Handlung einzuschätzen. Und nachdem er in dieser Weise Erfahrung und Weisheit eingerechnet hat, wird der menschliche Wille sein Urteilen-Entscheiden in der Gegenwart ausüben, und der solcherart aus Vergangenheit und Zukunft geborene Aktionsplan beginnt zu existieren.

118:1.5

Im reifen, sich entwickelnden Selbst vereinigen sich Vergangenheit und Zukunft, um die wahre Bedeutung der Gegenwart zu erhellen. Je reifer das Selbst wird, um so weiter zurück in die Vergangenheit begibt es sich für Erfahrenes, während die Vorhersagen seiner Weisheit immer tiefer in die unbekannte Zukunft vorzudringen versuchen. Und je weiter das konzipierende Selbst sowohl in Vergangenheit als auch in Zukunft suchend eindringt, umso unabhängiger von der augenblicklichen Gegenwart wird sein Urteil. Auf diese Weise beginnt sich das Entscheiden-Handeln aus den Fesseln der flüchtigen Gegenwart zu lösen und die Züge vergangener und zukünftiger Bedeutung anzunehmen.

118:1.6

Geduld wird von Sterblichen geübt, deren Zeiteinheit kurz ist; wahre Reife geht über die Geduld hinaus durch eine aus wirklichem Verstehen geborene Nachsicht.

118:1.7

Reif werden heißt, intensiver in der Gegenwart leben und zugleich den Begrenzungen der Gegenwart entschlüpfen. Die auf vergangener Erfahrung gründenden Pläne der Reife treten in der Gegenwart in einer Weise ins Dasein, die die Werte der Zukunft erhöht.

118:1.8

Die Zeiteinheit der Unreife konzentriert Bedeutung und Wert im gegenwärtigen Augenblick in einer Weise, die die Gegenwart von ihrer wahren Beziehung zu der Nicht-Gegenwart – Vergangenheit-Zukunft – trennt. Die Zeiteinheit der Reife offenbart die koordinierte Beziehung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft so, dass das Selbst damit beginnt, Einblick in die Gesamtheit der Ereignisse zu gewinnen, damit beginnt, die Landschaft der Zeit aus einer panora­mischen Perspektive erweiterter Horizonte zu betrachten, vielleicht sogar beginnt, das ewige Kontinuum ohne Anfang und Ende, dessen Fragmente man Zeit nennt, zu erahnen.

118:1.9

Auf den Ebenen des Unendlichen und des Absoluten enthält der Augenblick der Gegenwart die ganze Vergangenheit und die ganze Zukunft. ICH BIN bedeutet ebenfalls ICH WAR und ICH WERDE SEIN. Und das stellt unser bestes Konzept der Ewigkeit und des Ewigen dar.

118:1.10

Auf der absoluten und ewigen Ebene ist die potentielle Realität ebenso bedeutungsvoll wie die verwirklichte Realität. Nur auf der endlichen Ebene und für zeitgebundene Geschöpfe scheint zwischen beiden ein so ungeheurer Unterschied zu klaffen. Für Gott – als eines Absoluten – ist ein aufsteigender Sterblicher, der die ewige Entscheidung gefällt hat, bereits ein Finalist des Paradieses. Aber dank dem innewohnenden Gedankenjustierer ist der Univer­sale Vater in seinem Bewusstsein nicht in dieser Weise begrenzt, sondern kann auch jede zeitliche Auseinandersetzung des Geschöpfes mit den Problemen des Aufstiegs von tierischen zu göttlichen Exi­stenzebenen kennen und mitmachen.

2. Omnipräsenz und Allgegenwart

118:2.1

Die Allgegenwart der Gottheit darf nicht verwechselt werden mit der Ultimität der göttlichen Omnipräsenz. Es ist des Universalen Vaters Wille, dass der Su­preme, der Ultime und der Absolute seine Allgegenwart in Zeit und Raum und seine die Zeit und den Raum transzendierende Omnipräsenz mit seiner zeitlosen und raumlosen universalen und absoluten Gegenwart kompensierend koordinieren und einen sollen. Und ihr solltet daran denken, dass die Allgegenwart der Gottheit, obwohl so oft mit dem Raum verbunden, nicht notwendigerweise durch die Zeit bedingt wird.

118:2.2

Als sterbliche und morontielle Aufsteiger nehmt ihr Gott durch den Dienst des Siebenfachen Gottes immer deutlicher wahr. Während des Durchlaufens Havonas entdeckt ihr den Supremen Gott. Im Paradies findet ihr Gott als eine Person und bald danach werdet ihr als Finalisten versuchen, ihn als Ultimen zu kennen. Für die Finalisten schiene es nach dem Erreichen des Ultimen nur einen einzigen einzuschlagenden Weg zu geben, nämlich den Beginn der Suche nach dem Absoluten. Keinen Finalisten werden die das Erreichen der Absoluten Gottheit umgebenden Ungewissheiten beunruhigen, da er ja am Ende seines supremen und seines ultimen Aufstiegs Gott dem Vater begegnet ist. Solche Finalisten werden ohne Zweifel glauben, dass, selbst wenn sie beim Finden des Absoluten Gottes erfolgreich sein sollten, sie nur wieder denselben Gott entdecken würden, den Paradies-Vater, der sich auf weiteren, nahezu unendlichen und universalen Ebenen manifestiert. Zweifellos würde das Erreichen Gottes im Absoluten zugleich den Urahnen der Universen und den Finalen Vater aller Persönlichkeiten offenbaren.

118:2.3

Der Supreme Gott ist vielleicht keine Bekundung der Omnipräsenz der Gottheit in Zeit und Raum, aber er ist buchstäblich eine Manifestation göttlicher Allgegenwart. Zwischen der geistigen Gegenwart des Schöpfers und der materiellen Manifestation der Schöpfung liegt eine gewaltige Domäne allgegenwärtigen Werdens – das universelle Erwachen der evolutionären Gottheit.

118:2.4

Wenn der Supreme Gott je die direkte Leitung der Universen von Zeit und Raum übernimmt, wird eine solche Gottheitsverwaltung unserer Überzeugung nach unter der höchsten Kontrolle des Ultimen funktionieren. In einem solchen Falle würde der Ultime Gott beginnen, in den Universen der Zeit als der transzendente Allmächtige (der Omnipotente) in Erscheinung zu treten, wobei er die höchste Kontrolle über die Über-Zeit und den transzendierten Raum bezüglich der administrativen Funktionen des Allmächtigen Supremen ausüben würde.

118:2.5

So wie wir wird auch der menschliche Verstand fragen: Wenn die Evolution des Supremen Gottes zur administrativen Autorität im Großen Universum von verstärkten Manifestationen des Ultimen Gottes begleitet wird, wird dann ein entsprechendes Erwachen des Ultimen Gottes in den postulierten Universen des äußeren Raums einhergehen mit ähnlichen und verstärkten Offenbarungen des Absoluten Gottes? Aber wir wissen es wirklich nicht.

3. Zeit-Raum-Beziehungen

118:3.1

Für die endliche Vorstellung konnte die Gottheit die Zeit-Raum-Manifestationen nur durch die Allgegenwart einen, denn die Zeit ist eine Folge von Augenblicken, während der Raum ein System von miteinander verbundenen Punkten ist. Ihr nehmt die Zeit im Grunde durch Analyse und den Raum durch Synthese wahr. Ihr koordiniert und verbindet diese zwei ungleichen Vorstellungen durch die integrierende Schau der Persönlichkeit. In der ganzen tierischen Welt besitzt nur der Mensch diese Wahrnehmungsfähigkeit von Zeit und Raum. Für ein Tier hat Bewegung eine Bedeutung, aber nur ein Geschöpf mit Persönlichkeitsstatus kann darin einen Wert erblicken.

118:3.2

Die Dinge werden durch die Zeit bedingt, aber die Wahrheit ist zeitlos. Je mehr Wahrheit ihr kennt, je mehr Wahrheit ihr seid, umso besser werdet ihr die Vergangenheit verstehen und die Zukunft erfassen.

118:3.3

Die Wahrheit ist unerschütterlich – auf ewig frei von allen vorübergehenden Wechselfällen, obwohl nie tot und förmlich, immer vibrierend und anpassungs­fähig – von strahlender Lebendigkeit. Aber wenn sich die Wahrheit mit Tatsachen verbindet, dann bedingen sowohl Zeit als auch Raum ihre Bedeutungen und bringen ihre Werte miteinander in Beziehung. Solche an Tatsachen gekettete Wahrheitsrealitäten werden zu Konzepten und infolgedessen in die Domäne relativer kosmischer Realitäten verwiesen.

118:3.4

Die Verknüpfung der absoluten und ewigen Wahrheit des Schöpfers mit der konkreten Erfahrung des endlichen und zeitlichen Geschöpfes ruft einen neuen, erwachenden Wert des Supremen ins Dasein. Das Konzept des Supremen ist unerlässlich zur Koordinierung der göttlichen und unveränderlichen oberen Welt mit der endlichen und sich ewig wandelnden unteren Welt.

118:3.5

Der Raum kommt von allen nichtabsoluten Dingen absolutem Sein am nächsten. Der Raum ist offenbar vollkommen ultim. Die wahre Schwierigkeit, die uns das Verständnis des Raums auf der materiellen Ebene bereitet, kommt von der Tatsache, dass die materiellen Körper zwar im Raum existieren, der Raum aber auch in denselben materiellen Körpern existiert. Obwohl es im Zusammenhang mit dem Raum viel Absolutes gibt, heißt das nicht, dass der Raum absolut ist.

118:3.6

Es mag euch helfen, die Raumbeziehungen besser zu verstehen, wenn ihr annehmt, dass, relativ gesprochen, der Raum letztlich eine Eigenschaft aller materiellen Körper ist. Wenn sich demnach ein Körper durch den Raum bewegt, nimmt er auch seine sämtlichen Eigenschaften mit sich, selbst den Raum, der in diesem sich fortbewegenden Körper enthalten ist und zu ihm gehört.

118:3.7

Alle Modelle der Realität nehmen auf den materiellen Ebenen Raum ein, aber geistige Modelle existieren nur in Beziehung zum Raum; weder besetzen sie Raum, noch verschieben oder enthalten sie welchen. Aber für uns bezieht sich das Haupträtsel des Raums auf das Modell einer Idee. Wenn wir die Verstandesdomäne betreten, treffen wir auf manch ein Mysterium. Nimmt das Modell – die Realität – einer Idee Raum ein? Wir wissen es wirklich nicht, obwohl wir sicher sind, dass das Modell einer Idee keinen Raum enthält. Aber es wäre kaum vorsichtig zu behaupten, dass Immaterielles stets nichträumlich sei.

4. Primäre und sekundäre Verursachung

118:4.1

Viele theologische Schwierigkeiten und metaphysische Dilemmata des sterblichen Menschen kommen von seiner irrigen Ortung der Gottheitspersönlichkeit und der daraus folgenden Zuschreibung unendlicher und absoluter Attribute an untergeordnete Göttlichkeit und evolutionäre Gottheit. Ihr dürft nicht vergessen, dass es trotz der Tatsache einer wahren Ersten Ursache auch eine Unmenge von zugeordneten und untergeordneten Ursachen gibt, von zugleich assoziierten und sekundären Ursachen.

118:4.2

Der grundlegende Unterschied zwischen primären und sekundären Ursa­chen liegt darin, dass primäre Ursachen ursprüngliche Wirkungen hervorbringen, die von jeglichen aus früheren Ursachen stammenden Erbfaktoren frei sind. Sekundäre Ursachen zeitigen Wirkungen, die ausnahmslos ein aus anderen und früheren Ursachen hervorgegangenes Erbe erkennen lassen.

118:4.3

Die dem Eigenschaftslosen Absoluten innewohnenden rein statischen Poten­tiale reagieren auf jene Verursachungen des Gottheits-Absoluten, die durch die Handlungen der Paradies-Trinität ausgelöst werden. In Gegenwart des Universalen Absoluten werden diese vom verursachenden Impuls durchdrungenen statischen Potentiale allsogleich aktiv und beginnen, auf die Einflüsse bestimmter transzendenter Wirkkräfte anzusprechen, deren Handlungen die Um­wandlung dieser aktivierten Potentiale in einen Zustand wahrer universeller Entwicklungsmöglichkeiten, verwirklichter Wachstumsfähigkeiten, bewirken. Und auf den solcherart gereiften Potentialen spielen dann die Schöpfer und Überwacher des Großen Universums das nie endende Drama kosmischer Evolution.

118:4.4

Von den existentiellen Realitäten abgesehen, ist die Verursachung ihrem fundamentalen Wesen nach dreifacher Natur. So wie sie in diesem Universums­zeitalter und auf der endlichen Ebene der sieben Superuniversen wirkt, kann sie folgendermaßen aufgefasst werden:

118:4.5

1. Aktivierung statischer Potentiale. Die Schaffung einer Bestimmung im Universalen Absoluten durch die Handlungen des Gottheits-Absoluten, das im Eigenschaftslosen Absoluten und auf es wirkt, in Beantwortung der Willensdekrete der Paradies-Trinität.

118:4.6

2. Eventuierung von Universumskapazitäten. Dies schließt die Überfüh­rung undifferenzierter Potentiale in gesonderte und ganz bestimmte Pläne ein. Dies ist eine Handlung der Ultimität der Gottheit und der mannigfaltigen Organe der trans­zendenten Ebene. Solche Handlungen geschehen in vollkommener Vorwegnahme der zukünftigen Bedürfnisse des ganzen Alluniversums. Und gerade im Zusammenhang mit dieser Trennung der Potentiale existieren die Architekten des Alluniversums als die wahren Verkörperungen des Gottheitskonzeptes der Universen. Ihre Pläne scheinen letztlich durch die angenommene Peripherie des Alluniversums ausdehnungsmäßig im Raum beschränkt zu sein, aber als Pläne werden sie anderswie weder durch Zeit noch Raum bedingt.

118:4.7

3. Schöpfung und Evolution von verwirklichten Universumsrealitäten. Auf einen solchen Kosmos, der durchdrungen ist von der fähigkeitstiftenden Gegenwart der Ultimität der Gottheit, wirken die Supremen Schöpfer ein, um die zeitlichen Umwandlungen gereifter Potentiale in erfahrungsmäßige verwirklichte Realitäten herbeizuführen. Innerhalb des Alluniversums wird alle Verwirklichung potentieller Realität durch die ultime Fähigkeit zur Entwicklung beschränkt und in den Stadien des schließlichen In-Erscheinung-Tretens durch die Zeit und den Raum bedingt. Die Schöpfersöhne, die aus dem Paradies ausziehen, sind im kosmischen Sinne in Wirklichkeit transformierende Schöpfer. Aber das tut der menschlichen Vorstellung von ihnen als Schöpfern in keiner Weise Abbruch; aus endlicher Sicht können sie bestimmt erschaffen und tun es auch.

5. Allmacht und Vereinbarkeit

118:5.1

Die Allmacht der Gottheit schließt nicht die Macht ein zu tun, was nicht getan werden kann. Innerhalb des zeitlichen und räumlichen Rahmens und vom intellektuellen Bezugspunkt menschlichen Begreifens aus kann auch der unendliche Gott keine viereckigen Kreise erschaffen oder Übles hervorbringen, das von Grund auf gut ist. Gott kann keine ungöttlichen Dinge tun. Ein derartiger Widerspruch philosophischer Begriffe kommt dem Nichtsein gleich und bedeutet, dass nichts in dieser Weise erschaffen wird. Ein persönlicher Wesenszug kann nicht zugleich göttlich und ungöttlich sein. Die Vereinbarkeit ist der göttlichen Macht eingeboren. Und all das fließt aus der Tatsache, dass die Allmacht nicht nur Dinge erschafft, die eine Natur besitzen, sondern dass sie auch der Ursprung der Natur aller Dinge und Wesen ist.

118:5.2

Am Anfang tut der Vater alles, aber während sich das Panorama der Ewig­keit in Beantwortung des Willens und der Gebote des Unendlichen entfaltet, wird es immer offensichtlicher, dass die Geschöpfe, selbst die Menschen, bei der Verwirklichung der finalen Bestimmung zu Partnern Gottes werden sollen. Und das gilt sogar schon für das irdische Leben; wenn Mensch und Gott Partner werden, können den zukünftigen Möglichkeiten einer solchen Partnerschaft keine Grenzen gesetzt werden. Wenn der Mensch realisiert, dass der Universale Vater in der ewigen Fortentwicklung sein Partner ist, wenn er mit der ihn bewohnenden Vater-Gegenwart fusioniert, hat er im Geist bereits die Ketten der Zeit gesprengt und mit den ewigen Fortschritten auf der Suche nach dem Universalen Vater begonnen.

118:5.3

Das menschliche Bewusstsein geht von der Tatsache aus und gelangt über die Bedeutung schließlich zum Wert. Das Bewusstsein des Schöpfers schreitet vom Gedanken-Wert über die Wort-Bedeutung zur Tatsache der Handlung. Immer muss Gott handeln, um uneingeschränkter Einheit zu entrinnen, die der existentiellen Unendlichkeit innewohnt. Immer muss Gott das Urmuster-Universum liefern, die vollkommenen Persönlichkeiten, ursprüngliche Wahrheit, Schönheit und Güte, nach denen alle Schöpfungen streben, die sich unterhalb der Gottheit befinden. Immer muss zuerst Gott den Menschen finden, damit der Mensch später Gott finden kann. Immer muss es zuerst einen Universalen Vater geben, bevor es je universale Sohnschaft und daraus wachsende universale Bruderschaft geben kann.

6. Allmacht und Alltat

118:6.1

Gott ist wahrhaft allmächtig, aber er ist nicht alltätig – er tut nicht persönlich alles, was getan wird. Die Allmacht umfasst das Machtpotential des Allmächtigen Supremen und des Supremen Wesens, aber die Willensakte des Supremen Gottes sind nicht die persönlichen Handlungen des Unendlichen Gottes.

118:6.2

Die Alltat der uranfänglichen Gottheit zu verteidigen, käme einer Entrechtung von nahezu einer Million Schöpfersöhnen des Paradieses gleich, ganz zu schweigen von den zahllosen Armeen vielfältiger anderer Ordnungen von schöpferischen Helfern, die alle ihren Beitrag leisten. Es gibt im ganzen Universum nur eine einzige Ursache ohne Ursache. Alle anderen Ursachen leiten sich von diesem einen Ersten Großen Zentralen Ursprung ab. Und nichts in dieser Philosophie tut dem freien Willen der über ein ungeheuer großes Universum verstreuten Myriaden von Kindern der Gottheit irgendwelche Gewalt an.

118:6.3

Innerhalb eines lokalen Rahmens mag es scheinen, als funktioniere der Wille wie eine Ursache ohne Ursache, aber er lässt ausnahmslos Erbfaktoren erkennen, die eine Verbindung zu der einzigen, ursprünglichen und absoluten Ersten Ursache herstellen.

118:6.4

Alles Wollen ist relativ. In einem auf den Ursprung bezogenen Sinne besitzt nur das Vater-ICH-BIN Finalität des Willens; in einem absoluten Sinn zeigen nur der Vater, der Sohn und der Geist Willensvorrechte, die weder durch die Zeit bedingt, noch durch den Raum begrenzt sind. Der sterbliche Mensch ist mit freiem Willen, mit der Macht der Wahl begabt, und obwohl solches Wählen nicht absolut ist, ist es nichtsdestoweniger auf der endlichen Ebene und bezüglich der Bestimmung der wählenden Persönlichkeit relativ final.

118:6.5

Auf jeder Ebene außer der absoluten stößt der Wille auf Grenzen, die im Wesen der Persönlichkeit liegen, welche die Macht der Wahl ausübt. Der Mensch kann nicht außerhalb des Rahmens dessen wählen, was wählbar ist. Er kann z. B. nicht wählen, etwas anderes als ein menschliches Wesen zu sein, außer dass er sich dafür entscheiden kann, mehr als ein Mensch zu werden; er kann wählen, die aufsteigende Reise durch das Universum anzutreten, aber das ist nur deshalb möglich, weil es sich trifft, dass in diesem Punkt menschliche Wahl und göttlicher Wille übereinstimmen. Und was ein Sohn wünscht und der Vater will, wird mit Bestimmtheit eintreten.

118:6.6

Im Leben des Sterblichen öffnen und schließen sich dauernd Pfade für verschiedenes Verhalten, und während der Zeiten, da die Wahl möglich ist, trifft die menschliche Persönlichkeit ständig eine Wahl zwischen diesen vielen Handlungsweisen. Das zeitliche Wollen ist an die Zeit gebunden, und es muss das Vergehen der Zeit abwarten, um eine Gelegenheit zu finden, sich auszudrücken. Geistiges Wollen hat begonnen, die Befreiung von den Fesseln der Zeit zu kosten, da es ihm teilweise gelungen ist, den zeitlichen Abfolgen zu entrinnen, und dem ist so, weil geistiges Wollen sich mit dem Willen Gottes identifiziert.

118:6.7

Das Wollen, der Akt des Wählens, muss sich in dem Universumsrahmen betätigen, der sich in Beantwortung höheren und früheren Wählens verwirklicht hat. Die ganze Reichweite des menschlichen Willens beschränkt sich strikt auf das Endliche mit Ausnahme eines einzigen Falles: Wenn der Mensch wählt, Gott zu finden und zu werden wie er, ist solch eine Wahl überendlich; nur die Ewigkeit kann enthüllen, ob diese Wahl auch überabsonit ist.

118:6.8

Die Allmacht der Gottheit anzuerkennen, heißt, in eurer Erfahrung des kosmischen Bürgerrechts ein Gefühl des Aufgehobenseins zu empfinden, auf der langen Reise nach dem Paradies die Gewissheit von Sicherheit zu besitzen. Aber den Trugschluss der Alltat zu akzeptieren, ist soviel wie in den kolossalen Irrtum des Pantheismus zu verfallen.

7. Allwissenheit und Prädestination

118:7.1

Im Großen Universum arbeiten Schöpferwille und Geschöpfeswille innerhalb der durch die Hauptarchitekten festgesetzten Grenzen und gemäß den von diesen geschaffenen Möglichkeiten. Diese Vorherbestimmung dieser maximalen Grenzen beschneidet indessen die Souveränität des Geschöpfeswillens innerhalb dieser Schranken nicht im Mindesten. Ebenso wenig stellt das ultime Vorauswissen – das volle In-Betracht-Ziehen jeder endlichen Wahl – eine Abschaffung des endlichen Willens dar. Ein reifes und weit blickendes Menschenwesen wäre vielleicht imstande, die Entscheidung eines jüngeren Gefährten genauestens vorauszusagen, aber dieses Vorauswissen schmälert in nichts die Freiheit und Echtheit der Entscheidung selber. Die Götter haben den Aktionsbereich des unreifen Willens weise eingeschränkt, aber es handelt sich – innerhalb dieser bestimmten Grenzen – trotzdem um echten Willen.

118:7.2

Selbst die allerhöchste Korrelation zwischen allem vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Wählen tut der Authentizität solcher Entscheidungen keinen Abbruch. Sie ist eher ein Hinweis auf die im Voraus festgelegte Richtung des Kosmos und legt eine Vorauskenntnis jener Willensgeschöpfe nahe, die sich dafür entscheiden oder es ablehnen werden, ihr Teil zu der erfahrungsmäßigen Verwirklichung der ganzen Realität beizusteuern.

118:7.3

Der Irrtum bei endlichem Wählen ist an die Zeit gebunden und wird durch die Zeit begrenzt. Er kann nur in der Zeit existieren und innerhalb der sich entwickelnden Gegenwart des Supremen Wesens. Solch irriges Wählen ist in der Zeit möglich und zeigt (nebst der Unvollständigkeit des Supremen) den gewissen Spielraum an, den unreife Geschöpfe zum Wählen besitzen müssen, um sich des Fortschrittes im Universum zu erfreuen, indem sie aufgrund ihres freien Willens mit der Realität in Kontakt treten.

118:7.4

Das Vorhandensein der Sünde im zeitbedingten Raum beweist klar die zeitliche Freiheit – selbst Zügellosigkeit – des endlichen Willens. Sünde ist Ausdruck der Unreife, die sich durch die Freiheit des relativ souveränen Willens der Persönlichkeit blenden lässt und der es nicht gelingt, die höchsten Verpflichtungen und Schuldigkeiten des kosmischen Bürgerrechts zu erkennen.

118:7.5

In der endlichen Domäne bringt Frevelhaftigkeit krass die flüchtige Realität aller nicht mit Gott identifizierten Ichbewusstheit zum Ausdruck. Nur in dem Maße, wie ein Geschöpf sich mit Gott identifiziert, wird es in den Universen wahrhaftig real. Die endliche Persönlichkeit hat sich nicht selber erschaffen, aber auf dem super­universellen Kampfplatz der Wahl bestimmt sie ihr Schicksal tatsächlich selber.

118:7.6

Das Geschenk des Lebens befähigt die materiell-energetischen Systeme zu Selbst-­Fortpflanzung, Selbst-Vermehrung und Selbst-Anpassung. Das Ge­schenk der Persönlichkeit verleiht den lebendigen Organismen zusätzlich die Vorrechte der Selbst-Bestimmung, Selbst-Entwicklung und Selbst-Identifi­ka­tion mit einem Fusionsgeist der Gottheit.

118:7.7

Unterpersönliche lebendige Organismen lassen einen Verstand erkennen, der die Energie-Materie aktiviert und zuerst von den physischen Überwachern und danach von den mentalen Hilfsgeisten ausgeteilt wird. Die Begabung mit Persönlichkeit kommt vom Vater und verleiht dem lebendigen System einzigartige Vorrechte der Wahl. Aber wenn die Persönlichkeit das Vorrecht genießt, sich in bewusster Wahl für die Identifikation mit der Realität zu entscheiden, und wenn das eine wahre und freie Wahl sein soll, dann muss die sich entwickelnde Persönlichkeit ebenfalls die mögliche Wahl haben, sich selbst in Verwirrung zu stürzen, zu zerrütten und zu zerstören. Die Möglichkeit kosmischer Selbst-Zerstörung kann nicht vermieden werden, wenn die sich entwickelnde Persönlich­keit bei der Betätigung ihres endlichen Willens wahrhaft frei sein soll.

118:7.8

Deshalb besteht eine größere Sicherheit, wenn die Wahl der Persönlichkeit auf den tieferen Existenzebenen in engeren Grenzen gehalten wird. Mit dem Empor­steigen durch die Universen wird die Wahl immer freier; schließlich nähert sie sich göttlicher Freiheit, wenn die aufsteigende Persönlichkeit den Status der Göttlichkeit erreicht und allerhöchste Hingabe an die Ziele des Universums, vollständige Erlangung kosmischer Weisheit und Finalität der Geschöpfesiden­tifikation mit dem Willen und den Wegen Gottes.

8. Kontrolle und höchste Kontrolle

118:8.1

In den Zeit-Raum-Schöpfungen ist der freie Wille durch Einschränkungen, durch Begrenzungen eingeengt. Die Evolution des materiellen Lebens ist zuerst mechanisch, wird dann durch den Verstand aktiviert und kann (nach der Begabung mit Persönlichkeit) unter die Führung des Geistes kommen. Die organische Evolution auf den bewohnten Welten wird physisch beschränkt durch die Potentiale der durch die Lebensbringer vollzogenen ursprünglichen Ansiedlungen physischen Lebens.

118:8.2

Der sterbliche Mensch ist eine Maschine, ein lebendiger Mechanismus; er hat seine Wurzeln wirklich in der physischen Welt der Energie. Viele menschliche Reaktionen sind mechanischer Natur; das Leben ist in manchem maschinenmäßig. Aber der Mensch, ein Mechanismus, ist viel mehr als eine Maschine; er ist mit Verstand begabt und vom Geist bewohnt; und obwohl er während seines ganzen materiellen Lebens nie den chemischen und elektrischen Mechanismen seiner Existenz zu entrinnen vermag, kann er immer besser lernen, diese Maschine physischen Lebens der aus Erfahrung gewonnenen, steuernden Weisheit unterzuordnen, indem er den menschlichen Verstand der Ausführung der geistigen Anstöße des innewohnenden Gedankenjustierers weiht.

118:8.3

Der Geist befreit die Funktion des Willens, der Mechanismus begrenzt sie. Unvollkommene Wahl, die weder durch den Mechanismus kontrolliert wird, noch sich mit dem Geist identifiziert, ist gefährlich und destabilisierend. Mechanische Dominanz garantiert Stabilität auf Kosten des Fortschritts; der Bund mit dem Geist befreit die Wahl von der physischen Ebene und verschafft gleichzeitig jene göttliche Stabilität, die aus vertiefter Universumsschau und zunehmendem kosmischem Verständnis hervorgeht.

118:8.4

Das Geschöpf befindet sich in großer Gefahr, wenn es eine Befreiung von den Fesseln der Lebensmechanismen erreicht, es aber versäumt, diesen Stabilitätsverlust durch die Herstellung einer harmonisch arbeitenden Verbindung mit dem Geist wettzumachen. Das wählende Geschöpf, das sich von der mechanischen Stabilität relativ freigemacht hat, kann versucht sein, eine noch weitergehende Selbstbefreiung unabhängig von stärkerer Identifikation mit dem Geist anzustreben.

118:8.5

Das ganze Prinzip der biologischen Evolution macht es unmöglich, dass der primitive Mensch auf einer bewohnten Welt mit großen Gaben der Selbstbeherrschung erscheint. Deshalb sorgt derselbe schöpferische Plan, der die Evolution vorsah, ebenfalls für jene äußeren Zwänge von Zeit und Raum wie Hunger und Furcht, welche die untergeistigen Wahlmöglichkeiten solch unkultivierter Geschöpfe auf wirksame Art in engen Grenzen halten. In dem Maße, wie der menschliche Verstand immer schwierigere Hürden nimmt, hat derselbe schöpferische Plan auch für die langsame Anhäufung der rassischen Erbschaft von schmerzlich erworbener erfahrungsmäßiger Weisheit gesorgt – mit anderen Worten für die Aufrechterhaltung eines Gleichgewichts zwischen den abnehmenden äußeren Einschränkungen und den zunehmenden inneren Einschränkungen.

118:8.6

Die Langsamkeit der Evolution, des menschlichen kulturellen Fortschritts, zeugt von der Wirksamkeit dieser Bremse – der materiellen Trägheit – die den Fortschritt so erfolgreich daran hindert, sich in gefährlicher Weise zu beschleunigen. So dämpft und verteilt die Zeit selber die andernfalls tödlichen Resultate eines verfrühten Ausbrechens aus den Schranken, die menschliches Handeln unmittelbar einengen. Denn wenn die Kultur zu rasch voranschreitet, wenn die materiellen Vollbringungen der Entwicklung von Anbetung und Weisheit vorauseilen, enthält die Zivilisation in sich selber die Keime der Rückbildung; und wenn eine solche menschliche Gesellschaft nicht durch eine rasche Zunahme erfahrungsmäßiger Weisheit gestützt wird, wird sie von den hohen, aber verfrühten Ebenen des Vollbringens zurückfallen und wird das „Mittelalter“ des Interregnums der Weisheit zeugen von der unerbittlich erfolgenden Korrektur des Ungleichgewichts zwischen Selbstfreiheit und Selbstbeherrschung.

118:8.7

Der Frevel Caligastias bestand im Umgehen des Zeitreglers der allmählichen menschlichen Befreiung – in der unverdienten Beseitigung lästiger Schranken, Schranken, welche die sterblichen Gemüter jener Zeiten noch nicht durch Erfah­rung überwunden hatten.

118:8.8

Ein Verstand, der zu einer teilweisen Abkürzung von Zeit und Raum gelangen kann, beweist gerade durch diese Leistung, dass er die Keime einer Weisheit besitzt, die erfolgreich anstelle der überwundenen einengenden Schranken dienen kann.

118:8.9

Luzifer versuchte gleichfalls, den Zeitregler zu sprengen, der im Lokalsystem für die Verhinderung einer verfrühten Erringung gewisser Freiheiten sorgte. Ein im Licht und Leben verankertes Lokalsystem ist auf dem Erfahrungsweg zu Anschauungen und Erkenntnissen gelangt, die das Arbeiten vieler Techniken erlauben, welche in den vor der Verankerung liegenden Ären desselben Systems eine zerrüttende und zerstörerische Wirkung gehabt hätten.

118:8.10

Im selben Maße, wie der Mensch die Fesseln der Furcht abschüttelt, mit seinen Maschinen Kontinente und Ozeane und mit seinen Aufzeichnungen Generationen und Jahrhunderte verbindet, muss er in Übereinstimmung mit den sittlichen Geboten wachsender menschlicher Weisheit jede überwundene Einschränkung durch eine neue und freiwillig akzeptierte Einschränkung ersetzen. Diese selbst­auferlegten Einschränkungen sind zugleich die mächtigsten und die feinsten aller Faktoren der menschlichen Zivilisation – es sind Konzepte der Gerechtigkeit und Ideale der Brüderlichkeit. Der Mensch qualifiziert sich sogar dafür, das einengende Gewand der Barmherzigkeit zu tragen, wenn er es wagt, seine Mitmenschen zu lieben, während er die ersten Schritte in geistiger Bruderschaft tut, indem er beschließt, ihnen dieselbe Behandlung zuzugestehen, die er sich für sich selber wünschte, sogar jene Behandlung, die seiner Meinung nach ihnen Gott gewähren würde.

118:8.11

Eine automatische Universums-Reaktion ist stabil und setzt sich in irgendeiner Form kontinuierlich im Kosmos fort. Eine Persönlichkeit, die Gott kennt und seinen Willen zu tun wünscht, die eine geistige Schau besitzt, ist göttlich stabil und existiert ewig. Das Große Universumsabenteuer des Menschen besteht im Übergang seines sterblichen Verstandes von der Stabilität mechanischer Statik zur Göttlichkeit geistiger Dynamik, und er schafft diese Verwandlung durch die Kraft und Unveränderlichkeit seiner persönlichen Entscheidungen, indem er in jeder Lebenssituation erklärt: „Es ist mein Wille, dass dein Wille geschehe.“

9. Universumsmechanismen

118:9.1

Zeit und Raum sind ein vereinter Mechanismus des Alluniversums. Sie sind die Vorrichtungen, die die endlichen Geschöpfe befähigen, im Kosmos mit dem Unendlichen zu koexistieren. Die endlichen Geschöpfe werden durch Zeit und Raum auf wirksame Weise von den absoluten Ebenen isoliert. Aber diese isolierenden Medien, ohne die kein Sterblicher existieren könnte, wirken direkt dahin, den Spielraum endlichen Handelns zu begrenzen. Ohne sie könnte kein Geschöpf handeln, aber durch sie werden die Handlungen jedes Geschöpfes entschieden begrenzt.

118:9.2

Von höheren Intelligenzen erschaffene Mechanismen funktionieren, um ihre schöpferischen Quellen zu befreien, begrenzen aber bis zu einem gewissen Grad ausnahmslos das Handeln aller untergeordneten Intelligenzen. Den Universums­geschöpfen erscheint diese Begrenzung als der Mechanismus der Universen. Der Mensch besitzt keinen ungebundenen freien Willen. Dem Bereich seines Wählens sind Grenzen gesetzt, aber innerhalb dieser Zone des Wählens ist sein Wille relativ souverän.

118:9.3

Der Lebensmechanismus der sterblichen Persönlichkeit, der menschliche Körper, ist das Ergebnis übermenschlichen schöpferischen Planens; deshalb kann er durch den Menschen selber nie vollkommen kontrolliert werden. Erst wenn der aufsteigende Mensch in Verbindung mit dem fusionierten Justierer selber den Mechanismus für den Ausdruck seiner Persönlichkeit erschafft, gelangt er zu einer vervollkommneten Kontrolle darüber.

118:9.4

Das Große Universum ist ebenso sehr ein Mechanismus wie ein Organismus, mechanisch und lebendig zugleich – ein lebendiger Mechanismus, der durch einen Supremen Verstand aktiviert wird, sich mit einem Supremen Geist koordiniert und auf den höchsten Ebenen der Macht- und Persönlichkeitseinigung seinen Ausdruck im Supremen Wesen findet. Aber den Mechanismus der endlichen Schöpfung in Abrede stellen, heißt die Tatsachen verneinen und an der Realität vorbeisehen.

118:9.5

Mechanismen sind die Produkte des Verstandes, eines kreativen Verstandes, der auf kosmische Potentiale und in ihnen wirkt. Mechanismen sind Schöpfergedanken, die feste Formen angenommen haben, und sie funktionieren immer getreu dem Willen und Konzept, die sie ins Leben gerufen haben. Aber die Zweckdienlichkeit jedes Mechanismus liegt in seinem Ursprung und nicht in seiner Funktion.

118:9.6

Man sollte sich nicht vorstellen, diese Mechanismen würden das Handeln der Gottheit beschneiden; es ist eher so, dass die Gottheit gerade in diesen Mecha­nismen eine Phase ihres ewigen Ausdrucks realisiert hat. Die fundamentalen Universumsmechanismen sind in Antwort auf den absoluten Willen des Ersten Zentralen Ursprungs ins Dasein getreten, und sie werden deshalb ewig in vollkommener Harmonie mit dem Plan des Unendlichen arbeiten; sie sind in Tat und Wahrheit die des Willens entbehrenden Urmuster eben dieses Planes.

118:9.7

Wir verstehen einigermaßen, wie der Mechanismus des Paradieses mit der Persönlichkeit des Ewigen Sohnes verbunden ist; das ist die Funktion des Mit-Vollziehers. Und wir besitzen Theorien über das Wirken des Universalen Absoluten bezüglich der theoretischen Mechanismen des Eigenschaftslosen Absoluten und der potentiellen Person des Gottheits-Absoluten. Aber bei den sich entwickelnden Gottheiten des Supremen und Ultimen beobachten wir, dass sich gewisse unpersönliche Phasen tatsächlich mit ihren willensmäßigen Entsprechungen einigen, und so entwickelt sich eine neue Beziehung zwischen Urmuster und Persönlichkeit.

118:9.8

In der ewigen Vergangenheit wurden der Vater und der Sohn eins in der Einheit des Ausdrucks des Unendlichen Geistes. Wenn in der ewigen Zukunft die Schöp­fersöhne und die Schöpferischen Geiste der Lokaluniversen von Zeit und Raum in den Reichen des äußeren Raumes zu schöpferischer Einheit gelangen sollten, was würde dann wohl ihre Einheit als kombinierten Ausdruck ihrer göttlichen Naturen erzeugen? Es könnte sehr wohl sein, dass wir dann Zeugen einer bis dahin nicht offenbarten Manifestation der Ultimen Gottheit würden, eines neuartigen Typs von Überverwaltern. Solche Wesen würden in sich einzigartige Persönlichkeitsprivilegien vereinigen, da sie eine Einheit darstellten aus persönlichem Schöpfer, unpersönlichem schöpferischem Geist, Geschöpfeserfahrung der Sterblichen und progressiver Verpersönlichung der Göttlichen Ministerin. Solche Wesen könnten ultim sein, weil sie persönliche und unpersönliche Realität in sich schlössen und zugleich die Erfahrungen von Schöpfer und Geschöpf in sich vereinigten. Welcher Art die Attribute von solch dritten Personen dieser postulierten funktionierenden Trinitäten der Schöpfungen des äußeren Raums auch immer wären, so würden sie wohl zu ihren Schöpfer-Vätern und Schöpferischen Müttern eine ähnliche Beziehung unterhalten wie der Unendliche Geist zum Universalen Vater und zum Ewigen Sohn.

118:9.9

Der Supreme Gott ist die Personifizierung der gesamten Universums­erfah­rung, die Fokussierung der gesamten endlichen Evolution, das Maximum aller Geschöpfesrealität, die Erfüllung der kosmischen Weisheit, die Verkörperung der harmonischen Schönheiten der Galaxien der Zeit, die Wahrheit der Bedeu­tungen des kosmischen Verstandes und die Güte supremer geistiger Werte. Und der Supreme Gott wird in der ewigen Zukunft diese mannigfaltigen endlichen Verschiedenheiten zu einem einzigen erfahrungsmäßig bedeutungsvollen Ganzen zusammenfügen, gerade so, wie sie jetzt auf absoluten Ebenen in der Paradies-Trinität existentiell geeint sind.

10. Funktionen der Vorsehung

118:10.1

Vorsehung bedeutet nicht, dass Gott für uns alles schon im Voraus bestimmt hat. Gott liebt uns zu sehr, um so etwas zu tun, denn das wäre nichts weniger als kosmische Tyrannei. Der Mensch hat tatsächlich ein relatives Wahlvermögen. Aber ebenso wenig ist die göttliche Liebe eine kurzsichtige Zuneigung, welche die Menschenkinder verhätscheln und verwöhnen würde.

118:10.2

Vater, Sohn und Geist – als die Trinität – sind nicht der Allmächtige Supreme, aber die Suprematie des Allmächtigen kann sich nie ohne sie manifestie­ren. Das Wachstum des Allmächtigen ist in den Absoluten der Wirklichkeit zentriert und gründet auf den Absoluten der Potentialität. Aber die Funktionen des Allmächtigen Supremen sind mit den Funktionen der Paradies-Trinität verbunden.

118:10.3

Es scheint so, als seien im Supremen Wesen alle Phasen der Universums­aktivität durch die Persönlichkeit dieser erfahrungsmäßigen Gottheit teilweise vereinigt. Wenn wir deshalb die Trinität als einen einzigen Gott zu betrachten wünschen und dieses Konzept auf das gegenwärtig bekannte und organisierte Große Universum beschränken, entdecken wir, dass das sich entwickelnde Supreme Wesen das teilweise Porträt der Paradies-Trinität ist. Und ferner finden wir, dass sich diese Supreme Gottheit als die Persönlichkeitssynthese endlicher Materie und endlichen Verstandes und Geistes im Großen Universum entwickelt.

118:10.4

Die Götter haben Attribute, aber die Trinität hat Funktionen, und gleich der Trinität ist auch die Vorsehung eine Funktion, die vielfältige anders-als-persönliche höchste Kontrolle des Universums der Universen, die von den evolutionären Ebenen des Siebenfachen, die sich in der Macht des Allmächtigen einen, hinaufreicht in die transzendenten Reiche der Ultimität der Gottheit.

118:10.5

Gott liebt jedes Geschöpf als ein Kind, und diese Liebe beschattet jedes Geschöpf in aller Zeit und Ewigkeit. Die Vorsehung wirkt im Blick auf das Ganze und befasst sich mit der Funktion jedes Geschöpfes insofern, als diese Funktion mit dem Ganzen verknüpft ist. Ein Intervenieren der Vorsehung im Falle irgendeines Einzelwesens ist ein Hinweis auf die Wichtigkeit der Funktion dieses Wesens in Bezug auf das evolutionäre Wachstum irgendeines Ganzen; es mag sich dabei um eine ganze Rasse, eine ganze Nation, einen ganzen Planeten oder sogar um ein noch höheres Ganzes handeln. Es ist die Wichtigkeit der Funktion eines Geschöpfes, welche die Vorsehung zum Einschreiten veranlasst, nicht die Wichtigkeit des Geschöpfes als einer Person.

118:10.6

Nichtsdestoweniger kann der Vater als eine Person jederzeit mit väterlicher Hand in den Strom kosmischer Ereignisse eingreifen, ganz in Übereinstimmung mit dem Willen Gottes, in Harmonie mit der Weisheit Gottes und bewegt durch die Liebe Gottes.

118:10.7

Aber was der Mensch Vorsehung nennt, ist nur allzu oft das Erzeugnis seiner eigenen Einbildung, das akzidentelle Nebeneinander zufälliger Umstände. Es gibt indessen in den endlichen Reichen der Universumsexistenz eine wirkliche, langsam erwachende Vorsehung, eine wahre, sich verwirklichende Wechselbeziehung zwischen den Energien des Raums, den Bewegungen der Zeit, den Gedanken des Intellekts, den Idealen des Charakters, den Sehnsüchten geistiger Naturen und den zielgerichteten Willensakten sich entwickelnder Persönlichkeiten. Die Gegebenheiten der materiellen Reiche finden ihre finale endliche Integration in den ineinander greifenden Gegenwarten des Supremen und des Ultimen.

118:10.8

In dem Maße, wie sich die Mechanismen des Großen Universums durch die höchste Kontrolle des Verstandes bis zu einem Punkt finaler Präzision vervoll­komm­nen und der Verstand der Geschöpfe durch vervollkommnetes Zusammenspiel mit dem Geist zur Vollkommenheit göttlichen Vollbringens aufsteigt und der Supreme deshalb als ein wirklicher Einiger all dieser Universums­phänomene erwacht, in dem Maße wird die Vorsehung immer deutlicher erkennbar.

118:10.9

Gewisse der erstaunlich zufälligen Fügungen, die auf den evolutionären Welten gelegentlich vorherrschen, sind möglicherweise der allmählich erwachenden Gegenwart des Supremen zuzuschreiben und sind ein Vorgeschmack seiner künftigen Universumsaktivitäten. Das meiste, was ein Sterblicher als Vorsehung betrachten würde, ist es nicht; in solchen Dingen leidet sein Urteil stark unter dem Mangel an einer weit blickenden Vision der wahren Bedeutungen der Lebensumstände. Vieles, was ein Sterblicher Glück nennen würde, ist unter Umständen wirkliches Unglück; das Lächeln Fortunas, das unverdiente Muße und nicht erarbeiteten Reichtum beschert, kann sich als größte menschliche Heimsuchung erweisen; die scheinbare Grausamkeit eines launischen Schicksals, das einen leidenden Sterblichen mit Widerwärtigkeiten überhäuft, kann in Wirklichkeit das läuternde Feuer sein, welches das weiche Eisen der unreifen Persönlichkeit in den gehärteten Stahl eines wahren Charakters umwandelt.

118:10.10

Es gibt in den sich entwickelnden Universen eine Vorsehung, und sie kann von den Geschöpfen in genau dem Maße entdeckt werden, wie sie die Fähigkeit erwerben, das Ziel dieser sich entwickelnden Universen wahrzunehmen. Die vollständige Fähigkeit, die Universumsziele zu erkennen, kommt der evolutionären Vollendung des Geschöpfes gleich; sie ist, anders ausgedrückt, das Erreichen des Supremen in den Grenzen des gegenwärtigen unvollständigen Zustandes der Universen.

118:10.11

Die Liebe des Vaters wirkt direkt im Herzen des Einzelnen, unabhängig von den Handlungen und Reaktionen aller anderen Einzelwesen; die Beziehung ist persönlich – zwischen Mensch und Gott. Die unpersönliche Gegenwart der Gottheit (des Allmächtigen Supremen und der Paradies-Trinität) beschäftigt sich mit dem Ganzen, nicht mit den Teilen. Die Vorsehung der höchsten Kontrolle der Suprematie wird in dem Maße immer sichtbarer, wie die Universumsteile einer nach dem anderen bei der Realisierung endlicher Bestimmungen Fortschritte machen. Während die Sy­steme, Konstellationen, Universen und Superuniversen im Licht und Leben verankert werden, tritt der Supreme immer deutlicher als der bedeutungsvolle Korrelierer allen Geschehens hervor, während der Ultime allmählich als transzendenter Einiger aller Dinge erwacht.

118:10.12

In den Anfängen einer evolutionären Welt scheinen die natürlichen Geschehnisse materieller Art und die persönlichen Sehnsüchte der menschlichen Wesen einander oft entgegenzulaufen. Vieles von dem, was sich auf einer evolutionären Welt abspielt, ist dem sterblichen Menschen eher schwer verständlich – das Naturgesetz ist oft so scheinbar grausam, herzlos und teilnahmslos gegenüber allem, was nach menschlichem Verständnis wahr, schön und gut ist. Aber während die Menschheit bei der planetarischen Entwicklung Fortschritte macht, beobachten wir, dass sich diese Betrachtungsweise unter dem Einfluss der folgenden Faktoren ändert:

118:10.13

1. Das wachsende Vorstellungsvermögen des Menschen – sein tieferes Verständnis der Welt, in der er lebt; seine zunehmende Fähigkeit, die materiellen Tatsachen der Zeit, die bedeutungsvollen Ideen des Denkens und die wertvollen Ideale geistiger Erkenntnis zu verstehen. Solange die Menschen nur die Dinge physischer Natur zum Maßstab nehmen, können sie nie hoffen, in Zeit und Raum zu einer Einheit zu finden.

118:10.14

2. Die zunehmende Herrschaft des Menschen – die allmähliche Anhäufung des Wissens um die Gesetze der materiellen Welt, um die Ziele der geistigen Existenz und die Möglichkeiten philosophischer Koordinierung dieser beiden Realitäten. Der Wilde stand dem Ansturm der Naturkräfte hilflos gegenüber, lebte als Sklave unter der grausamen Herrschaft seiner inneren Ängste. Der halbzivilisierte Mensch beginnt, die Schatzkammer der Geheimnisse des Naturreichs aufzuschließen, und seine Wissenschaft zerstört langsam, aber sicher seinen Aberglauben und liefert ihm zugleich eine neue und breitere Tatsach­enbasis für die Bedeutungen der Philosophie und die Werte wahrer geistiger Erfahrung. Der zivilisierte Mensch wird eines Tages zu einer relativen Beherrschung der physischen Kräfte seines Planeten gelangen; die Liebe Gottes in seinem Herzen wird sich mit Erfolg als Liebe zu seinen Mitmenschen verströmen, und die Werte der irdischen Existenz werden sich den Grenzen menschlichen Vermögens nähern.

118:10.15

3. Die Integration des Menschen in das Universum – das Wachstum men­schli­cher Erkenntnis zusätzlich des Wachstums menschlichen erfahrungsmäßigen Vollbringens bringt ihn in engere Harmonie mit den einigenden Gegen­warten der Suprematie – mit der Paradies-Trinität und dem Supremen Wesen. Und gerade das ist es, was die Souveränität des Supremen auf Welten begründet, die seit langem im Licht und Leben verankert sind. Solch fortgeschrittene Planeten sind in der Tat Gedichte von Harmonie, Gemälde von Schönheit vollendeter Güte, die durch den Dienst an der kosmischen Wahrheit erworben wurden. Und wenn so etwas auf einem Planeten geschehen kann, dann können sich noch wunderbarere Dinge in einem System und in den höheren Einheiten des Großen Universums ereignen, wenn auch diese zur Stabilität gelangen, Hinweis darauf, dass die Potentiale endlichen Wachstums erschöpft sind.

118:10.16

Auf einem Planeten einer solch fortgeschrittenen Ordnung ist die Vorsehung eine Wirklichkeit geworden, die Lebensumstände sind korreliert, aber nicht nur, weil es dem Menschen gelungen ist, die materiellen Probleme seiner Welt in den Griff zu bekommen, sondern auch, weil er begonnen hat, in Übereinstim­mung mit der Marschrichtung der Universen zu leben; er folgt dem Pfad der Suprematie, der zum Universalen Vater führt.

118:10.17

Das Königreich Gottes befindet sich in den Herzen der Menschen, und wenn dieses Reich im Herzen jedes einzelnen Bewohners einer Welt wirklich geworden ist, ist die Herrschaft Gottes auf diesem Planeten Wirklichkeit geworden; und das heißt, dass die Souveränität des Supremen Wesens erreicht ist.

118:10.18

Um die Vorsehung in der Zeit zu verwirklichen, muss der Mensch die Aufgabe bewältigen, vollkommen zu werden. Aber der Mensch kann bereits jetzt von dieser Vorsehung in ihren ewigen Bedeutungen einen Vorgeschmack bekom­men, wenn er die universale Tatsache bedenkt, dass alle Dinge, gute und böse, zusammen­wirken, um den Fortschritt der Gott kennenden Sterblichen bei ihrer Suche nach dem Vater aller zu begünstigen.

118:10.19

Die Vorsehung wird immer deutlicher erkennbar, je mehr sich die Menschen vom Materiellen zum Geistigen hinwenden. Das Erreichen einer vervollständigten geistigen Schau befähigt die aufsteigende Persönlichkeit, dort Harmonie wahrzunehmen, wo sie zuvor nur Chaos sah. Selbst die morontielle Mota stellt einen wirklichen Fortschritt in dieser Richtung dar.

118:10.20

Die Vorsehung ist zum Teil die höchste Kontrolle des unvollständigen Supremen, wie er sich in den unvollständigen Universen kundgibt, und sie muss deshalb immer sein:

118:10.21

1. Partiell – wegen der Unvollständigkeit der Verwirklichung des Supremen Wesens, und

118:10.22

2. Unvorhersehbar – aufgrund der fluktuierenden Geschöpfeshaltung, die sich von Ebene zu Ebene stets ändert und im Supremen offenbar eine veränderliche wechselseitige Antwort auslöst.

118:10.23

Wenn die Menschen für ein Eingreifen der Vorsehung in ihre Lebensumstände beten, ist die Antwort auf ihr Gebet oft die Änderung ihrer eigenen Haltung gegenüber dem Leben. Aber die Vorsehung ist nicht launisch, weder phantastisch noch magisch. Sie ist das langsame und sichere Erwachen des mächtigen Souveräns der endlichen Universen, dessen majestätische Gegenwart von den sich entwickelnden Geschöpfen während ihres Vorrückens im Universum gelegentlich wahrgenommen wird. Die Vorsehung ist die sichere und gewisse Bewegung der Galaxien des Raums und der Persönlichkeiten der Zeit auf die Ziele der Ewigkeit hin, zuerst im Supremen, dann im Ultimen und vielleicht einmal im Absoluten. Und wir glauben, dass es in der Unendlichkeit dieselbe Vorsehung gibt, und das ist der Wille, die Handlungen und das Vorhaben der Paradies-Trinität, der Triebkraft hinter dem kosmischen Pano­rama von Universen ohne Zahl.

118:10.24

[Dargeboten von einem sich vorübergehend auf Urantia aufhaltenden Mächtigen Botschafter.]


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